Eigentlich hätten sich die U20-Nationalteams Schwedens und der Schweiz einen gemütlichen Ostersonntag machen können, hatten doch beide bereits am Vortag des Direktduells die Qualifikation für die EM-Endrunde in der Türkei sichergestellt.

Dennoch gingen die besten zwei Mannschaften des Qualifikationsturniers ein hohes Tempo und zeigten den über 500 Zuschauern in der Birsfelder Sporthalle nochmals eine Kostprobe ihres Könnens. Vor allem die Skandinavier untermauerten in der ersten Halbzeit eindrücklich, wieso sie in dieser Altersklasse zur absoluten Weltspitze gehören.

Trotz Niederlage gibt es Positives

Bereits zur Pause war die Partie entschieden (11:23), am Ende gewann der Favorit mit 38:30. «Ein verdientes und logisches Resultat, zu dem man Schweden gratulieren muss», anerkannte auch Michael Suter. Der Schweizer Nationaltrainer erklärte das Ergebnis auch damit, «dass wir nach dem hart geführten Spiel gegen Montenegro einige angeschlagene und verletzte Spieler hatten.»

Trotz der Niederlage hatte Suter auch Positives gesehen: «Wir haben die zweite Halbzeit mit vier Toren Unterschied gewonnen und die Vorgabe im letzten Timeout, keine 40 Tore zu kassieren, eingehalten. Das spricht für den Charakter der Mannschaft!»

Zum vierten Mal in Serie

Die Entscheidung am dreitägigen Qualifikationsturnier war am Samstag gefallen, als die Schweiz Montenegro mit 34:20 (14:11) bezwungen und nach dem 41:11-Startsieg über Lettland die EM-Qualifikation geschafft hatte. «Darauf haben wir ein ganzes Jahr hingearbeitet, entsprechend gross war die Last, die von unseren Schultern fiel», beschrieb Michael Suter die Gefühlslage der SHV-Auswahl, die sich zum vierten Mal in Serie für ein grosses Turnier qualifizierte und mit entsprechendem Applaus vom Birsfelder Publikum verabschiedet wurde.

Der Anlass war allerdings ziemlich kurzfristig in die Hafenstadt vergeben worden. «Weil sich niemand in der Region Bern fand, wurden wir vom Verband während der Fasnacht angefragt», erinnert sich Jean-Paul Spitznagel, Präsident des TV Birsfelden. Der Vorstand des Vereins stimmte zu und unter der Leitung von Christoph Wesp begann man beim TVB, das Qualifikationsturnier auf die Beine zu stellen. «Wir mussten Ausnahmebewilligungen einholen, damit am Karfreitag und Ostersonntag gespielt werden durfte», erklärt OK-Chef Wesp, der zudem rund 50 Vereinsmitglieder überredete, als freiwillige Helfer mitzuwirken.

«Wir wollten zeigen, dass auch in Birsfelden solche Events möglich sind», sagen Spitznagel und Wesp unisono. Nach über 1500 Zuschauern in drei Tagen, einem reibungslosen Ablauf sowie vielen Komplimenten aus den Lagern aller Turnierteilnehmer darf man beim TVB von einem gelungenen Anlass sprechen. Es soll nicht der letzte bleiben. «Denn irgendwann wollen wir ein A-Nati-Spiel durchführen», nennt Wesp das grosse Ziel.