Ginge es nach Namen und Papierform, so müsste das neue Genfer Basketball-Kon- strukt die Starwings zu einem Spielball degradieren. Doch dies gelingt dem Klub mit dem Millionenbudget nicht. Und dies spricht für die Starwings. Dass zuletzt die Genfer Löwen jeweils siegen, ist kein Verdienst, sondern schlicht Normalität. Oder Realität.

Mit Ach und Krach

Vor einem Monat gewannen „Les Lions", auf diese Saison 2010/11 hin aus den „Devils" und Grand-Saconnex/Meyrin hervorgegangen, in der Meisterschaft mit Ach und Krach - oder Müh und Not - in den Schlussminuten mit 78:71 gegen die „Wings". Und am Samstag zeichnete sich eine ähnliche Partie ab. Wohl lagen die Romands immer in Führung, doch selbst ein 10-Punkte-Rückstand nach 15 Minuten holten die Gäste wieder auf.

Und dies, obwohl Aufbauer Miroslav Petkovic nicht hätte spielen dürfen, da sich der Zürcher im Training eine Finger- und Handblessur zugezogen hatte und „vergipst" (mit Tape) spielte. Niels Matter kam aus einer zweimonatigen Verletzung zurück - und war ein Lichtblick im Baselbieter Team. Auch Routinier Anthony McCrory hatte die letzten Wochen kaum trainieren können (der Rücken lässt grüssen) - und hielt seine Mannschaft, mit Jaraun Burrows (Bahamas), stets im Spiel.

Jenkins verletzt sich im «Knäuel»

Dann kam die fatale 34. Minute. Und das Ref-Trio, das im Zweifelsfalle eher den Löwen denn Sternenflügel zugetan war, sollte Schicksal spielen. Ein klares Foul an einen Starwings-Spieler wurde grosszügig übersehen, es entstand ein «Knäuel», in welchem sich Brandon Jenkins schwer am Knie verletzte. Dies bei einem Zwei-Punkte-Rückstand. Ohne ihren Spielmacher, Aggressivleader und Skorer hatten die Gäste dann keine Chance mehr, die Überraschung zu schaffen.

«Mission impossible»

Sie verloren ehrenvoll, sie zeigten eine couragierte, ja mutige Leistung. Und die Genfer benötigten einen stark aufspielenden Tony Brown, welcher die zwei letzten Jahre der Teamcaptain der Starwings gewesen war, um sich zuletzt den Einzug in die Final Four des Ligacups zu sichern. Zusammen mit Lugano, Fribourg und Monthey, welche ihrer Favoritenrolle gegen Boncourt, Nyon und Vacallo viel souveräner gerecht wurden.

Die Starwings führen nur eine Wertung an: Jene, der havarierten und verletzten Akteure. Und da Jenkins länger ausfallen dürfte, werden die Meisterschaftspartien übermorgen Mittwoch in Boncourt und zu Jahresbeginn zuhause gegen Massagno wohl auch zu „impossible missions".