Basketball
Trotz 64 Bewerbungen: Die Trainerfrage bei den Starwings ist vorerst geklärt

Teammanager Viktor Mettler wird den Starwings bis Saisonende als neuer Trainer vorstehen. Sein Einstand in der letzten Woche fiel mit zwei Siegen in zwei Partien überzeugend aus.

Georges Küng
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Trainer Viktor Mettler musste sich nicht nur mit sportlich-taktischen Problemen auseinandersetzen.Key

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Es wäre vermessen, Viktor Mettler (42) mit Alex Ebi zu vergleichen. Denn Ebi hält bei den Handballern des RTV Basel praktisch alle Posten inne. Er ist Klubpräsident, Trainer, Coach und hat auch schon bei Heimspielen an der Kasse Eintritte verkauft und in der Buvette Kaffee ausgeschenkt.

Auch Mettler hat bei den Starwings-Basketballern praktisch einen 24-Stunden-Job auf sich genommen. Teammanager war er und bleibt er. Doch nun amtet der Zweimeter-Mann auch offiziell als Trainer des einzigen Deutschschweizer A-Ligisten. Am Freitagabend tagte der Starwings-Vorstand an einer ausserordentlichen Sitzung, welche die Trainerfrage als einziges Traktandum hatte.

Nach dem Rücktritt von Cheftrainer Marko Simic hatte Mettler ad interim die Equipe in den beiden Partien in Boncourt und letzten Sonntag zu Hause gegen Union Neuenburg betreut. Und das Birstaler Kombinat hatte zwei Siege erreicht, wobei jener gegen Neuchâtel als Husarenstück bezeichnet werden kann.

64 Trainerbewerbungen

Nach dem Rücktritt von Simic waren sagenhafte 64 (!) Bewerbungen eingegangen. Trainer aus allen Kontinenten fühlten sich befähigt, die Geschicke der Starwings zu übernehmen. Von renommierten Profitrainern bis zu unbekannten Übungsleitern war alles darunter. Obwohl auch eine externe Lösung ins Auge gefasst wurde, war eine solche schon allein wegen der fehlenden Mittel nicht realisierbar. So war die Besetzung des verwaisten Postens mit einem Mann aus den eigenen Reihen eine Vernunftslösung, denn ein auswärtiger Trainer hätte mit einem ihm unbekannten Ensemble arbeiten müssen.

Und diese Mannschaft sandte über die Weihnachtstage Signale aus, dass «wir gerne mit Viktor und Assistenztrainer Sandro Tavella fortfahren möchten. Er kennt uns, er bringt uns Vertrauen entgegen und wir schätzen ihn», vermeldete etwa Rokas Uzas aus Litauen.

«Wichtig ist, dass endlich wieder Ruhe einkehrt und wir die zweite Saisonhälfte ohne Nebengeräusche aufnehmen können», so Mettler. Dieser ist weder zu stolz noch sich zu schade, die Meinung und Unterstützung von anderen Klubexponenten wie Pascal Donati oder Roland Pavloski, welche beide ebenfalls lange (Donati) und kurz (Pavloski) die «Wings» als Trainer führten, um Ratschlag zu fragen. Mettler trat, um eine Ämterkumulierung zu verhindern, am Freitagabend als Vorstandsmitglied der Starwings in den Ausstand, respektive nimmt bis Saisonende ein Timeout.

Wichtiger für den Erfolg der Starwings wird sein, all die verletzten Akteure (Cukinas, Drungilas, Kostic, Stefan Petkovic, Schwaiger) wieder fit zu bekommen. Und zu versuchen, den neuen Ausländer Justin Rutty, der nur über einen Vertrag bis Ende Januar verfügt, über diesen Zeitraum hinaus an den Verein zu binden. Der Amerikaner ist ein grosser Gewinn unter den Brettern. «Zuletzt gegen Union standen nur zwei topfitte Akteure – Joel Fuchs und Rutty – auf dem Platz. Alle anderen waren verletzt, gesperrt oder stark angeschlagen», so Mettler.

Wer unter diesen Umständen gegen den Cupsieger, Tabellenzweiten und Mitfavoriten auf den Meistertitel gewinnt, hat noch viel Luft nach oben.