Leichtathletik
Streiks und Limiten auf dem Weg nach Olympia

Salome Lang und Michelle Müller wollen sich für die Jugendolympiade in China qualifizieren. Dabei müssen die jungen Athletinnen des BSC Old Boys Basel nicht nur Limiten überwinden.

Chantal Fimian
Drucken
Michelle Müller versucht in Baku die nächsten Hürden für die WM-Qualifikation zu überspringen.

Michelle Müller versucht in Baku die nächsten Hürden für die WM-Qualifikation zu überspringen.

Rolf Spriessler-Brander

Der Startschuss für die European Youth Olympic Trials hätte weitaus harmonischer verlaufen können: Geplant war, dass die Schweizer Delegation am Montagabend (17 Uhr Ortszeit) in Baku ankommen würde. Doch der Flug von Wien in Richtung Aserbaidschan wurde aufgrund eines Flughafen-Streikes gestrichen. Nach einem Umweg über Istanbul sind die Leichtathletik-Talente erst um drei Uhr in der Nacht im Hotel angekommen. Erst im Verlauf vom Dienstag ist das Athletendorf bezugsbereit.

Lockerer Umgang mit Widrigkeiten

Während sich andere Athleten durch diese Umstände wohl völlig aus der Bahn geworfen fühlen, sieht das Basler Duo Michelle Müller (Basel) und Salomé Lang (Muttenz) die Situation gelassen. «Wir sind noch etwas müde, aber Hauptsache wir sind angekommen», sagen die mehrfachen Schweizer Meisterinnen am Dienstagmorgen nach der Odyssee unisono. Zeit, um sich auszuruhen, haben sie beide: Erst am Freitag greifen die 16-jährigen Athletinnen des BSC Old Boys Basel ins Wettkampfgeschehen ein – beide mit Ambitionen. Der Event in Baku dient schliesslich als Ausscheidung zur Jugendolympiade im chinesischen Nanjing, welche im August stattfinden wird.

WM-Qualifikation zum Ziel

Hochspringerin Salomé Lang, welche in diesem Jahr bereits mit 1.83 m persönliche Bestleistung und Schweizer Rekord gesprungen ist, freut sich auf den bevorstehenden Wettkampf: «Ich bin schon etwas nervös. Ich müsste ungefähr 1.80 m springen, damit ich mich qualifizieren könnte. Die Chancen sind intakt.» Ähnlich sieht das auch 400-m-Hürdenläuferin Michelle Müller. «Ich will mich für China qualifizieren und die Limite für die U20 Weltmeisterschaft in Eugene knacken. Wenn es perfekt läuft, ist alles möglich.» Um sich optimal auf das erste Saisonhighlight vorzubereiten, reisten die Gymnasiastinnen ins Frühlings-Trainingslager nach Mallorca. In Baku wird das Trainingspensum auf zwei Einheiten reduziert. Damit bleibt genug Zeit, um die exotische Destination besser kennen zu lernen. «Mit Baku verbinde ich Öl, Hauptstadt und den European Song Contest. Was wir zwischen den Trainings machen wissen wir noch nicht. Ich vermute, dass wir die Stadt besuchen werden», so Müller, die im letzten Jahr am European Olympic Youth Festival in Utrecht den 7. Rang erreichte.

Neben Salomé Lang und Michelle Müller hat der Schweizer Leichtathletikverband Swiss Athletics auch den Liestaler Speerwerfer Colin Wirz für Baku nominiert. Aufgrund einer Verletzung hat der letztjährige Achtplatzierte von Utrecht die Reise nach Aserbaidschan nicht angetreten.

Aktuelle Nachrichten