Basketball

Starwings lange auf Augenhöhe mit Meister Genf

Die Starwings haben auf die unschönen Nebengeräusche der letzten Tage mit einer starken Leistung auf dem Feld reagiert. Drei Viertel lang hielt man mit dem grossen Favoriten Genf mit.

«Wir wussten, dass wir viel Geduld brauchen würden, um in Birsfelden zu gewinnen. Unsere aggressive Abwehr über die ganzen 40 Minuten und die Breite auf der Ersatzbank haben dann im letzten Viertel die Partie entschieden.» So die Analyse von Genf-Aufbauer Lionel Jaunin, diesem 170 Zentimeter kleinen Wirbelwind, der zwar nicht gross punktet, aber das Angriffsspiel seiner Equipe in Schwung bringt. Und daher zurecht Nationalspieler ist.

Dieser Analyse mochte sich der neue Starwings-Captain Joël Fuchs anschliessen. «Wir mussten für unsere Punkte sehr hart arbeiten, wir können nicht wie Genf mit neun Mann rotieren. Und irgendwann lassen die Kräfte, vor allem aber die Konzentration, nach, sodass wir auf den Rückstand nicht mehr reagieren konnten», sagte der Zürcher Oberländer, der im Fokus von Nationaltrainer Petar Aleksic steht. Nicht nur bezüglich der Nationalmannschaft, sondern auch für einen Wechsel auf die nächste Saison von den Starwings hin zu Fribourg Olympic.

Bis zur 29. Minute hatten die Unterbaselbieter – mit viel Herz und Leidenschaft – kleinere Rückstände immer wieder aufgeholt. In der ersten Halbzeit dank Justin Rutty, als der Amerikaner die Gastgeber alleine im Spiel hielt. Ab der 19. Minute gelangen dem New Yorker allerdings keine Zähler mehr. An seine Stelle trat Adomas Drungilas (22), der Jüngste des Litauer Trios, der mit seiner unorthodoxen Spielweise zwar keine Augenweide für Basketball-Ästheten ist, dafür unter den Brettern dorthin geht, wo es weh tut. Man wünschte sich, sein lethargischer Landsmann Povilas Cukinas (20, 210 Zentimeter) würde nur einen Zehntel der Energie und Power von Drungilas mitbringen.

Eine Minute vor der letzten Viertelspause stand es noch 48:48, dann folgte jedoch der Filmriss bei den Starwings. Schnell stand es 48:59 – die Messe war gelesen und die Frage nach dem Sieger stellte sich in den letzten zehn Minuten nicht mehr.

Die Starwings müssen sich ob der Niederlage gegen den Meister, der auch heuer wieder der erste Titelkandidat sein dürfte, nicht schämen. Während die Genfer vor jedem Match abwägen können, welchen ausländischen Profispieler sie pausieren lassen (diesmal traf es Ex-Starwings-Spieler Ronald Yates), hat Starwings-Trainer Viktor Mettler diese schöne «Qual der Wahl» nicht mehr. So muss ein Arunas Vasiliauskas spielen und darf werfen, obwohl er Dreierquoten aufweist, die erbärmlich sind. Gegen Genf war es ein Treffer von sieben Versuchen – den ersten und einzigen Feldkorb erzielte der Litauer in der 38. Minute.

Nun, am Montag wird «Schlägerei-Opfer» Rokas Uzas in die Heimat zurückreisen. Wäre es eine Kollektivreise, so könnten auch Cukinas und Vasiliauskas die Rückkehr antreten. Sie haben die hohen Erwartungen in keiner Art und Weise erfüllt. Auch wenn es sich um integre und teamfähige Akteure handelt, waren sie den Anforderungen bei den Starwings, Leader und Skorer zugleich zu sein, nie gewachsen.

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