Man sagt, dass Auswärtspartien unter der Woche kaum zu gewinnen sind. Davon waren gestern Abend die Starwings tatsächlich meilenweit entfernt. Dies ist nicht erstaunlich, denn die Parforceleistung vom Samstag kann mit dieser dünnen Spielerdecke nicht wiederholt werden. Hatten die Gäste im ersten Playoff-Match bis drei Minuten vor Abpfiff so etwas wie eine leise Siegesoption, so war der zweite Vergleich gar ungleich.

Schon nach wenigen Minuten wurde ersichtlich, dass die Gastgeber in allen Belangen überlegen sein würden. Aggressiver in der Defense, druckvoller im Angriff und athletisch überlegen, konnten die Unterbaselbieter von Beginn an nur etwas tun: Schadensbegrenzug betreiben.

Hatte im ersten Match ein Josh Almanson, ein Amerikaner, der einst auch in Lugano gespielt hatte, enttäuscht und für seine Verhältnisse mickrige fünf Punkte geworfen, so war er gestern die grosse Figur. Und avancierte zum Topskorer seiner Equipe. Liessen sich zehn der elf Genfer Spieler Punkte gutschreiben, so waren seitens der Deutschschweizer nur gerade Captain Tony Brown und Vernard Hollins in der Lage, einigermassen mit ihren Antipoden mitzuhalten.

Selbst ein Tony McCrory, der im ersten Spiel noch mit einer brillanten Wurfquote überzeugt hatte, war gestern nicht in der Lage, Akzente zu setzen.

Einzig im dritten Viertel konnten die Starwings das Skore ausgeglichen gestalten; selbst in den letzten zehn Minuten, als «Les Lions de Genève» fleissig rotierten und ihre Bankspieler einsetzten, waren diese den Starwings überlegen. Zu sagen ist allerdings, dass auch die Genfer «Ersatzspieler» durchgehend Profispieler sind und vom Basketball leben. Während ein Niels Matter, der erneut im Stammquintett begann, heute Morgen um 2 Uhr nach Hause gekommen ist. Und sieben Stunden später an der Universität sein muss.

«Wir wollen so schnell wie möglich die Serie beenden; darum werden wir auch am Samstag in Birsfelden konzentriert und aggressiv spielen», erklärte Genf-Trainer Michel Perrin. Der Franzose weiss nur zu gut, dass er «mit dieser Equipe nicht scheitern darf», so Perrin. Starwings-Cheftrainer Danijel Eric und sein Technikerstab hingegen wissen, dass sich die durchzogene Saison dem Ende neigt. «Dennoch wollen auch wir am Samstag gewinnen», so Innerschweizer mit kroatischen Wurzeln.