Vor drei Wochen, beim sensationellen 53:44-Heimerfolg gegen den Titelfavoriten Les Lions de Genève, hatten die Media zu Superlativen gegriffen, denn der Triumph des Birstaler Kombinats mutete unwahrscheinlich an. Man sprach von einem Wunder.

Im zweiten Heimspiel dieser noch jungen Saison 2014/15 war mit Fribourg Olympic, die Schweizer Nationalmannschaft, verstärkt mit nun vier ausländischen Profispielern, zu Gast im Unterbaselbiet. Und als die Endsirene ertönte, war das zweite Wunder Tatsache. Auch den bisherigen Co-Leader bezwangen die «Wings» - und dies auf eine eindrückliche Art und Weise.

Sicher, in der Endphase näherten sich die Gäste, welche von der 34. bis 39. Minute jeden Dreier in den Korb brachten, bis auf vier Zähler an die Gastgeber. Aber Kaylon Williams, Joël Fuchs, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher hielten, mit dem lautstarken Support der zahlreichen Matchbesucher, dagegen.

Williams war, von einigen «wilden Einlagen» abgesehen, ein starker Spielmacher und steckt mit seiner Energie und Leidenschaft die Mitspieler an. Luettgerodt ist dieser komplette Basketballer, der dann das Richtige tut, wenn es am wichtigsten ist. Und dann gibt es diesen Vinson, der nicht nur grandios verteidigt, beeindruckend rebounded, sondern auch fliegt. Auf einer Sphäre, wo Normalsterbliche hingelangen, wenn sie ein Trampolin zu Hilfe nehmen.

Der Amerikaner hebt ab und schwebt über Mit- und Gegenspieler - so wie er in der letzten Aktion aus sechs Metern abhob und über Arnaud Cotture, immerhin 203 Zentimeter gross und Nationalspieler, hinwegflog. Und mit einem brachialen Dunking die Halle förmlich zum Explodieren brachte. Seine Werte (Rebounds, Wurfquote, Blocks) waren schlicht phänomenal. Man muss kein Prophet sein - dieser 29-jährige Topathlet wird der «MvP» des Wochenendes sein.

Und auch A.J. Pacher, dieser smarte College-Boy, erzielte wiederum 25 Punkte und ist weiterhin der Topskorer der Nationalliga A. Auch ein hässlicher Ellbogenschlag von Slobodan Smiljanic, vor den Augen von Ref Stefan Wirz (Allschwil), der nicht nur in dieser Szene «blinde Kuh» spielte, konnte den 208 Zentimeter grossen Amerikaner nicht daran hindern, bester Punktesammler einer intensiven, hochstehenden Partie zu sein.

Einziger Wermutstropfen ist der Ausfall von Stefan Petkovic nach 13 Minuten, der wohl mit einem Bänderriss mehrere Wochen (oder gar Monate) ausfallen wird.