Fussball

Trotz 4:2-Erfolg gegen Oberdorf: Pratteln ist zu nonchalant

Oberdorf verschläft bei 2:4-Niederlage gegen den FCP die erste Halbzeit in der 2.-Liga-regional-Partie. Pratteln-Flügelspieler Boban Jevremovic vergab alleine in der Startphase drei Grosschancen – am Ende gabs dennoch ein Happy-End.

Stefan Krähenbühl kennt die Probleme seines FC Pratteln. «Sobald wir in Führung gehen, schalten wir wieder einen Gang zurück. Es ist ein mentales Problem.» Umgekehrt drehen die Prattler auch erst nach einem Rückstand auf. Paradebeispiele sind die letzten zwei Meisterschaftsspiele gegen Arlesheim und Frenkendorf.

Beim 1:1 gegen Arlesheim führte der FCP und stellte danach den Spielbetrieb ein, während beim 4:4 gegen Frenkendorf jeweils ein Tor Rückstand nach zwei Minuten aufgeholt wurde. Gegen Oberdorf konnte Pratteln die Führung zwar über die Zeit bringen, die Auferstehung der Oberdörfer in der zweiten Halbzeit war jedoch durch die angesprochene gemütlichere Gangart des Heimteams begünstigt.

Viele Chancen vergeben

Angefangen hatte Pratteln nämlich stark. Alleine Flügelspieler Boban Jevremovic kam gleich zu drei hundertprozentigen Chancen, die er nicht zu nutzen vermochte. Deswegen griff Spielertrainer Krähenbühl nach einer halben Stunde hart durch und nahm Jevremovic aus dem Spiel. «Er hat gute Qualitäten und super Laufwege, aber ich musste diese Rochade auch wegen den anderen Spielern vornehmen.» Der Mann der ersten Hälfte war Lukas Krähenbühl, der Bruder des Pratteln-Trainers. Zuerst konnte Rilind Selmani eine Kopfballvorlage Krähenbühls nutzen und zum 1:0 abstauben, danach traf der Stürmer gleich selber, ebenfalls per Kopfball.

Zittern nach 3:0-Führung

Als Ersin Elmas rund 30 Sekunden nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit zum 3:0 traf, dachten wohl die meisten Zuschauer, sowie die Pratteln-Spieler: «Das wars.» Nur machten die Oberdörfer da nicht mit. Gleich im Gegenzug sowie in der 78. Minute war es Servet Argin, der für die Oberbaselbieter auf 2:3 verkürzte. Erst in der Nachspielzeit konnte der 17-jährigen Mitat Sadiku per Konter alles klar machen. «Lange Zeit waren wir näher am 3:3», sagte Oberdorf-Coach Roland Sorg. «Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, das darf eigentlich nicht passieren.»

Zudem scheiterte Sorgs Team des Öfteren am stark aufspielenden Pratteln-Keeper Salvatore Clemente. «Ebenfalls unglücklich war das Fehlen von Ramon Krattiger, der Fieber hatte. Mit ihm hätte es vielleicht anders ausgesehen.» Für den Absteiger aus der 2. Liga interregional wird es nun eng im Kampf gegen den erneuten Abstieg. Für Roland Sorg ist klar: «Wir rechnen fest mit vier Absteigern in die 3. Liga.» Diese Regel käme zum Zug, wenn mit Laufen ein zweites regionales Team in die 2. Liga regional absteigt.

Meistgesehen

Artboard 1