Tischtennis
Titelverteidiger Nicola Mohler scheitert früh – dafür jubelt Thilo Vorherr

Der Bubendorfer Thilo Vorherr gewinnt an der Schweizer Meisterschaft Gold im Doppel. Im Einzel scheiterte der Oberwiler Nicola Mohler hingegen bereits im Viertelfinal.

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Der Oberwiler Nicola Mohler kann seinen Ansprüche nicht gerecht werden.

Der Oberwiler Nicola Mohler kann seinen Ansprüche nicht gerecht werden.

René Zwald

«Ich habe am nationalen Turnier in Möhlin zum ersten Mal mit Christian Hotz Doppel gespielt und wir haben gleich das Final erreicht. Danach haben wir in der NLA sechsmal hintereinander verloren und dachten schon, wir passen wohl doch nicht so zusammen», sagte ein glücklicher Thilo Vorherr.

Der Titelgewinn des 18-jährigen Bubendorfers ist eine grosse Überraschung, war er doch zusammen mit Hotz nur an Position sechs gesetzt. Zudem spielen die Finalgegner Denis Joset und Marc Altermatt schon jahrelang beim TTC Wil zusammen. Doch Vorherr harmonierte ausserordentlich gut mit seinem Teamkollegen.

Seine Qualitäten als Doppelspieler hatte Thilo Vorherr bereits vor zwei Jahren in der gleichen Halle an der Nachwuchsmeisterschaft unter Beweis gestellt: Der Sportklassenschüler gewann damals zusammen mit Karim Ayadi Gold im U18-Knabendoppel. Thilo Vorherr trainiert sechs bis sieben Mal pro Woche und möchte in Zukunft den Sprung ins Elite-Nationalteam schaffen.
Nicht ins Spiel gekommen
Joset und Altermatt aus Basel waren hingegen mit ihren Leistungen nicht zufrieden: «Spielerisch waren wir nicht gut.» Die Schweizermeister von 2010 verloren das knappe Finalspiel mit 3:1. Im Einzel gewann der an Nummer drei gesetzte Joset eine Bronzemedaille. Sein Halbfinalgegner, der oft als bester Schweizer aller Zeiten bezeichnete Thierry Miller, liess den 33-Jährigen nicht ins Spiel kommen.

«Er war einfach besser», sagte Joset nach der klaren Niederlage. Seine grosse Enttäuschung vermochte auch Nicola Mohler nicht zu verbergen. Der Schweizermeister der letzten vier Jahre scheiterte bereits im Viertelfinal. Samy Zmirou vom CTT Veyrier setzte sich in sieben Sätzen gegen den Basler durch und gewann am Tag darauf überraschend auch den Titel.

Zmirou zwang den Nationalspieler aus Oberwil nach 2:3-Rückstand in den siebten Satz, den er zu 8 gewann. «Ich habe mich zuerst durch Mätzchen von meinem Gegner irritieren lassen und im siebten Satz ist dann alles möglich», erklärte Mohler.

Der 25-Jährige musste aber nicht ohne Gold heimreisen: Im Mixed gab es zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Rachel Moret zum dritten Mal in Folge Gold. Mohler wird im Mai an die Weltmeisterschaft in Paris reisen, zusammen mit Lionel Weber von Rio-Star Muttenz. Das 16-jährige Nachwuchstalent aus Reinach musste schweren Herzens mit Grippe und hohem Fieber auf die Schweizermeisterschaft verzichten. Mohler und Weber hatten auch im Doppel zu den Titelfavoriten gehört, mit einem kurzfristig eingesprungenen Genfer Spieler holte Nicola Mohler immerhin eine bronzene Medaille.
Die gute Auslosung nicht genutzt
Ebenfalls als Medaillenkandidatin galt Rijana Zumbrunnen - zumindest im Mixed. Die NLA-Spielerin von Rio-Star Muttenz wäre mit Lionel Weber auf Position drei gesetzt gewesen.

«Im Doppel konnten wir die gute Auslosung aber nicht nutzen und verloren im Viertelfinal überraschend gegen zwei tiefer eingestufte Gegnerinnen.» Im Einzel bedeutete die spätere Finalistin und Doppelpartnerin Laura Schärrer in einem guten Zweitrundenspiel Endstation. «Für dieses Niveau fehlt mir noch ein Stück», sagte die 19-jährige bescheiden.