Super League
Ein unvollendetes Schlussfurioso und eine löchrige Defensive: Der FCB gibt gegen Lausanne Punkte ab

Der FC Basel spielt gegen Lausanne-Sport 2:2-Unentschieden und muss dadurch die Tabellenführung an den FC Zürich abgeben. Im zweiten Auswärtsspiel der Saison offenbar das Team von Patrick Rahmen Lücken in der Defensive

Simon Leser
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Arthur Cabral schiesst gegen Lausanne-Sport erneut zwei Treffer. Doch den Siegtreffer vergibt er kurz vor Schluss.

Arthur Cabral schiesst gegen Lausanne-Sport erneut zwei Treffer. Doch den Siegtreffer vergibt er kurz vor Schluss.

In den Schlussminuten zündet der FC Basel nochmals ein Feuerwerk. Endlich, ist man geneigt zu sagen, hat er das Tabellenschlusslicht aus Lausanne in dem Zustand, in dem er es schon von Anfang an haben wollte: stets in Gefahr, ein Gegentor zu kassieren. 2:2 steht es zu diesem Zeitpunkt. In einem Spiel, das rassig ist, das intensiv und kräftezehrend ist. Und in dem der FCB die allerbesten Chancen hat, einen späten Lucky Punch zu erzielen. Doch er gelingt ihm nicht. Weil Arthur Cabral in der 85. Minute für einmal eine Hundertprozentige versiebt. Nach einer Flanke von Raoul Petretta setzt er wenige Meter vor dem Tor zum Kopfball an – und setzt ihn daneben. Ob der verpassten Grosschance vergräbt Cabral sein Gesicht im Tornetz, Petretta fasst sich die Hände an den Kopf. Und das nicht zum letzten Mal.

Denn als bereits die Nachspielzeit läuft, kommt Cabral nach einem Freistoss erneut zum Kopfball, bringt den Ball aufs Tor – und sieht ihn von einem bärenstarken Mory Diaw im Lausanner Gehäuse abgewehrt. Es ist der vierte Hochkaräter in den letzten zehn Spielminuten und der zehnte Torschuss insgesamt. Und doch muss der FCB in dieser Saison zum ersten Mal Punkte abgeben. Weil ihm für einmal die Effizienz abgeht.

Dabei beginnt das Spiel so gar nicht mit einem Basler Sturmlauf. Sondern mit Gästen, die Mühe haben mit den quirligen und schnellen Lausanner Angreifern. Vor allem im Umschaltspiel fehlt dem zentralen Mittelfeld um Fabian Frei und Pajtim Kasami oftmals der Zugriff. Dass das Duo zuletzt nicht gemeinsam im Mittelfeld die Fäden zog, kann es nicht kaschieren. Doch dass der FCB in der 9. Minute in Rückstand gerät, liegt daran, dass Sebastiano Esposito sich im Mittelfeld den Ball abluchsen lässt und Eray Cömert nach der anschliessenden Flanke nicht nahe genug bei Hicham Mahou steht. Dieser bestraft es mit einem präzisen Kopfballtreffer zum 1:0.

Basler Probleme mit dem Lausanner Umschaltspiel

Der FCB braucht lange, um im Offensivspiel in Erscheinung zu treten. Zu ungenau sind die Zuspiele. Und wenn diese mal die Lausanner Abwehr aushebeln, fehlt die letzte Entschlossenheit, den Ball über die Linie zu spedieren. Sowohl Esposito als auch Valentin Stocker versuchen es lässig mit einem Lupfer, beide scheitern. Dass der FC Basel dennoch nicht mit einem Rückstand in die Pause muss, liegt daran, dass sich kurz vor Ende der ersten Halbzeit der Videoschiedsrichter meldet. Dieser sieht, was Schiedsrichter Fedayi San übersieht, nämlich wie Elton Monteiro Stocker auf den Fuss tritt. Arthur Cabral, zuvor kaum gesehen, verwertet zum schmeichelhaften 1:1.

Auch nach der Pause wiegt das Geschehen hin und her. Basel hat mehr Chancen, doch Lausanne trifft nach einem stehenden Ball die Latte. Aber Basel hat vor allem einen, den Lausanne nicht hat: Arthur Cabral. In der 59. Minute schleicht er sich von seinem Bewacher davon und köpft zum 2:1 ein. Erneut erzielt er alle Treffer des FCB, wie schon am vergangenen Donnerstag gegen Hammarby. Seine Torserie geht weiter. Und weiter.

Doch an diesem Sonntagnachmittag reicht sie nicht. Weil Zeki Amdouni zehn Minuten nach Cabrals Treffer davonzieht, Cömert stehen lässt und Lindner sehenswert bezwingt. Und die Schwächen des FCB in diesem Spiel schonungslos offenlegt. Zwischen der Abwehr und dem zentralen Mittelfeld klafft eine zu grosse Lücke. Eine, in der sich die wirbligen Lausanner Angreifer pudelwohl fühlen und die sie mit ihren Umschaltmomenten gekonnt ausnutzen.

Das 2:2 ist der erste kleine Dämpfer für den FC Basel in dieser Saison. «Wir haben defensive Tugenden vermissen lassen. Es muss jedem bewusst sein, dass wir dort ein paar Meter mehr machen müssen. Das haben wir in den letzten Spielen zu wenig gemacht», sagt Stocker. Doch, dass der FCB in den Schlussminuten dennoch ganz nahe am Sieg ist, wird ihn für Donnerstag optimistisch stimmen. Dann geht es gegen Hammarby IF um die eminent wichtige Qualifikation für die Gruppenphase der Conference League.

Lausanne – Basel 2:2 (1:1)

Stade de la Tuilière. – 5‘600 Zuschauer. – SR Fedayi San. - Tore: 9. Mahou 1:0 (Zohouri). 47. Cabral 1:1 (Foulpenalty). 59. Cabral 1:2 (López). 69. Amdouni 2:2.

Lausanne: Diaw; Husic, Monteiro, Sow (91. Nanizayamo); Zohouri, Trazié, Kukuruzovic, Suzuki; Puertas (91. Ouattara), Mahou (81. Bares); George (63. Amdouni).

Basel: Lindner; López (89. Lang), Pelmard, Cömert, Petretta; Frei (78. Palacios), Kasami; Millar (78. Xhaka), Esposito (89. Sene), Stocker (63. Males); Cabral.  

Bemerkungen: Lausanne ohne Geissmann, Jenz, Koyalipou und Turkes (alle verletzt). FCB ohne Djiga, Gebhardt, Padula, Quintillà und Zhegrova (alle verletzt). Ersatzbank Basel: Nikolic, Lang, Males, Tushi, Xhaka, Palacios und Sene. – Verwarnungen: 40. Petretta Foul). 50. Sow (Foul). 73. Mahou (Foul). 81. Suzuki (Foul). – 56. Kopfball Monteiro an den Pfosten.

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