Eishockey
Tapferer Kampf: Der EHC Basel verliert gegen Bern mit erhobenem Haupt

Im Cupspiel bleiben die Basler gegen den SC Bern chancenlos. Bei der 0:4-Niederlage zeigen sie aber eine kämpferisch starke Leistung. Am Ehrentreffer schrammen sie nur äusserst knapp vorbei.

Simon Leser
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Der EHC Basel verkauft gegen den übermächtigen Gegner aus Bern seine Haut teuer.

Der EHC Basel verkauft gegen den übermächtigen Gegner aus Bern seine Haut teuer.

Freshfocus

Es ist ein ungewohnter Anblick, der sich vor den Toren der St. Jakob-Arena ergibt. Einer, der an frühere Zeiten erinnert. Zeiten, in denen der EHC Basel noch im Konzert der Grossen mitspielte. An diesem Montagabend werden die Basler 12 Jahre nach dem Abstieg aus der NLA wieder einmal daran erinnert, was ein grosses Spiel heraufruft: Fernsehwägen, die sich vor der Arena aufreihen. Gästefans, die in Fanmontur aufkreuzen. Und ein gegnerischer Car, der sich majestätisch auf die Wiese stellt.

Zwei Stunden vor Spielbeginn hüpft auf dem Weg, auf dem sonst die FCB-Spieler ins Training radeln, ein Fussball. Es ist im Ungewohnten fast ein bisschen Gewohnheit. Um den Ball herum formieren sich die Spieler des SC Bern, die ihr Aufwärmtraining bestreiten. Sie bringen den EHC Basel zurück ins nationale Rampenlicht. Zumindest für einen Abend.

Knapp 2500 Zuschauer lassen sich das Cupspiel nicht entgehen. Basler Fans ergreifen die Chance, mal wieder eine Spitzenmannschaft in der Arena zu sehen. «Alte Liebe rostet nie», ruft einer, als er mit seinem Velo in Richtung Eingang fährt. Die Vorfreude ist spürbar. Und wird spätestens dann hörbar, als die Spieler das erste Mal das Eis betreten, begleitet von Nickelbacks «Burn it to the Ground». Brenne es nieder. Es ist die erste, subtile Basler Kampfansage an die Berner.

Aufopferungsvolle Darbietung trotz Horrorstart

Die Motivation der EHC-Spieler zeigt sich als beide Mannschaften auf dem Eis stehen. Während die Berner schon bereit sind, klatschen sie sich noch einzeln ab, muntern sich auf. Es reicht für ein bisschen mehr als 100 Sekunden. Dann lässt der Favorit aus Bern erstmals seine Muskeln spielen. Gregory Sciaroni schaltet vor dem Basler Tor am schnellsten und verwertet einen Abpraller. Es ist der schlimmstmögliche Start für den Underdog.

Die Reaktion darauf ist beeindruckend. Die Einstellung ist nicht geschwächt, sie scheint vielmehr angestachelt. Das Heimteam schmeisst sich in jeden Schuss, führt die Checks aus, verteidigt leidenschaftlich. Natürlich ist der SCB dominant und zeigt im Angriffsspiel eine Geschwindigkeit und Präzision, die der EHC nicht hat. Eine 5-gegen-5-Situation erinnert phasenweise an ein Powerplay. Dass aber 30 Minuten lang kein Tor mehr fällt, verdienen sich die Basler mit einem starken Tim Guggisberg im Tor und einer aufopferungsvollen Defensivleistung. Offensiv fehlt den Baslern lange Zeit dafür die Kraft, die wenigen Kontermöglichkeiten präzis auszuspielen.

Nebst dem aufopferungsvollen Kampf hat der EHC auch das Glück auf seiner Seite. In der 23. Minute verhindert etwa der Pfosten das zweite Gegentor. Drei Minuten später hat die Heimmannschaft die beste Chance, den Ausgleich zu erzielen. Jan Zwissler bringt einen Schuss aus leicht seitlicher Position aber nicht im Tor unter. In der 32. Minute klingelt es dafür auf der anderen Seite. Bei einem schnellen Gegenstoss wird ein Pass Dustin Jeffreys von Lars Kellenberger derart unglücklich abgelenkt, dass der Puck ins Basler Tor trudelt.

Kurz vor der zweiten Drittelspause lässt die Disziplin beim Underdog nach. Wegen zwei aufeinanderfolgenden Strafen müssen die Basler während vier Minuten in Unterzahl spielen. Und wenn es schon im Vollbesitz des Personals eine Abwehrschlacht ist, dann ist es mit einem Mann weniger fast eine Herkulesaufgabe. Die erste Strafe übersteht der EHC noch schadlos, doch zu Beginn der zweiten ist auch Guggisberg machtlos.

Basel verpasst den Ehrentreffer nur knapp

Der Basler Wille, mindestens einen Ehrentreffer zu erzielen, geht nie verloren. Und im Schlussdrittel sind sie ganz nah dran. Zweimal muss SCB-Torhüter Philip Wüthrich in extremis retten. Doch das Toreschiessen will nur auf der anderen Seite klappen. Nach einem Basler Fehler sorgt Gregory Sciaroni für den Schlusspunkt. Mit dem 0:4 kann der EHC Basel das Eis mit erhobenem Haupt verlassen. Weil kein eigenes Tor gelingt, wird er jedoch für die gezeigte Leistung nur schlecht belohnt.

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