Volleyball

Traktor vor dem Saisonstart: Optimismus trotz Geldsorgen

Traktor-Captain Samuel Ehrat brennt auf die neue Saison.

Traktor-Captain Samuel Ehrat brennt auf die neue Saison.

Traktor Basel startet am Samstag in die Meisterschaft. Die zweite NLA-Saison soll besser werden als die erste. Der Verein setzt dabei auf die gemachten Erfahrungen und einen polnischen Neuzugang.

Noch bevor der erste Ballwechsel gespielt wurde, steht eines fest: Traktor Basel steht in den Playoffs. Auch wenn er in der neuen Saison, die am heutigen Samstag mit einem Auswärtsspiel gegen Chênois Genève beginnt, keinen Gegner hinter sich lassen sollte. Noch in der Vorsaison erreichte Traktor in der ersten NLA-Spielzeit der Vereinsgeschichte lediglich die Playoffs, weil Konkurrent Lutry-Lavaux eine Forfait-Niederlage aufgebrummt bekam. Nun haben die Waadtländer ihre Mannschaft ganz zurückgezogen. Das Teilnehmerfeld reduziert sich auf acht Teams.

Das frühzeitige Erreichen der besten acht vor Saisonbeginn bringt Vor- und Nachteile mit sich. «Ich sehe es als Chance, weil wir mutig aufspielen können. Der Druck ist weg», sagt Sportchef Heiko Breer. Auch Captain Samuel Ehrat sieht diesen Nutzen, meint aber: «Es macht die Meisterschaft fast ein bisschen langweilig.» Beide teilen hingegen den sportlichen Optimismus – und das trotz der Coronakrise und den damit verbundenen finanziellen Problemen des Vereins. Ehrat und Breer zählen darauf, dass die NLA für die Spieler kein Neuland mehr ist. «Die jungen Spieler wissen nun, wie der Hase läuft», sagt der Captain. Letzte Saison habe das Team phasenweise Ehrfurcht vor den Gegnern gehabt. «Wir haben realisiert, dass es das nicht braucht», sagt der Sportchef.

Quantensprünge sind dennoch bei den Baslern keine zu erwarten. Zu knapp ist das Budget, zu wenige Ausländer stehen im Kader. «Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie mit gelöster Handbremse spielt und Vollgas gibt», sagt Breer. Dann könne auch das eine oder andere Spiel gewonnen werden. Das Glücksgefühl eines Sieges gab es in der Vorsaison selten. «Wir wollen besser sein und ein paar Mannschaften hinter uns lassen.»

Dabei helfen wird Jakub Radomski: ein Pole mit ausgewiesener NLA-Erfahrung, der die junge Basler Mannschaft anführen soll. «Er lebt Professionalismus vor und übernimmt Verantwortung», sagt Ehrat über seinen neuen Teamkollegen, den er schon aus Näfels kennt. Zum Saisonbeginn fehlte Radomski verletzt.

Während der sportliche Optimismus gross ist, sieht es finanziell weniger gut aus. Bei der Crowdfunding-Kampagne sind drei Tage vor Ende erst 76 Prozent gesammelt. «Wir müssen versuchen, in Basel den Stellenwert von Volleyball zu steigern», sagt Breer. Ein Rückzug des Teams stehe nicht zur Diskussion. Die Vorfreude über den ersehnten Saisonstart vertuscht die Finanzsorgen.

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