Super League
Der FCB will den Schub mitnehmen in das Duell der Schweizer Grossmächte

Kaum für die Conference League qualifiziert, empfängt der FCB am Sonntag YB – und will weitere Schritte auf dem richtigen Weg machen.

Céline Feller aus Stockholm
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Die Spieler des FC Basel bejubeln den Einzug in die Gruppenphase der Conference League.

Die Spieler des FC Basel bejubeln den Einzug in die Gruppenphase der Conference League.

Fresh

Kurz vor 23 Uhr abends verlassen Valentin Stocker, Fabian Frei und Eray Cömert als letzte Spieler des FC Basel die Tele2 Arena. Sie sind gut gelaunt, machen Sprüche. Eben haben sie mit ihrem Team den Einzug in die Gruppenphase der Conference League geschafft. Das erste so bedeutende Ziel der Saison ist erreicht. «Jetzt haben wir wieder sechs Spiele, mit denen wir rechnen können», sagt Frei kurz zuvor, als er noch Rede und Antwort steht.

Frei scherzt über Wunschdestinationen, welche nicht in Erfüllung gegangen sind (siehe oben) und über seinen beschleunigten Haarausfall:

«Mir hat dieses Spiel keine grauen Haare gegeben, aber es sind ein paar weitere ausgefallen. Ganz sicher!»

Aber Frei analysiert auch in Ruhe diese Partie. Dieses Playoff-Rückspiel gegen den schwedischen Cupsieger Hammarby, das so anders kam, als man es erwartet hatte. Mit einem 3:1-Vorsprung war der FCB nach Schweden gereist.

Dass Hammarby zu Hause enorm stark ist, war den Baslern bewusst, dass sie sich jedoch mit einem 0:2-Rückstand und einem Gang in die Verlängerung konfrontiert sehen würden, damit hat wohl kaum einer gerechnet. In dieser rettete sich der FCB ins Penaltyschiessen und entschied das Duell am Ende über den Gesamtskore für sich.

Das anstrengende Auf und Ab

120 Minuten brauchte der FCB also, gegen immens angriffige und aggressive Schweden, in einem Stadion, dessen Stimmung fast einmalig scheint. «Körperlich war es sehr anstrengend, mental aber auch. Einerseits war alles dabei in diesem Spiel, wofür man gerne Fussball spielt. Aber irgendwie auch alles, wofür man nicht spielt. Es war ein Auf und Ab», sagt Frei.

Dieses Playoff-Rückspiel ist eines, das wohl auch noch etwas länger in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur aufgrund des Spielverlaufs, sondern auch aufgrund der Nettigkeiten der Schweden, mit denen der FCB empfangen wurde. Die Fans feuerten in der Nacht vor dem FCB-Hotel Feuerwerke ab. «Es knallte bis 5 Uhr morgens», sagte Rahmen.

Auch die angereisten Fans der Basler wurden nicht eben freundlich behandelt. Und schliesslich war es auch auf dem Platz schlicht nur eins: hitzig. Frei, der in seiner langen Karriere bereits über 80 internationale Partien für den FCB hat absolvieren dürfen, fällt es schwer, den Donnerstagabend in eine Relation zu stellen.

«Ich habe aber einfach im Kopf, dass wir in der nahen Vergangenheit, wenn es solch enge Spiele gab, diese immer verloren haben. Jetzt ging es zu unseren Gunsten aus.»

Etwas, was in seiner Optik auch klar für diese Mannschaft spricht: «Es zeigt mir, dass es in der Mannschaft stimmt und dass der Weg, den wir gehen, der richtige ist. Man merkt an den kleinen Details, dass es aufwärts geht.»

Wirklich Zeit hat der FCB aber nicht, diesen Sieg zu feiern oder sich auszuruhen. Am Sonntag bereits empfängt der FCB die Berner Young Boys zum grossen Duell der Schweizer Fussballmächte. Zwei, drei Spieler sind fraglich nach dem intensiven Spiel vom Donnerstag. «Die Zeit ist sehr kurz, das ist für so ein wichtiges Spiel natürlich nicht optimal. Es bringt aber auch nichts, wenn wir lange darüber reden», sagt Rahmen dazu. Und weiter: «Es gilt einfach, diese Herausforderung anzunehmen und ein gutes Resultat zu erzielen.»

Vorfreude auf YB trotz schmerzender Rücken

Helfen dabei sollen der Schub und die Emotionen aus der Qualifikation, den man mitnehmen wolle, um gegen YB nachlegen zu können. Auch wenn vom Kunstrasen in Stockholm der eine oder andere Rücken noch schmerze.

«Die Spieler freuen sich dennoch auf das Spiel gegen YB, das war auf dem Rückflug schon zu spüren.»

Dem FCB bietet sich die Chance, die Berner auf neun Punkte zu distanzieren. Die Basler haben zwar ein Spiel mehr und auch wenn Rahmen diesem Fakt nicht allzu viel beimessen will, sagt er: «Was man hat, hat man.»

YB sei Favorit aufgrund der letzten Jahre, man wolle die Lücke zu ihnen aber verkleinern. Und man kann festhalten: Bislang ist der FCB auf gutem Weg dazu.

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