Wer gehofft hatte, die «Wings» würden nach den beiden Erfolgen, welche der Equipe von Cheftrainer Roland Pavloski viel Selbstvertrauen und wohl zu viel Optimismus gegeben hatten, den Schweizer Renommierklub und Rekordmeister herausfordern können, sah sich getäuscht. Bereits im ersten Viertel liessen die Gastgeber keine Zweifel offen, dass sie ihre superbe Bilanz (elf Siege, eine Niederlage) fortsetzen würden, auch wenn es nach sieben Minuten noch 16:16 stand. Doch dann folgte der Bruch im Spiel der Unterbaselbieter und kurz nach Wiederaufnahme des zweiten Viertels stand es 26:16. Von diesem Moment an war die Frage nach dem Sieger der Partie beantwortet.

Die Olympic-Überlegenheit, oder Starwings-Inferiorität, zeigte sich im dritten Viertel noch frappanter. Da wurden die Deutschschweizer zum Spielball degradiert und der Mit-Titelfavorit erhöhte das Skore sukzessive. Namentlich im Zonenspiel und unter den Brettern hatte Olympic eklatante Vorteile. Die Quintessenz dieser Dominanz war, dass beide Teams ab der 33. Minute ihr ausländisches Quintett auf die Bank beordeten und nun fünf gegen fünf Schweizer auf dem Spielfeld standen. De facto war es die Freiburger Basket-Académie (welche die Nationalliga-B-Meisterschaft bestreitet) gegen die U23 der Starwings, die in der 1. Liga spielt. Zuletzt kamen auf beiden Seiten sämtliche zwölf Akteure zum Einsatz - dies ist in der diesjährigen Meisterschaft ein Novum und zeigt, dass der ungleiche Vergleich zuletzt eher den Charakter eines Testspieles angenommen hatte.

Der emotionalste Moment kam nach Abpfiff. Das Fachpublikum spendete Brandon Polyblank, dem charismatischen Neuseeländer, eine minutenlange Standing Ovation. Der Profi kehrt in seine Heimat zurück, da sein Vater an Krebs erkrankt ist. Und manch einer meinte, dass das finale Skore da eine gar marginale Rolle spielt. Basket ist, wie Fussball, nur ein Spiel. Und nicht das Leben.


Fribourg Olympic - Starwings 102:68 (49:37)

Saint-Léonard. - 950 Zuschauer. - SR: Bertrand/Mazzoni/De Martis.

Fribourg: Draughan (12), Kazadi (4), Polyblank (6), Yates (15), Reid (18); Garrett (13), Kovac (16), Savoy (5), Uliwabo (8), Cotture, Hoch (4), Manz (1).

Starwings: Jenkins (8), Fuchs, McCrory (10), Burrows (13), Dobbins (6); Rahier (14), Matter (6), Devcic (2), Jacobsen (4), Kostic, Smiljic (3), Verga (2).

Bemerkungen: Fribourg komplett. - Starwings ohne Güttinger (verletzt). - Viertelsresultate: 21:16, 28:21 (49:37); 37:17 (86:54) und 16:14 (102:68).