Vielleicht war es gewollte „Taktik“, dass die Unterbaselbieter den Vergleich mit dem Erzri­valen aus der Innerschweiz verloren haben. Denn so bestreiten die Starwings am Sonn­tagmittag „nur“ den kleinen Final gegen Villingen-Schwenningen und müssen nicht das ge­plante Finale gegen Lugano austragen. Die Tessiner namens Tigers sind in zwei Wochen der Auftaktgegner der Birsfelder zur Saison 2017/18. Ändert sich in diesen 15 Tagen nichts Wesentliches, so wird es der Vergleich zwischen David und Goliath, mit den Südschwei­zern als Favoriten, sein.

Die Tessiner waren ihrem Rivalen aus der vierthöchsten Division krass überlegen. Auch wenn die Deutschen erneut eine internationale Equipe stellen, in der – ausser Deutsche – fast alle Nationalitäten vertreten sind. Nach 30 Minuten führten die Luganesi, wiewohl nur mit acht Mann in die Hafenstadt angereist, mit 81:51, die Süddeutschen wiesen maximal ordentliches Nationalliga-B-Niveau auf.

Fehlpass-Festival…

Starwings gegen Central sind, wie früher Birsfelden gegen Reussbühl, umkämpfte Duelle. Und zeitweise verbissen sich die beiden Teams ineinander, denn 34 Fouls sind ein Indiz dafür, dass mehr gekämpft und „gekrampft“ denn subtil gespielt wurde.

Petar Babic eröffnete nach 30 Sekunden, mit einem Gegenstoss und einem einfachen Korbleger, das Skore. Dann wart der Kroate fast nicht mehr gesehen. Und damit begann bereits das Übel im Spiel der Gastgeber. Es fehlte der Denker und Lenker und jener Mann, der seine Nebenleute einsetzen kann. Davon war wenig bis nichts zu zählen, mit Fortdau­er der Partie verzettelte sich Babic (einst immerhin mit KK Zagreb in der EuroLeague tätig) in unnütze Einzelduelle, in denen der Osteuropäuer alt, teils sogar unbeholfen, aussah…

Der Routinier Nemanja Calasan (34) spielte grundsolide, während Allyn Hess zeitweise brillant (mit seinen Distanzwürfen) agierte. Der US-Flügel muss jedoch aufpassen, dass er die „Bomben“ (wie Dreier aus acht und mehr Metern Distanz genannt werden) nicht for­ciert. In der Schlussphase der Partie, als die Starwings stets bemüht waren, jedoch keine Struktur mehr in ihrem Spiel hatten, war auch der Ameri­kaner zu eigensinnig.

Zu „soft“ unter den Brettern

Unter den Brettern wird es für das Arlesheimer-Birstaler Kombinat eh „heiss“, weil weder Calasan noch Björn Schoo, und auch nicht Guillaume Gredy, gegen physisch starke Ak­teure dagegen halten können. Beim Gast genügte Eric Thompson (24, 204 cm) mit seiner Brachial- und Rohkraft, um die Bretter zu beherrschen. Und weil Nationalspieler Marco Lehmann, vor allem zu Beginn der Partie, unverschämt gut aufspielte und aus allen Di­stanzen, Lagen und Situationen traf, war der Sieg der Innerschweizer verdient.

Wer in den zweiten 20 Minuten gegen Luzern, das den Litauer Martynas Kairavicius als „Feierabendprofi“ (der Balte ist in der Tat auf einer Bank berufstätig) angibt, ganze 25 Zäh­ler erzielt (zwölf davon durch Hess), hat noch sehr, sehr viel Arbeit vor sich.

Das zwei der drei Refs (die Herren Ferroni und Vitalini) indiskutabel ungenügend arbitrier­ten und vor allem Schoo „nach Strich und Faden schikanierten“ (dafür Thompson grosszü­gig gewähren liessen), sei auch noch erwähnt. Aber ihre Leistung war noch immer besser (oder weniger schlecht) als die Darbietung der meisten „Sternenadler“!

Starwings – Central Luzern 61:66 (36:31)

Sporthalle Birsfelden. - 100 Zuschauer. - SR: Novakovic/Ferroni/Vitalini.

Starwings: Babic (2), Herrmann, Hess (24), Gredy (2), Calasan (14); Kostic (5), Streich, Verga (3), Schoss (7), Devcic (4).

Luzern: Chatman (24), Lehmann (15), Kairavicius (11), Mandic (6), Thompson (5); Morandi, Tomic (5), Birbouboski; Volic.

Bemerkungen: Starwings komplett, Lucern ohne Captain Plüss (Ferien) und U20-Nationalspieler Zoccoletti (Zahnoperation). - Viertelsresultate: 16:18, 20:13 (36:31); 12:22 (48:53) und 13:13 (61:66). - Mit fünf Fouls ausgeschieden: 37. Schoo. - Fouls: Starwings 19, Luzern 16.