Nicht weniger als acht Spieler sind mit WM- oder Olympiamedaillen hoch dekoriert. Das Publikum soll sich ebenso an überzeugenden Schweizer Leistungen erfreuen können.

315 Anmeldungen, nochmals fast 40 mehr als im Vorjahr. Dieser Andrang unterstreicht: Die Badminton Swiss Open sind begehrter denn je. Und die Jubiläums-Ausgabe lockt auch Neulinge nach Basel. Aus den Philippinen reisen erstmals 4 Spieler an. Treue Stammgäste sind die Indonesier oder Japaner. Sie stellen im Feld mit 34 Nationen die zahlreichste Delegation, bürgen aber ebenso für sportlich hochklassige Qualität.

Turnierdirektor Charles A. Keller fällt auf, dass die Besetzung recht ausgeglichen ist. Daraus zieht er einen erfreulichen Schluss: «Wir dürfen spannende Spiele erwarten.»

Axelsen: Seltenes Kunststück im Visier

Das Männer-Tableau führt mit K. Srikanth die Weltnummer 5 an. Der Inder möchte sich zum Jubiläum mit dem Turnier aussöhnen. Denn 2013 scheiterte er in der 1. Runde, und bei der vergangenen Durchführung blieb er als Mitfavorit überraschend an der gleichen Hürde hängen.

Gefordert wird Srikanth von Viktor Axelsen (Dänemark) und Tommy Sugiarto (Indonesien). Beide reisen sie als WM-Dritte ans Rheinknie, der erst 21-jährige Axelsen darüber hinaus als Vorjahressieger. Bei seinem 5. Start in Basel möchte der Nordländer dort anknüpfen, wo er 2014 aufgehört hat. Aufgrund der hohen Leistungsdichte ist es allerdings bisher erst Dan Lin gelungen, 2004 seinen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Wang: Mit hoher Erfolgsquote

Bei der Frauen-Konkurrenz stehen bemerkenswerte fast 50 Prozent der Top 30 am Start. Mit Yihan Wang macht ebenfalls die letztjährige Gewinnerin ihre Aufwartung. Die Chinesin ist auch darum eine willkommene Gratulantin zum 25-jährigen Bestehen des Anlasses, weil sie über ein reiches Palmarès verfügt.

Sie stand 2012 an den Sommerspielen im Endspiel des Einzels, gewann schliesslich Olympiasilber und führte bis vor gut zwei Jahren während insgesamt 115 Wochen die Weltrangliste an. Zudem steht die 27-Jährige vor ihrem 300. Jubiläums-Sieg auf der Tour, dies bei total 368 Partien.

Cai: Neuer Anlauf des Olympiasiegers

Bei den Doppel-Paarungen treten gemäss Keller viele in neuer Konstellation an. «Häufig wird mit Blick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro an der Seite eines Routiniers ein Junger aufgebaut», führt der Turnierdirektor aus.

Für diese Beobachtung steht das Beispiel Yun Cai und Kai Lu, die an Nummer 3 gesetzt sind. Lu ist 23-jährig, er soll sich gemeinsam mit seinem 12 Jahre älteren Partner weiterentwickeln. Cai nahm schon dreimal bei Olympia teil, holte 2008 in seiner Heimat Silber und kürte sich vier Jahre später in London zum Olympiasieger.

Jaquet: Aller guten Dinge sind drei

Aus Schweizer Sicht ruhen die grössten Hoffnungen auf Sabrina Jaquet (Weltnummer 50). Die 27-jährige Olympiateilnehmerin von 2012 kann zum 3. Mal in Folge im Haupttableau antreten. Bei ihren bisherigen beiden Auftritten im Basler Rampenlicht bewies sie starken Kampfgeist und musste sich jeweils erst nach 3 Sätzen ihrer Gegnerin beugen. Im dritten Anlauf hofft die Romande, endlich einmal über die Startrunde hinauszukommen.

Schon kürzlich hiess es für Jaquet «Aller guten Dinge sind drei». An der Schweizer Meisterschaft räumte sie in allen drei Kategorien (Einzel/Doppel/Mixed) ab. Sie erreichte das Triple ohne einzigen Satzverlust und musste dafür innert 5 Tagen 13 Matches bestreiten. Und was sie für Basel zuversichtlich stimmen dürfte: Sie nutzte bereits beim nationalen Championat in La Chaux-de-Fonds den Heimvorteil perfekt aus.

Schaller: Die ersehnte Rückkehr

Anthonay Dumartheray war an der SM Jaquets Mixed-Partner, gemeinsam erspielten sich die beiden den 10. Jubiläumstitel. An den Swiss Open nehmen Dumartheray (Yverdon) als Weltnummer 213 wie auch Mathias Bonny (La Chaux-de-Fonds) und Christian Kirchmayr (Basel) im Hauptfeld Mass an der Weltklasse.

Als Qualifikantin ist Nicole Schaller (Freiburg) eingeschrieben. Die 21-jährige wird ihr Turnier-Comeback geben. Denn Schaller sagt: «Basel ist mein Lieblings-Event, darum will ich dieses auf keinen Fall erneut verpassen». Sie hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Anfang 2014 musste sie sich einem Eingriff unterziehen lassen und dann 7 Monate aussetzen. Ab August konnte sie gerade einmal bis November und einem Einsatz in Marokko spielen, ehe wegen einer Verkalkung im rechten Oberschenkel eine erneute Operation notwendig wurde. Das einst hoch gehandelte Talent gehörte im Herbst 2013 weltweit zu den Top 50, ist nun aber auf Rang 152 abgerutscht. 

Tickets für das Turnier sind beim Ticketcorner erhältlich.