Badminton

Swiss Open-Präsident: «Ich wette auch auf Schweizer Spieler»

OK-Präsident Christian Wackernagel verbringt täglich 15 Stunden in der St. Jakobshalle.  afr

OK-Präsident Christian Wackernagel verbringt täglich 15 Stunden in der St. Jakobshalle. afr

OK-Präsident Christian Wackernagel ist seit 20 Jahren für das Swiss Open verantwortlich. Er will den Randsport der Schweizer Bevölkerung vorstellen und sorgt sich um den Badminton-Nachwuchs.

Es dauert nicht lange, bis man in der St. Jakobshalle Christian Wackernagel über den Weg läuft. Der OK-Präsident der Swiss Open verbringt täglich 15 Stunden auf der Anlage. Und doch sagt er: «Jetzt ist Zeit, um loszulassen. Der Stress der monatelangen Vorbereitung rückt in den Hintergrund.» Der Badminton-Idealist zeichnet seit der Geburtsstunde, seit nunmehr 20 Jahren, für das Swiss Open verantwortlich.

Wackernagel ist es ein Anliegen, diesen Randsport einmal im Jahr der Schweizer Bevölkerung näherzubringen. «Badminton ist ein attraktiver, dynamischer Sport», sagt der ehemalige NLB-Spieler, der heute Geschäftsführer der Badminton-Halle Oberwil ist.

Zusammenarbeit mit Sporttip

Zur Ruhe kommt der 48-Jährige während der sechs Turniertage trotz guter Vorsätze nicht. Das jährliche Schaufenster gilt es zu nutzen, um Kontakte für das nächste Jahr zu knüpfen. Das Turnier lebt von Neuerungen. In diesem Jahr können die Zuschauer erstmals Wetten auf einzelne Matches abschliessen. Wer gewinnt? Und mit welchem Satzverhältnis? Wackernagel ist begeistert von der Zusammenarbeit mit Sporttip. Gestern feierte das Wettangebot seine Premiere. «Ich bin gespannt, wie das bei den Leuten ankommt», sagt Wackernagel. Er erhofft sich zusätzliche Spannung und eine emotionale Bindung der Zuschauer.

Wird auch der OK-Präsident den einen oder anderen Franken einsetzen? «Ich werde wetten – auch auf Schweizer Spieler», sagt Wackernagel, um dann nach kurzer Bedenkzeit anzufügen: «Ich muss noch abklären, ob ich als OK-Präsident überhaupt wetten darf.» Am ehesten würde er sein Geld auf die Schweizer Topspieler Jeanine Cicognini und Christian Bösiger setzen. Oder auf ihre Gegner. Dann stehe er auf jeden Fall als Gewinner da. «Wenn Cicognini gewinnt, bin ich sowieso glücklich. Wenn ihre japanische Gegnerin siegt, habe ich wenigstens ein paar Franken dazugewonnen.»

Warten auf die Lichtgestalt

Mehr Sorge bereitet dem Allschwiler der Schweizer Nachwuchs. «Es ist für unser Turnier ein riesen Handicap, dass es im Badminton keinen wie Roger Federer gibt. So einer wäre wertvoller als jeder Sponsor», sagt Wackernagel. Seit 20 Jahren hofft er, dass eine einheimische Lichtgestalt das Turnier aufwertet. Das Turnier soll deshalb auch eine Motivation für junge Spieler sein. Nach dem Motto: Auf diesem Platz will ich auch einmal stehen. Wackernagel denkt dabei an den jungen Federer, der als Balljunge bei den Swiss Indoors seine Motivationsspritze bekam.

Vielleicht hätte man sich mit einem solchen Zugpferd gegen die Rückstufung von der höchsten (Super Series) auf die zweithöchste Stufe (Golden GP Series) gewehrt. «Aber der Verband wollte unbedingt ein Turnier in Indien. Gegen einen solchen Milliarden-Markt haben wir in Basel keine Chance», weiss Wackernagel. Mit 125000 Dollar Preisgeld liegt das Swiss Open weltweit an 16. Stelle. «Wir wollten nicht um jeden Preis in der Super Series bleiben», sagt Wackernagel.

SF unterstützt Swiss Open

Zufrieden ist er mit der Fernsehpräsenz. Das Schweizer Fernsehen unterstützt das Swiss Open seit je. Am Sonntag werden fast zwei Stunden gesendet. «Zuerst kommt Ski alpin aus der Lenzerheide, dann Badminton, danach Langlauf aus Falun. Das ist ein super Sendeplatz», freut sich Wackernagel.

Auch das Schweizer Sportfernsehen sendet am Wochenende vier Stunden aus der St.Jakobshalle. Dazu kommen 10 bis 20 internationale Sender. Vor allem aus dem asiatischen Raum. «Millionen werden das Swiss Open sehen», sagt Wackernagel.

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