Die Aufholjagd auf den rettenden 12. Platz wurde lanciert. In den drei Spielen der Rückrunde hat der TV Birsfelden bereits gleich viele Punkte gesammelt wie in der gesamten Vorrunde. Trotzdem stehen die Baselbieter zurzeit auf dem letzten Platz. Auch die 1.-Liga-Mannschaft des Vereins steckt im Abstiegskampf – kann sich die zweite Mannschaft rangmässig nicht mehr verbessern, droht die Barrage, in der gegen den Abstieg in die 2. Liga gespielt wird.

Vorzeige-Verein

Doch der Verein darf trotz der momentan schlechten Platzierungen stolz auf sich sein. Der TV Birsfelden ist in puncto Nachwuchsförderung ein Vorzeige-Verein. Zwölf Jahre lang war die erste Mannschaft ein gutes 1.-Liga-Team. Schritt für Schritt hat der Verein in seine Juniorenarbeit investiert und die Mannschaft profitierte davon. Dreimal hat man es in diesen Jahren in die Aufstiegsspiele geschafft, und im letzten Frühling war es so weit. Der TV Birsfelden stieg erstmals in die zweithöchste Schweizer Liga auf. Jetzt spielt der Dorfverein plötzlich in der gleichen Liga wie der «grosse» RTV aus der Stadt.

Auch die zweite Birsfelder Mannschaft stieg im letzten Frühling auf – ihrerseits von der 2. in die 1. Liga.

«Vielleicht brauchten wir halt eine halbe Saison, um in der NLB richtig anzukommen», kommentiert Klubpräsident Marc Schreier die schlechte Vorrunde der Birstaler. Mickrige vier Punkte hat man in den 14 Vorrundenspielen gesammelt. Der Start in die Rückrunde ist der jungen Truppe jedoch geglückt. Dabei besiegte man sogar das Topteam aus Altdorf. So ein Start macht Mut. «Wir sind jetzt noch nicht auf dem rettenden Platz, aber das wird noch», ist sich TVB-Trainer Thomas Reichmuth sicher. Aber wieso läuft es dem Team nach der schwierigen Vorrunde wieder?

Eigener und fremder Neuzugang

Gründe sind hauptsächlich zwei «Neuzugänge». Pascal Oberli kam aus einer langen Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses zurück zum Team. Und mit Adam Salamon konnte man zur Rückrunde einen Leader für die Spielmacherposition verpflichten, der mit ungarischen Vereinen sogar schon Erfahrungen im Europa-Cup gesammelt hat. «Diese beiden Spieler helfen mit ihrer Klasse sehr und sind eine Verstärkung», sagt Trainer Reichmuth.

Für die Verpflichtung von Salamon musste die Klubführung allerdings einige Hebel in Bewegung setzen. «Wir haben gemerkt, dass das junge Team einen spielstarken Routinier als Spielmacher braucht. Einige Leute in unserem Verein pflegen Kontakte nach Ungarn und so wurden wir auf Adam aufmerksam», erzählt Schreier. Ohne besondere Efforts von Sponsoren wäre die Verpflichtung Salamons allerdings nicht möglich gewesen. Der TVB zahlt keine Gehälter. «Adam Salamon arbeitet Teilzeit und der restliche Lohn wird extern abgedeckt», verrät Schreier.

Nun stehen schwere Spiele gegen direkte Konkurrenten gegen den Abstieg auf dem Programm. Spezielle Vorbereitungen gibt es auf diese Spiele aber nicht. Für Schreier ist klar: «Für uns ist mittlerweile jedes Spiel ein kleiner Final.» Soll für den TV Birsfelden das Abenteuer NLB nicht schon nach einer Saison zu Ende sein, muss er regelmässig tun, was einen Vorzeige-Sportverein eigentlich ausmacht: siegen. Am besten schon heute in Zofingen.