FC Basel

Torjäger auf der Bank: Doumbia und Janko bleibt im Basler Stürmerkarussell derzeit nur die Jokerrolle

Seydou Doumbia und Marc Janko – für beide gehören Ein- oder Auswechslungen beim FC Basel zur Gewohnheit.

Seydou Doumbia und Marc Janko – für beide gehören Ein- oder Auswechslungen beim FC Basel zur Gewohnheit.

Von den drei FCB-Sturmspitzen müssen ausgerechnet die beiden routinierteren letztmals häufig auf der Bank Platz nehmen. Coach Urs Fischer über die Personalien im Sturm: «Das wird ein Konkurrenzkampf bis zum Ende der Saison bleiben.»

Dick eingemummt nimmt Seydou Doumbia in Thun zum zweiten Mal im zweiten Pflichtspiel 2017 zunächst auf der Bank Platz. Der Embolo-Ersatz, der Königstransfer des Sommers, muss sich erneut damit abfinden, dass FCB-Trainer Urs Fischer dem jungen Andraz Sporar eine weitere Chance gibt.

Bereits gegen Lugano vor Wochenfrist schmort Doumbia 90 Minuten draussen und sieht, wie der dritte Konkurrent um die Position im Sturmzentrum Marc Janko für Sporar eingewechselt wird und zum 4:0 trifft. Gegen Thun ordert Fischer nach einer guten Stunde nun den Ivorer an, heute den Joker zu mimen.

Wer muss den FCB verlassen?

«Für mich ist das die Qual der Wahl. Als Trainer bin ich sehr froh, drei Stürmer von diesem Format zu haben. In unserem System müssen zwei halt auf die Bank. Das wird ein Konkurrenzkampf bis zum Ende der Saison bleiben», sagt Fischer. Ende der Saison? Ist das schon ein Zeichen, dass zumindest einer der drei Stürmer im Sommer das Weite sucht? Dass die Option bei Doumbia nicht gezogen wird oder der auslaufende Vertrag von Janko nach der Saison nicht verlängert wird?

Klar, das ist Zukunftsmusik, doch anders als für den Trainer entspricht das FCB-Jobsharing im Sturm für die drei Betroffenen Doumbia, Janko und Sporar sicher nicht der Idealvorstellung ihres Berufs. Maximal 19 Spiele hat der FC Basel noch in dieser Saison. Nicht viel Zeit, besonders, wenn man wie Doumbia gerne zum dritten Mal die Schweizer Torjägerkrone holen würde. Ohne Europapokal-Stress ist bei limitierten Einsatzmöglichkeiten das Frustpotenzial hoch.

In Thun dauert es am Samstagabend handgestoppte drei Minuten, bis sich Doumbia all seiner wärmenden Winterkleidung entledigt hat, ehe er endlich bereit für sein Debüt 2017 an der Seitenlinie steht. «In ein laufendes Spiel reinzukommen, ist immer schwierig. Ich glaube nicht, dass es einen Stürmer gibt, der gerne die Jokerrolle einnimmt», erklärt sich Doumbia, der dennoch gut ins Spiel findet, anspielbar ist und sich gleich eine Kopfballchance erarbeitet.

Doumbia will keine Polemik

Das Sahnehäubchen für den 29-Jährigen, der auch beim Thuner Eigentor bereitgestanden wäre, folgt in der Nachspielzeit. «Das Tor war wichtig, schliesslich ist es das erste im Jahr 2017», sagt Doumbia und fügt schmunzelnd hinzu: «Und es wird mit Sicherheit nicht das letzte sein.»

Die Einwechslung, das Tor, die positiven Emotionen und vielleicht auch ein wenig die unglückliche Performance von Sporar sind Balsam auf die Seele des Ivorers, der zumindest nach aussen hin noch gute Miene zum bösen Spiel macht. «Ob mit oder ohne mich. Wir gewinnen. Das ist doch das Wichtigste. Klar wollen wir alle spielen, aber die echten Konkurrenten sind doch unsere Gegner in der Liga, nicht wir», sagt Doumbia nach dem Spiel mit afrikanischer Gelassenheit.

Ein faires Statement, das sich nach einem Sieg in Thun mit persönlichem Treffer – dem elften für den FC Basel – natürlich auch besser sagen lässt als beispielsweise nach einem allfälligen Cup-Out ohne Einsatzminute. Doch Doumbia hat recht. In der Liga scheint es wirklich egal, welcher Stürmer spielt.

Der Ex-YB-Star, der in dieser Saison alle 107 Minuten trifft, weiss auch, dass der Coach aufgrund des Riesenvorsprungs in der Meisterschaft ein wenig experimentieren kann. So lässt sich erklären, dass der lange verletzte Sporar die ersten beiden Spiele von Beginn an bestreiten durfte. Denn im Gegensatz zu Janko und Doumbia hat Sporar ein Arbeitspapier bis 2020 in Basel.

Der Slowene wartet zwar immer noch auf sein erstes Super-League-Tor, doch ihm soll die Zukunft gehören. Momentan warten Fischer und die Fans noch auf den Durchbruch des 22-Jährigen, der in seiner Heimat bewiesen hat, dass er weiss, wo das Tor steht. «Er ist bemüht, aber ihm fehlt noch das nötige Glück, das Erfolgserlebnis, welches den Knoten zum Platzen bringt», sagt Fischer über Sporar, der in der U21 in zwei Einsätzen in der Promotion League gleich sechs Treffer markierte.

Ob es nächsten Sonntag gegen Lausanne für Sporar endlich klappt? Ganz nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei Spiele von Beginn an in Folge? Es wäre ihm zu wünschen. Aber eigentlich ist auch Marc Janko wieder einmal an der Reihe. Und da wäre ja auch noch Doumbia.

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