Der englische Fussball schwimmt im Geld. So sehr sogar, dass Teams, die aus der Premier League in die Championship absteigen, einen finanziellen Fallschirm bekommen, der ihnen durch die erste Saison hindurch helfen soll. So ging es auch Norwich City, dem Team, bei dem der Schweizer Nationalspieler Timm Klose spielt. Im letzten Sommer abgestiegen, sind sie jetzt weit weg von einem Wiederaufstieg. Um auch nächste Saison flüssig zu sein, werden sich einige Spieler einen neuen Verein suchen müssen. Dazu gehört, so ist es aus England zu vernehmen, auch Klose. Der Basler wäre somit frei für einen Wechsel. Seit Jahren betont er, dass er zum FCB zurückkehren möchte. Es wäre der perfekte Zeitpunkt. Denn: Klose und der designierte neue FCB-Präsident Bernhard Burgener kennen sich. Die beiden sitzen gemeinsam in einem Verwaltungsrat. Gerüchten zufolge soll es auch schon Gespräche gegeben haben. Jetzt äusserst sich Klose erstmals selber.

Timm Klose, Sie mussten das Spiel Ihres Vereins Norwich am letzten Wochenende von der Tribüne aus mit ansehen. Sie sollen sich mit dem Trainer überworfen haben.

Timm Klose: Überworfen ist nicht der richtige Begriff. Es war ein Entscheid des Trainers, den ich respektiere. Er ist für die Aufstellung zuständig, auch wenn dies jetzt gar keine Rolle mehr spielt.

Weil Alex Neil mittlerweile entlassen wurde. Was ändert das für Sie?

Das kommt natürlich auf den neuen Trainer an. Aber es ist auch so, dass wir mit dem Verein beschlossen haben, dass wir bald über meine Zukunft diskutieren werden.

Timm Klose steht bei Norwich vor dem Absprung.

Timm Klose steht bei Norwich vor dem Absprung.

Müssen Sie sich einen neuen Verein suchen?

Ob ich bleibe oder nicht, ist noch nicht entschieden. Sobald es konkret wird, kann ich etwas dazu sagen. Doch im Moment spiele ich für Norwich City, und das hat für mich Priorität.

Glaubt man englischen Medien, würde Norwich für Sie 12 Millionen verlangen. Kein schlechter Betrag.

Solche Transfersummen, die in den Medien kolportiert werden, kann und möchte ich nicht kommentieren. Sie kommen wohl daher, dass der Verein letzte Saison ein Angebot über 12 Millionen für mich abgelehnt hat, als ich noch Premier-League-Spieler war.

Wie schätzen Sie Ihre Situation ein?

Ich bin fit und setze alles daran, dass ich wieder zu meinen Einsatzminuten komme. Bis jetzt habe ich 30 Spiele in dieser Saison gemacht. Wenn man bedenkt, dass in der Bundesliga 34 Spiele eine ganze Saison sind, ist das eine gute Bilanz. Aber auch wenn ich nicht spielen sollte, bin ich Profi genug, um mich fit zu halten. Ich habe in der letzten Woche ab und zu für mich alleine trainiert, das tat mir sicher auch gut. Und wie es darüber hinaus weitergeht, werden wir sehen.

Eine naheliegende Option wäre die Rückkehr zum FC Basel.

Das Thema mit dem FCB wird immer wieder an mich herangetragen. Und es ist bei den wenigen Baslern in der Mannschaft auch verständlich, dass die Leute wieder nach mehr Baslern im Team schreien.

Lässt dieses Verständnis darauf schliessen, dass die Rückkehr zum FCB Priorität bei Ihnen geniesst?

Nicht zwangsläufig. Natürlich schlägt mein Herz für den FCB, das ist ein offenes Geheimnis, doch ich muss meine Situation überdenken und alle Optionen in Betracht ziehen. Grundsätzlich würde ich gerne noch einmal in der Premier League spielen, weil meine Zeit dort einfach zu kurz war.

Haben Sie Angst, dass man Ihnen vorwirft, es im Ausland nicht geschafft zu haben, wenn Sie jetzt schon zurückkommen?

Das nicht. Ich habe mich immer überall durchgesetzt und mich nach Rückschlägen immer zurückkämpfen können. Ausserdem habe ich in Deutschland mit den Siegen im DFB-Pokal und dem Super-Cup einiges erreicht.

Seit kurzem ist klar, das Bernhard Burgener den FCB übernehmen könnte. Sie kennen ihn, sitzen mit ihm im Verwaltungsrat des Club de Bâle. Hat er schon angeklopft?

Ich stehe weder in Verhandlungen mit dem FCB, noch habe ich ein Angebot vom Verein. Dass ich Bernhard Burgener kenne, das stimmt.

Glauben Sie denn, dass die Lösung Burgener-Streller die richtige wäre?

Ich glaube, dass diese Lösung für den FCB sehr interessant sein kann. Mit einem Investor aus der Stadt und mit dem Trio Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni, die allesamt sehr mit dem Schweizer Fussball und Basel im Speziellen verbunden sind, ist dies eine spannende Ausgangslage. Das Trio bringt das fachliche Know-how mit, das es braucht, und mit Herrn Burgener wäre ein Unternehmer da, der das betriebswirtschaftliche Wissen, die Ruhe und Ausstrahlung mit bringt. Da kann etwas zusammenwachsen.

Sie können gar nicht Nein sagen, wenn das Angebot da ist.

Auf jeden Fall würde ich mir das Angebot anschauen. Aber es geht nicht nur darum, mehr Basler im Team zu haben. Man muss immer die Situation als Ganzes betrachten: Der FCB hat im Moment sehr gute Innenverteidiger.

Also kommen Sie nur, wenn Sie gesetzt sind?

Für jeden Fussballer wäre es falsch, wenn er sagen würde «ich komme, um auf der Bank zu sitzen». Ich kann es mir absolut vorstellen, wieder für den Verein zu spielen. Doch man weiss nie, wann der richtige Zeitpunkt ist.