Basketball
Starwings haben an der Sensation geschnuppert

Die Starwings verlieren in der NLA gegen Lugano mit 79:89 nach Verlängerung. Beinahe wäre den Baselbietern die Sensation gegen das «Grande Lugano» gelungen.

Georges Küng
Merken
Drucken
Teilen
Brandon Jenkins (r.) enteilt Florent Ramseier
4 Bilder
Joël Fuchs setzt sich durch
Starwings verlieren in der NLA gegen Lugano nach Verlängerung
Starwings-Spieler Jaraun Burrows (l.) gegen Richie Gordon

Brandon Jenkins (r.) enteilt Florent Ramseier

Keystone

Im Eishockey wurde der Begriff vom «Grande Lugano» geprägt. Im national beschaulichen Basketball war der BC Lugano in den letzten drei Jahren das «Grandissimo Lugano», denn die Tessiner holten gleich acht von neun möglichen Titeln (jeweils das Double von Meisterschaft und Cup sowie zweimal den Ligapokal). In dieser Saison sind die Tigers, wie sich der Champion nennt, nur noch im Budget «grande», denn der gestrige Gast in der Sporthalle verfügt noch immer über den zweithöchsten Etat, hinter dem Kantonsrivalen Vacallo.

Aber Lugano ist ohne den verletzten Nationalspieler und Liga-Topskorer Dusan Mladjan mittlerweile nahbarer geworden. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass zu den besten Zeiten nie vier Meisterschaftspartien verloren gingen. Lugano reagierte und verpflichtete kürzlich die italienische Legende und ehemaligen Nationalspieler Christian Di Giuliomaria (35 Jahre alt und 2,11 Meter gross) aus seinem Altersasyl in Mailand.

Beherzte Leistung machts eng

Die Starwings hielten nicht nur während der ganzen Partie mit dem Favoriten mit, sondern hatten in der Endphase sechs Angriffe, um den entscheidenden Siegeskorb zu erzielen. Vor allem der letzte Angriffsversuch, 22 Sekunden vor der Endsirene, hätte zwingend für die aufopferungsvoll kämpfenden Baselbieter eine Wurfoption bringen müssen.

Doch Brandon Jenkins, der Spielmacher mit der schier unglaublichen Physis, verdribbelte sich, sodass es weder zum Korbdurchbruch noch zum offenen, freien Wurf durch Joël Fuchs respektive Anthony McCrory kam. Und in der fünfminütigen Verlängerung waren die Gastgeber ausgelaugt und genervt. Auch die Schiedsrichter schienen nicht immer für die Baselbieter zu pfeifen, so gab es kaum Strafpfiffe zugunsten der Gastgeber. Aber die Refs waren nur ein kleiner Teil der Niederlage.

Schweizer gegen Ausländerkraft

Denn die Starwings mussten mit sieben Akteuren durchspielen. Und weil sich Justin Dobbins in der 24. Minute am Fuss verletzte, danach acht Minuten pausierte und anschliessend nur reduziert agieren konnte, sah sich ein Profi-Duo stets einem ausländischen Quintett gegenüber. Erfreulich war aus Sicht der Gastgeber, dass Joël Fuchs einige spektakuläre Drei-Punkte-Würfe im Korb unterbrachte.

Auch der Innerschweizer Ralph Güttinger, der in vielen Phasen überfordert wirkte, erzielte einige gute Punkte, während sich der Kleinbasler Niels Matter zumindest unter den eigenen Brettern tapfer gegen die beiden US-Center Korvotney Barber und Richie Gordon schlug.