Pferdesport
Talent allein genügt im Reitsport nicht

Der Ire Denis Lynch trainiert Flaminia Straumann, die Tochter des Unternehmers und Mäzens des CSI Basel. Dabei betont er, dass die Zusammenarbeit langfristig geplant ist und Flaminia alles zu einer grossen Karriere mitbringt.

Daniel Weissenbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Straumann konzentriert sich vor heimischer Kulisse voll auf den Sport.

Straumann konzentriert sich vor heimischer Kulisse voll auf den Sport.

Stuppia

Das Medieninteresse ist nicht vergleichbar wie bei einer Athina Onassis oder Martina Hingis. Die beiden verliehen den Reitanlässen am Rande der Veranstaltung den nötigen Glamour. Neben Olympiasieger Steve Guerdat zieht am diesjährigen CSI die Familie Straumann die neugierigen Blicke der Presse und der Öffentlichkeit auf sich. Vater Thomas, Mäzen der Veranstaltung und Wirtschaftsgrösse und Flaminia, eines der hoffnungsvollen Schweizer Reittalente.

Volle Konzentration auf den Sport

Damit die 20-Jährige ihre Konzentration voll auf den sportlichen Teil richten kann, gibt sie in den Tagen von Basel offiziell keine Auskünfte. Auf die Resultate zahlte sich die mediale Zurückhaltung bisher nicht aus. Straumann beklagte im Parcours einige Abwürfe und war mit dem eigenen Abschneiden kaum glücklich. Ihr Trainer Denis Lynch hat für die defensive Öffentlichkeitsarbeit Verständnis. Der Ire kennt das Rampenlicht als Spitzenreiter aus eigener Erfahrung. «Flaminia soll sich voll auf den sportlichen Teil fokussieren können», so der Ire, der die Tochter von Thomas Straumann seit über sechs Jahren im deutschen Münsterland betreut. Lynch ist von der Arbeit mit seiner Nachwuchsreiterin angetan. «Sie ist unheimlich diszipliniert und verfolgt ihre Ziele beharrlich.»

Melliger weiss, was es braucht

In einem ihrer seltenen Interviews hat Flaminia Straumann ihre sportlichen Ziele einst selbstbewusst formuliert. Sie will an Weltmeisterschaften und an die Olympischen Spiele. Und vermutlich nicht nur das. Wie weit dieser Weg sein kann, weiss Willi Melliger nur zu gut. Der Silbermedaillengewinner von Atlanta 1996 betreut das Nationalkader der Jungen Reiter. «Es muss sehr viel zusammenpassen, damit der Sprung in die Elite gelingt. Talent, ein gutes Management und die finanziellen Rahmenbedingungen.»

Langfristige Kooperation mit Lynch

Dem pflichtet Denis Lynch bei. Im Falle von Flaminia Straumann werden diese Punkte seiner Meinung nach allesamt erfüllt. «Es ist vielmehr eine Frage des Tempos. Unsere Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Da kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger nicht an.» Lynch verweist darauf, dass sich die Top-Reiter nicht selten im reiferen Alter befinden. «Sie hat also noch Zeit.»