«Wir sind ohne Energie ins Spiel gegangen. Und gegen eine heimstarke Equipe hat dies Folgen». Der dies nach Matchende sagte, heisst Daniel Rasljic und ist Cheftrainer des BC Winterthur.

In der Tat stand es nach sechs Minuten bereits 23:5 (!) – in diesen Anfangsminuten zeigte die «Starting Five» der Gastgeber Basket vom Feinsten. Die Punkte verteilten sich gleichmässig aufs Quintett Lorenza Ross, Branislav Kostic, Joël Fuchs, Murphy Burnatowski und Devonte Upson.

Der Neuling, der nur mit sechs Akteuren nach Birsfelden angereist war (die restlichen Spieler sind alle indisponiert respektive verletzt), fing sich dann in den nächsten Minuten auf und nach elf Minuten stand es plötzlich nur noch 27:22.

Es war die einzige Phase, wo bei den «Wings» der Schlendrian Einzug hielt und kein Kollektivspiel zustandekam. Danach war es vor allem «Brani» Kostic, der die Mannschaft – zusammen mit Ross – führte und bereits zur Halbzeit spürte man, dass die Gelb-Schwarzen auch das 6. Derby gegen die beiden Deutschschweizer Aufsteiger Luzern und Winterthur für sich entscheiden würden.

Spektakuläre Dunkings

Bis zur 28. Minute erhöhte das Birstaler Kombinat den Vorsprung auf +31 Punkte (68:37) und in dieser Phase kamen die Matchbesucher – die dank Novartis freien Eintritt genossen – in den Genuss von spektakulären Körben. Upson schloss meist mit brachialen Dunkings ab, Burnatowski skorte regelmässig und bewies, dass sein Repertoire gross ist, während Kostic weiterhin «grosses Kino» bot.

«Mir hat Branislav schon immer gut gefallen. Auch als er, mit der Académie Fribourg und Aarau, noch in der Nationalliga B gegen uns spielte. Er ist endgültig in der Nationalliga A angekommen. Und das ist sowohl für den Schweizer Basket wie auch für die Starwings gut so», lobte Winterthur-Coach Rasljic den früheren Junioren-Nationalspieler.

Bei den Gästen wusste Jarell Williams zu gefallen. Der 28-jährige, 204 Zentimeter grosse Amerikaner, notabene der 5. lizenzierte Ausländer der Zürcher, unterstrich, dass er dem Neuling zu mehr Substanz, und vor allem Sicherheit unter den Brettern, verholfen hat.

Aber auch ein Zoran Zivanovic (23, 203cm) bewies, dass er für die Nationalliga A eine valable Grösse sein muss. Über die ganze Spielzeit im Einsatz war Stefan Petkovic (ex-Starwings), der mit seiner Technik und Übersicht das «Winti»-Spiel ankurbelte und auch den Part des verletzten Spielmachers Istvan Fekete -  der Ungare wurde (gemäss Rasljic) vor zwei Wochen in Neuchâtel förmlich «zusammengestaucht» -  übernehmen musste. Eine Herkules-Aufgabe für das ehemalige Jahrhundert-Talent.

Es bleibt noch viel zu tun

Zurecht beliess Starwings-Cheftrainer seine drei Profispieler ab der 32. Minute auf der Bank und zuletzt führte Branic ein Quartett mit Alessandro Verga (er wusste zu gefallen), Philipp Sager (in der Offensive wenig inspiriert), Aleksa Pavlovic (mit 16 Jahren gehört ihm die Zukunft) und Angelo Malisanovic an.

Dass dieses Quintett skoremässig gegen Winterthur verlor, so dass das finale Skore «einigermassen gut aussieht», wie Petkovic schmunzelnd erklärte, beweist, dass der zweite (junge) Starwings-Anzug noch viel Arbeit vor sich hat.

«Wir haben die Pflicht erfüllt und souverän gewonnen», so das kurze, nüchterne Fazit von Teamcaptain Fuchs, der das Resultat und die zwei gewonnenen Punkte in den Vordergrund stellte.

Auch «Wings»-Trainer Pavloski zeigte sich vom Auftritt seiner Equipe angetan. «Wir sind konzentriert in die Partie gegangen und liessen nie Zweifel aufkommen, dass wir den Vergleich gewinnen wollen. Natürlich gab es Phasen, in denen es nicht rund lief.

Aber ein jeder hat sich generös eingesetzt. Ich bin zuversichtlich, dass wir am nächsten Samstag in Massagno gewinnen können, so dass wir noch auf Rang 7 vorrücken könnten. Und das ist absolut keine Selbstverständlichkeit», so der Birsfelder.

Sicher ist, dass Fribourg Olympic nach der Qualifikationsphase Rang 1 belegen wird. Platz 2 wird an Genf gegen, wenn sie in Winterthur siegen. Es wäre gar frech, wenn sich die Starwings wünschen würden, gegen wen sie die Playoffs spielen wollen.

Sie werden krasser Aussenseiter gegen diese beiden Landesgrösse sein. Es sei denn, sie könnten die beschwingten, flotten und treffsicheren Anfangsminuten aus dem Winterthur-Spiel über die gesamten 40 Minuten durchziehen…


Starwings – BC Winterthur 85:62 (45:28)

Sporthalle Birsfelden. – 392 Zuschauer. – SR: Tagliabue/Pillet/Curty.

Starwings: Ross (15), Kostic (20), Fuchs (10), Burnatowski (21), Upson (14); Sager (1), Verga (4), Lutz, Malisanovic, Pavlovic.

Winterthur: Aydemir (3), Petkovic (7), Tarr (7), Zivanovic (16), Williams (27); Hungerbühler (2).

Bemerkungen: Starwings ohne Duspara (rekonvaleszent), Matter (verletzt) und Wachsmuth (Auslandsaufenthalt). – Williams ohne Fekete, Sisljagic (beide verletzt), Jacobsen (Auslandsaufenthalt) und Anfarsyah (abwesend). – Viertelsresultate: 27:18, 18:10 (45:28); 25:12 (70:40) und 15:22 (85:62). – Zu den besten Spielern wurden Kostic und Williams gewählt. – Fouls: Starwings 11, Winterthur 15.