Die Region stellt lediglich zwei von insgesamt 96 Interclubmannschaften in der NLC. Es sind dies der TC Allschwil bei den Männern und der Basler LTC bei den Frauen. In den letzten beiden Jahren haben sich bei den Männern Muttenz, Kleinbasel, Sissach und Old Boys und bei den Frauen Sissach aus der NLC verabschiedet.

Sinnbildlich für die derzeitige Tristesse in der Basler Interclubszene bei den Aktiven steht der Traditionsklub Old Boys. Sowohl bei den Männern (1996) als auch bei den Frauen (2008) war der Heimklub von Roger Federer für den letzten NLA-Triumph einer Basler Equipe besorgt, steht jedoch heute ohne ein einziges Team in einer nationalen Liga da.

Old Boys mit Rückzug

Auch die erste Männermannschaft, die letztes Jahr noch in den Aufstiegsspielen der Nationalliga B angetreten war, ist Geschichte. Gemäss Klubpräsident Niki Von Vary hatten die regionalen Spitzenspieler kein Interesse mehr. «Sie haben uns buchstäblich den Finger gezeigt. Unter diesen Umständen habe ich kurzen Prozess gemacht und die Mannschaft aufgelöst. Für uns macht ein solches Projekt nur Sinn, wenn auch regionale Spieler dabei sind.»

Man hat sich im Verein nun zum Ziel gesetzt, in zwei bis vier Jahren bei den Männern und bei den Frauen wieder eine Mannschaft mit klubeigenem Nachwuchs in die nationalen Ligen zu bringen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Die aktuelle Situation entspricht nicht unseren Vorstellungen. Es ist aber ein Problem, das in der gesamten Region Basel zu beobachten ist. Die Tennisszene Basel ist im Moment leider relativ schwach», findet Von Vary klare Worte.

«Alle haben Schuld»

Aber wo liegen die Gründe für die aktuelle Flaute bei den Aktiven? Niki Von Vary identifiziert die fehlende Leidenschaft als Hauptproblem - und zwar bei allen Beteiligten. «Die Klubs schaffen es nicht, die Leute für den Tennissport zu begeistern, die Spieler sind nicht mehr bereit, für den Erfolg hart zu arbeiten, weil sie viele Alternativen haben, und auch der Verband Tennis Region Basel hat sich nicht mit übermässigem Eifer profiliert. Wobei man sagen muss, dass es nicht seine Aufgabe ist, die Leute zum Interclub spielen zu bringen.»

Besserung ist in Sicht

Ein weniger tristes Bild zeichnet Peter von Dach, Präsident von Tennis Region Basel. «Aktuell fehlt die Dichte bei den regionalen Spitzenspielern. Das ist keine schöne Situation, aber sie lässt sich begründen. Bei der Nachwuchsförderung der Spielergeneration, die heute das Grundgerüst der Teams bei den Aktiven bilden sollte, wurden Fehler gemacht. Daher können derzeit die Abgänge der Spieler aus familiären und beruflichen Gründen, die es immer gibt, nicht adäquat kompensiert werden.»

Trotzdem ist der Präsident überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis in Basel wieder mehrere Interclubmannschaften in den nationalen Ligen spielen werden. «Viele Basler Klubs und Tennisschulen haben, genauso wie der Verband, reagiert und die Juniorenförderung professionalisiert. Wir haben heute doppelt so viele Junioren im Kader, wie noch vor fünf Jahren.»

Für eine bessere Zukunft ist vorgesorgt. Bis die aktuelle Baisse ausgestanden ist, dauert es aber noch ein paar Jahre.