Raphael Wicky war gleichzeitig «sehr, sehr unzufrieden» und «sehr, sehr zufrieden», als er auf den Auftritt seiner Equipe in La Chaux-de-Fonds zurückblickte. Wobei die unterschiedlichen Urteile des Basler U21-Trainers die beiden Halbzeiten der Rotblauen betrafen.

Vor dem Seitenwechsel fanden die Gäste praktisch nicht statt. «Ich habe nur eine Mannschaft gesehen, die gelaufen ist und gekämpft hat», sagte der ehemalige Internationale und meinte damit die Jurassier. Seinen Junioren warf er dagegen vor, dem Gegner nur das spielerische Element entgegenzusetzen. «Wir haben die Basis total vernachlässigt!» Das Heimteam führte dank eines Kopfballtreffers ihres Captains Julien Pretot (17.) nach dem ersten Durchgang jedenfalls hochverdient mit 1:0.

 Frisch in die zweite Halbzeit

Zur Pause nahm Wicky nicht nur zwei personelle Wechsel vor («Ich hätte fünf, sechs Spieler austauschen können...»), sondern stellte auch das System von 3-4-3 auf 4-4-2 um. Doch es waren nicht das neue Personal und die veränderte Taktik, die für den Umschwung sorgten, sondern die neue Einstellung, welche sämtliche Basler nun auf den Platz brachten. Plötzlich war die notwendige Entschlossenheit da, die zweiten Bälle wurden erobert und die Heimelf praktisch eine ganze Halbzeit in der eigenen Hälfte eingeschnürt.

Chaux-de-Fonds-Goalie Alexandre Martinovic erwischte einen tollen Tag und sorgte mit mehreren guten Paraden dafür, dass die Partie nicht kippte. Doch einen Punkt entführte der Tabellenzweite dennoch in Nordwestschweiz: In der 70. Minute schob Martin Liechti nach Vorarbeit von Giuseppe Morello aus 13 Metern überlegt zum Ausgleich ein.

«Obwohl wir am Ende näher am Sieg waren, geht die Punkteteilung aufgrund der unterschiedlichen zwei Halbzeiten in Ordnun», lautete Raphael Wickys Fazit.