Fussball
Therwil gegen Laufen: Showdown der Schlusslichter

Der FC Therwil und der FC Laufen stehen am Tabellenende und treffen am Sonntag aufeinander. Es ist ein wegweisendes Spiel.

Jeremy Weill
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Derbystimmng: Therwil mit Spielertrainer Dominik Müller (rechts).

Derbystimmng: Therwil mit Spielertrainer Dominik Müller (rechts).

AESCHBACH/ARCHIV

Etwas Hoffnung kam auf, als Therwil in einem Nachtragsspiel Anfangs März einen Punkt aus Bassecourt entführte. Dies war das erste Pflichtspiel unter dem neuen Trainerduo Gilberto Gaspar/Dominik Müller. «Wir bekamen zwei dumme Treffer und hätten gewinnen können», erzählt Müller von der Partie. Oft war es bei Therwil knapp in dieser Saison: Alleine die ersten drei Meisterschaftsspiele im Sommer verlor das Team aus dem 99er-Dorf jeweils mit einem Tor Abstand äusserst unglücklich. Dann immerhin vier Punkte aus den letzten zwei Partien der Hinrunde und der Punkt in Bassecourt.

Doch spätestens jetzt sind die Gelbschwarzen wieder auf dem Boden der Realität gelandet: 0:5 gegen Moutier, 2:5 gegen Allschwil, dazu die bittere 4:6-Niederlage gegen den heutigen Gegner Laufen im Cup.

Wieso dann diese oftmals unglücklichen Niederlagen der Therwiler? Müller stellt fest, dass seine Spieler in jedem Spiel unbedingt gewinnen wollen, allerdings sei das Team zu verkrampft. «Wir müssen ein wenig lockerer werden, Druck ist in dem Sinne keiner da.» Der FCT hat finanziell kaum Möglichkeiten, würde solche aber aufgrund der Vereinsphilosophie auch nicht für Spielerlöhne verwenden. Deshalb hat Therwil ein konstantes Kader, von dem viele Spieler bereits seit der Juniorenzeit beim Club engagiert sind. Bei einem allfälligen Abstieg nimmt Müller an, dass die Mehrzahl der Akteure bleiben werden. «Die Stimmung ist gut und gegen Laufen ist alles möglich.» Diese Woche gab es noch einen Wechsel bei den Therwilern. Torhüter Christoph Hess, der nach einigen Patzern in der Vorrunde zur Nummer zwei degradiert wurde, wechselt per sofort zum FC Birsfelden.

FC Laufen: Fehlende Konstanz

«Es war ein spezielles, kampfbetontes Spiel auf nicht allzu hohem Niveau», erzählt Laufen-Sportchef Patrik Bader von der Cup-Partie vor gut einer Woche gegen Therwil, «und auch dieses Mal wird es ein harter Fight.» Wenigstens konnten die Weissschwarzen das Cup-Spiel gewinnen, denn in der Meisterschaft resultierten in diesem Jahr bisher zwei Niederlagen. «Unsere Vorbereitung war nicht optimal», erklärt Bader die Situation. Sowieso war diese Winterpause bei den Laufner ziemlich unüblich verlaufen. Sage und Schreibe zehn Spieler verliessen den Verein aus unterschiedlichsten Gründen. «Alle Abgänge kamen relativ überraschend», stellt Bader fest. Doch nun habe man reagiert und die Abgänge kompensiert.

Laufen hat im Hinblick auf diese Transfers auch «ein wenig Geld in die Hand genommen, um die Qualität der Mannschaft zu wahren.» Profitiert hat der FCL von den guten Kontakten seines Trainers Blerim Ahmeti im Jura, wo er bis im vergangenen Sommer bei Bassecourt engagiert war. Namhaftester Zuzug ist Ex-Ligue-1-Spieler Badara Sène von Delémont. Langfristiges Ziel von Bader ist es jedoch, ein Team mit drei bis vier Routiniers und vor allem wieder mit eigenen, jungen Spielern aus der Region aufzubauen. «So haben wir Anfang Saison begonnen, mussten dieses Konzept jetzt aufgrund der Abgänge unterbrechen.» In welcher Liga eine solche Equipe auftreten wird, ist egal. Vorerst gilt bei Laufen volle Konzentration auf den Abstiegskampf, angefangen heute in Therwil. Und auch Bader weiss was auf dem Spiel steht: «Wenn wir verlieren, können wir für die 2. Liga planen.»