Volleyball

Therwil feiert ein Volleyballfest – trotz deutlicher Niederlage

Der VB Therwil scheitert im Cup-Viertelfinal mit 0:3 Sätzen am NLA-Vertreter Franches Montagnes. Trotzdem wurden die Spielerinnen von Therwil nach dem Spiel von den insgesamt 450 Zuschauern für ihren aufopfernden Kampfgeist gefeiert.

Es war in vielerlei Hinsicht kein Spiel wie jedes andere für das NLB-Frauenteam von VB Therwil. Gestern Nachmittag traf die Mannschaft von Trainerin Jana Surikova im Cup-Viertelfinale auf den NLA-Klub von Hôtel Cristal Franches Montagnes.

Da war einmal der Magen-Darm-Virus bei den Therwilerinnen, welcher einige Spielerinnen in der vergangenen Woche flachgelegt hatte. Dann standen auf der anderen Seite des Netzes Frauen aus den USA, Polen und Brasilien mit den Volleyball-Gardemassen von 187 bis 192 Zentimeter Körpergrösse. Und entgegen einer normalen Meisterschaftspartie fanden nicht nur etwa 50, sondern 450 Zuschauer den Weg in die 99er-Sporthalle in Therwil.

Guter Start nach grosser Vorfreude

Doch all diese «erschwerenden» Umstände änderten nichts an der Tatsache «dass sich die Spielerinnen riesig auf den Vergleich mit einem Topteam freuen und alles geben werden, um nicht unter zu gehen», wie es Headcoach Jana Surikova vor dem Cupvergleich voller Vorfreude formulierte.

Die Leimentalerinnen starteten gut und lagen schnell mit 3:1 in Führung. Doch bald setzte sich in der Folge die Routine und die Schlagkraft von Franches-Montagnes-Topskorerin Rachel Krabacher und ihren amerikanischen Landsfrauen Kelli Fiegen und Kelsey Petersen durch. Fast problemlos holten sich danach die klar favorisierten Gäste den erwarteten Satzvorsprung.

Therwil führte auch im 2. Satz

Doch das Heimteam liess sich nicht beirren und holte sich im zweiten Durchgang einen Vorsprung, der teilweise bis zu sieben Punkte betrug. Verantwortlich dafür waren in dieser Phase vor allem die beiden Therwil-Angreiferinnen Tanja Lüdin und Rebekka Buser.

Von Passeuse Michela Vacilotto gut lanciert, punkteten die beiden regelmässig.

Eine stark verbesserte Blockarbeit brachte dem vom lautstarken Publikum mächtig angefeuerten Heimteam sogar zwei Satzbälle ein. Aber ausgerechnet in diesem Moment zitterten bei den jungen und unerfahrenen Therwilerinnen die Hände und Franches Montagnes verwertete seinerseits seinen zweiten Satzball zum 26:28.

Diese verpassten Möglichkeiten schienen die Gastgeberinnen etwas zu lähmen. Ohne grosse Gegenwehr lagen sie im dritten Satz mit 6:11 in Rücklage. Ein Timeout und ein paar aufmunternde Worte der Trainerin brachten nochmals Schwung in die Therwiler Reihen (11:13).

Danach passte dann bei den jetzt sichtlich geschwächten Gastgeberinnen nicht mehr viel zusammen und das Team von Trainer Romeu Bertramelli zog sein Ding durch. Petersen brachte in der Folge gleich den ersten Matchball im gegnerischen Feld unter.

Ein Spiel für die Erinnerung

Trotz dieser erwarteten Niederlage wurden die Spielerinnen von den Zuschauern nach Spielschluss noch minutenlang gefeiert. Auch die am heutigen Tag beim Heimteam als Topskorerin glänzende 23-jährige Lüdin strahlte übers ganze Gesicht: «Wir wollten einfach frei aufspielen. Wir wussten natürlich ganz genau, dass unsere Chancen, gegen diese Profimannschaft zu bestehen, sehr gering sind. Trotzdem ist uns phasenweise ein gutes Spiel gelungen», sagte sie.

«Nach meinen beiden frühen Punkten konnte ich ohne viele Gedanken und mit grosser Energie weiterspielen. Ich werde diesen Tag so schnell nicht vergessen.» Und so wie der Aussenangreiferin dürfte es auch all ihren Teamkolleginnen und den zahlreich erschienenen Fans ergehen.

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