Basketball

Stefan Petkovic will nicht mehr für die Starwings spielen

Will so bald als möglich den Verein wechseln: Stefan Petkovic.

Will so bald als möglich den Verein wechseln: Stefan Petkovic.

Er ist erst 22 Jahre jung, spielte mit 15 Jahren bereits mit Fribourg Olympic im Europacup und war bis vor zwei Jahren eine Stütze der Nationalmannschaft. Nun will er die Starwings verlassen und zu einem Nationalliga-B-Klub wechseln.

Die Starwings-Klubleitung trifft sich morgen Abend zu einer längst geplanten Vorstandssitzung. Allerdings wird ein Traktandum auf dem Programm stehen, das nicht geplant war, weil die zu behandelnde Personalie «Stefan Petkovic» wohl nur Verlierer bringen wird.

Der Zürcher mit serbischen Wurzeln galt als DAS Schweizer Basket-Talent. Man traute ihm dereinst einen gutdotierten Profivertrag bei einem europäischen Spitzenklub in einer Topliga zu. Und bis zum 18. Altersjahr war Petkovic, der mit knapp 14 Jahren in die Akademie von Rekordmeister und Renommierklub Fribourg Olympic eingetreten war, auch im «Marschplan».

Doch ein Kreuzbandriss, der ihn eine ganze Spielzeit verlieren liess, war ein erster Rückschritt. Und auch der Abgang aus der Saanestadt und das Eingehen eines Vertrages in Weissrussland bei Minsk erfolgte bereits mit Dissonanzen und Misstönen. Er kehrte nach nur sechs Monaten in die Schweiz zurück – und heuerte bei der SAV Vacallo an. Die vier Wochen später Konkurs ging. Auch ein Kurz-Engagement in Belgien war mehr Frust denn Lust.

Ende letzte Saison noch ein Lichtblick

Auf die Saison 2013/14 wechselte er zu den Starwings. Dass es eine unruhige Saison mit einer Trainerentlassung (Marko Simic), einer handgreiflichen Auseinandersetzung seines Bruders Miroslav mit dem litauischen Profi Rokas Uzas (die national Negativ-Schlagzeilen machte) und unbefriedigendem sportlichen Ausgang wurde, kann Stefan Petkovic nicht angelastet werden.

Denn gerade in der Endphase der letzten Saison, von Februar bis April, war Petkovic ein Lichtblick. Er spielte konstant auf hohem Niveau, erzielte im Durchschnitt fast 20 Punkte und war zweitbester Schweizer Skorer der gesamten Nationalliga A.

Dennoch blieben konkrete Angebote der potenten A-Ligisten aus. Und auch die Starwings konnten ihn, primär wegen fehlenden Mittel, vorerst nicht weiterverpflichten. Monatelang wurde «verhandelt» – und nur dank einem Kraftakt und externer Mitfinanzierung war es möglich, den 185 Zentimeter grossen Techniker mit dem guten Distanzwurf einen Vertrag zu offerieren.

«Eine Bereicherung für die Liga»

Die Verantwortlichen wollten dem Zürcher einen Kontrakt bis Weihnachten geben – der Spieler bestand auf einen Saisonvertrag, wollte sogar einen Zweijahres-Vertrag, «weil ich langfristig in Basel bleiben und mich im Nachwuchsbereich engagieren möchte».

Heute sieht die Situation gänzlich anders aus. Von der Papierform her müsste eigentlich Petkovic das superbe US-Profiquartett Kaylon Williams, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher ergänzen. Davon ist der ex-Nationalspieler weit entfernt. Die physische Verfassung von Petkovic ist, gelinde gesagt, sub-optimal.

«Ohne Vertrauen des Trainers kann ich nicht spielen. Auf der Bank kann ich mich nicht entwickeln respektive in Form kommen», so Petkovic. «Stefan ist eine Bereicherung für die Nationalliga A, wenn er in jener körperlichen Verfassung ist, die nötig ist, um mit unseren vier Amerikanern und Teamcaptain Joël Fuchs mithalten zu können», sagt Cheftrainer Roland Pavloski.

Petkovic will den Verein wechseln

Dass dies nicht der Fall ist, konnten sich am letzten Sonntag die fast 1000 Zuschauer bei der Partie gegen Union Neuchâtel überzeugen. Bei seinem Kurzeinsatz wirkte Petkovic wie ein Fremdkörper und war nicht in der Lage, die hohe Kadenz und Spielintensität mitzugehen. Seine Evaluation war fast schon unteridisch.

Bereits Mitte November (bei der ersten möglichen Wechselperiode), nach der Auswärtspartie in Neuchâtel, hatte Petkovic Trainer und Klubleitung negativ überrascht. «Ich verlasse den Verein und wechsle zu Küsnacht-Erlenbach», erklärte er. Trainer und Vereinsvorstand gingen darauf nicht ein.

Am letzten Sonntag, um 18 Uhr, hat Petkovic seinen Autoschlüssel (er verlangte vom Klub einen fahrbaren Untersatz; auch dieser Wunsch wurde ihm erfüllt) abgegeben. «Ich will nicht mehr für die Starwings spielen. Das bringt niemandem was», so Petkovic noch vorgestern Freitag zur «Schweiz am Sonntag».

«Er hat einen gültigen Vertrag»

Pascal Donati, Vize-Präsi- dent der Starwings, sagt dazu nur soviel: «Fakt ist, dass Stefan Petkovic einen gültigen Vertrag bis zum Saisonende hat. Ein Kontrakt bindet zwei Parteien und hat Rechte und Pflichten».  

Man wird das Jahrzehnte-Talent nicht zum Trainieren und Spielen zwingen können, aber der Klub wird auch nicht einfach eine Freigabe erteilen, damit Stefan Petkovic ab dem 15. Januar bei jenem B-Ligisten (Küsnacht-Erlenbach, Winterthur, Aarau, Luzern) anheuert, der ihm am meisten Mittel verspricht… 

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1