Wie es der Name Testspiel sagt, sind solche Vergleiche dazu da, um zu testen. Der Trai­ner kann die neuen, oder mögliche Verpflichtungen, testen. Die Mannschaft kann Spielsys­teme und Laufwege testen, damit die Automatismen klappen, wenn es ernst gilt.

Aus dieser Perspektive muss man die Partie der «Wings» gegen einen Verein aus der viert­höchsten deutschen Spielklasse betrachten. Auf der einen Seite der Schweizer Vertreter, der seit ei­ner Woche die Übungseinheiten aufgenommen hat und erst zwei Ball-Trainings hinter sich hatte. Auf der anderen Seite eine «deutsche» Mannschaft, welche in Tat und Wahrheit aus neun ausländischen Spielern besteht.

Ein Mann, der junge Backup-Aufbauer, ist immerhin Deutscher. Weil in der Regionalliga, im Gegensatz zur 2. Bundesliga ProB, die Anzahl ausländischer Spieler unlimitiert ist, tummeln sich in der Provinz meist Profispieler aus Oststaaten und dem Balkan. Im Falle von Schwenningen sind dies primär Bulgaren und Slowenen, welche aber allesamt in der Schweiz durchaus gutes Nationalliga-A-Niveau hätten. Es sei aber auch erwähnt, dass die beiden besten Skorer, zwei Amerikaner, gegen die Starwings fehlten!

US-Duo überzeugte nicht

Gespannt war man auf das neue US-Duo bei den Starwings. Während Spielmacher Chris Jones sein Potenzial gegen Matchende andeutete, fällt dies bei Octavius Brown schon schwerer. Der 206 Zentimeter grosse Schlaks, der im Vergleich zu seinen Rivalen wie «ein Strich in der Land­schaft» aussieht, hatte eine bedenkliche Freiwurfquote (drei von zehn) und bewies, dass er weiterhin ein US-College-Boy ist und Europa ihm noch sehr fremd vorkommen muss. Unter den Brettern ist Brown jedenfalls «Luft».

Der Auftakt misslang den Gastgebern – nach wenigen Minuten stand es 0:14. Solange die Gäste eine Zonenverteidigung spielten (und das taten sie zu 70 Prozent der Spielzeit), war das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat heillos überfordert. Kein Spielfluss, keine Bewegung im Spiel – und verbunden mit einer miserablen Wurfbilanz (drei von 18 Dreiern, was gera­de mal 16 Prozent ergibt), führte dies zu einem klaren Pausenrückstand. Zeitweise lagen die Deutschen, ein Viertligist notabene, mit 25 Punkten in Führung. Erst in der Endphase, als Mann gegen Mann gespielt wurde, sahen die Starwings besser aus.

 Sieg auf der Rückreise

«Wir werden uns steigern», so das Fazit von Cheftrainer Roland Pavloski. Ernst gilt es erst in einem Monat. Dass Schwenningen bereits an diesem Wochenende in die Meisterschaft – mit der klaren Mission, endlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen – steigt, sei auch noch erwähnt. Und dass die Equipe von Dauertrainer Alan Velcic direkt aus einem einwöchigen Trainingslager in Como kam und auf der Rückreise schnell einen Halt in Birs­felden einschaltete, beweist, dass die Möglichkeiten der Wiha Panthers um ein Vielfaches grösser sind.

Trainingslager sind für die Starwings, aufgrund fehlender Mittel, ein Fremd­wort. Und in den Herbstferien gilt es, offene Turnhallen zu finden… auch das ist die Reali­tät im Schweizer Basket. So, wie die nationalen Spieler (mit Ausnahme von Captain Joël Fuchs und Zuzug Alexis Herrmann) gegen einen Regionallisten überfordert waren...