Basketball
Starwings: Verletzungs des Captains schmerzt mehr als Ligapokal-Ausscheiden

Die Starwings verlieren die Ligapokal-Qualifikation gegen Lugano mit 66:74 (30:41). Das Final Four im Ligapokal findet in Montreux somit ohne die Starwings statt. Schlimmer als die Niederlage gegen Lugano ist jedoch der verletzungsbedingte Ausfall von Teamcaptain Joël Fuchs.

Georges Küng
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Fällt Starwings-Captain Joel Fuchs länger aus?

Fällt Starwings-Captain Joel Fuchs länger aus?

Zur Verfügung gestellt

Vor drei Wochen hatte das Birstaler Basketball-Kombinat in einem wundersamen Finish gegen das «Grande Lugano» aus einem 44:54-Rückstand einen epischen 64:56-Sieg gemacht. Dass am Mittwochabend der Vergleich verloren ging, hatte primär zwei Gründe.

Erstens konnten die Tessiner auf ihren Standard-Center Eric Williams (32, 206 cm) zählen, der im Meisterschaftsspiel von Anfang Dezember wegen einer Verletzung hatten passen müssen. Dieser Amerikaner hat zu seinen allerbesten Zeiten in europäischen Topligen ge­spielt und letzte Spielzeit noch in Polen für Furore gesorgt.

Er war nicht nur der beste Punktesammler in einer unterhaltsamen Partie, sondern schüchterte unter den Brettern auch ein. Björn Schoo, der immer wertvoller für die Starwings wird, hatte ihn gut unter Kontrolle, während Darell Vinson zumindest reboundmässig überragte, im Angriff aber punktemässig nicht auf Touren kam.

Der zweite Grund, warum die Baselbieter den Umschwung nicht mehr schafften, ist tragischer. Joël Fuchs (27), der in jeder Partie zweistellig gepunktet hat, verletzte sich nach 27 Minuten und 37 Sekunden schwer. Die erste Vermutung deuten auf einen Bänderriss hin, möglich ist aber auch ein Knöchelbruch, was das Saisonende bedeuten könnte.

Saisonende für Fuchs würde Mannschaft extrem schwächen

Bis zum Ausfall hatte Fuchs, der seine neunte Saison für die Starwings bestreitet, eine nahezu hundertprozentige Wurfquote. Sein Out fiel in jene Phase, in welcher die Gastgeber wieder am Rivalen dran waren. Denn das Auftaktviertel war gar einseitig gewe­sen (9:21) und von diesem Polster zerrten die Tessiner, die praktisch mit sechs Akteuren durchspielen mussten. Beim Gastgeber wussten Spielmacher Chris Jones und Octavius Brown (der bei einem langen Ausfall von Fuchs wohl zum Nur-Flügel «umgemodelt» werden muss) zu gefallen.

Der Ausfall ihres Teamcaptain lähmte die Starwings in ihrer Aufholjadg, so dass Lugano wieder jenen Vorsprung herausspielen konnte, der zum ungefährdeten Erfolg reichte. Der Wettbewerb hat für Mannschaft von Cheftrainer Roland Pavloski keine grosse Bedeu­tung, denn die dünne Personaldecke lässt einen Tanz auf drei Hochzeiten (Meisterschaft, Schweizer Cup, Ligapokal) gar nicht zu. Nicht die Niederlage ärgert, son­dern der wahrscheinlich längere Ausfall von Fuchs. Dieser ist kaum zu kompensieren und würde die Teamstruktur massiv verändern und natürlich schwächen.

Dabei wäre es von immenser Bedeutung, anfangs Jahr in den Partien gegen Neuling Lau­sanne (zuhause) und in Luzern beim Derby der Erzrivalen gegen Central (in der Vorrunde konnten die Unterbaselbieter beide Vergleiche gewinnen) über eine komplette Equipe zu verfügen. Denn mit zwei Erfolgen würden sich die Starwings nahezu schon die vorzeitige Playoff-Qualifikation sichern.

Telegramm

Starwings – BC Lugano 66:74 (30:41)

Sporthalle Birsfelden. - 120 Zuschauer. - SR: Hjartason/Stojcev/Hüsler.

Starwings: Jones (17), Herrmann (2), Fuchs (13), Brown (14), Vinson (4); Schoo (12), Verga (4), Sager; Hauri, Pavlovic.

Lugano: Kaylon Williams (6), Stockalper (4), Louissaint (18), Eric Williams (21), West (13); Carey (12), Mussongo.

Bemerkungen: Starwings ohne Carrara und Thélémarque (beide verletzt). - Lugano ohne Stein­mann (verletzt). - 27. Fuchs scheidet mit Bänder-/Knöchelverletzung aus. - 38. Verga mit fünf Fouls ausgeschieden. - Fouls: Starwings 20, Lugano 15. - Viertelsresultate: 9:21, 21:20 (30:41); 16:13 (46:54) und 20:20 (66:74).