Basketball

Über das ganze Spiel geführt und zuletzt sicher gewonnen

Lorenza Ross im Spiel gegen Winterthur.

Lorenza Ross im Spiel gegen Winterthur.

Die Starwings haben auch das zweite, und insgesagt dritte, Deutschschweizer Basketball-Derby klar gewonnen. Beim Liganeuling Winterthur kam das Birstaler Kombinat zu einem ungefährderten 80:62 (48:37)-Auswärtssieg.

Wie in den anderen Sportarten, so gibt es im Basket einige Zahlen, welche genügen, um die Dominanz einer Equipe zu bestätigen. Gegen Aufsteiger Winterthur gingen die Gäste nach 15 Sekunden dank Devonte Upson (der Assist kam von Alessandro Verga) mit 2:0 in Führung. 18 Sekunden später konnte Zoran Zivanovic, auf Pass von «Winti»-Spieler-und-Allesmacher Istvan Fekete, ausgleichen.

Es waren genau eine Minute und drei Sekunden gespielt, als Starwings-Playmaker Lorenza Ross einen Dreier traf – somit stand es 2:5. Und von diesem Moment an waren die Unterbaselbieter nicht mehr in unmittelbarer Reichweite der Zürcher. Wer während 39 Minuten und 15 Sekunden (von 40 Minuten) führt, die Rebound-Bilanz mit 42:29 für sich entschieden hat und in der Freiwurf-Quote einen Prozentsatz von 84,6 (11 von 13) aufweist, hat überzeugende Argumente. Umso mehr, als die Gastgeber von der Linie einen von drei Freiwürfen trafen, 20 mal foulten, während die Starwings rekordverdächtige wenige sechs Foulspiele begingen.

Sicher, nach einem flotten Anfangsviertel (mit 35 Punkten erzielte die Equipe von Cheftrainer Roland Pavlosli einen persönlichen Punkterekord für zehn Minuten Spielzeit) folgte prompt der Schlendrian. Das hatte zur Folge, dass es nach 25 Minuten erst 49:52 stand, wenig später lautete das Skore 51:56 (26.).

Ein 13:0-Run entschied die Partie

Bis zum Viertelsende zog das Arlesheimer Kombinat auf 51:69 davon – es waren starke vier Minuten, in denen die «Wings» aufzeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, gute Basket-Kost (sicherer Aufbau, schnelle Pässe, präzise Würfe – und dies als Kollektiv, in dem jeder seine Rolle erfüllt) zu spielen. Nur dauern diese Perioden (noch) zu kurz, denn zu oft verlässt man den Erfolgsweg und beginnt mit «Heuen und wilden Dingen», wie Trainer Pavloski kopfschüttelnd monierte.

Mit diesem kurzen, aber energischen Sprint war der Widerstand, und wohl auch Wille, der Gastgeber gebrochen. Im letzten Viertel schraubten die Starwings das Skore hinauf und gewannen nach dem Heimspiel (78:66) auch den Vergleich in der Winterthurer Spielhalle. «Wir hätten den Sack schon viel früher zumachen müssen; aber uns fehlt die Beständigkeit; in Anbetracht des jugendlichen Alters der Mannschaft ist dies nicht gänzlich unverständlich», so Pavloski.

Fuchs/Kostic brillierten

Wenn man einzelne Akteure herausheben will, so mit Sicherheit Teamcaptain Joël Fuchs, der superb verteidigte (auf US-Profi Coletun Tarr, der zu Beginn praktisch alle Winterthurer Punkte erzielt hatte). Erst als Fuchs auf den 196 Zentimeter grossen Flügel spielte, wurde die «amerikanische Punktemaschine» abgestellt… Fuchs war aber auch offensiv überzeugend – vier von sechs Dreiern fanden den Weg in den Korb.

Seit Wochen liefert Branislav Kostic den Beweis, dass er in der Nationalliga A für Akzente und Impulse sorgen kann. Der Umweg respektive Rückkehr nach Birsfelden über Fribourg (Académie und Aarau) hat dem Birsfelder Eigengewächs gut getan. «Brani» sollte Stimulator für andere Teammitglieder werden, welche noch nicht jenen Elan und Übersicht entwickeln, welche in der Nationalliga A vonnöten sind, wenn man auch gegen substanziell stärkere Rivalen als es Aufsteiger Winterthur ist, bestehen möchte.

Nun folgt der Cup-Hit

Punkte- und platzmässig befinden sich die Starwings jedoch auf Kurs. Die drei Duelle gegen die alemannischen Vereine wurden – überzeugend – gewonnen. Es gelang das Husarenstück, Vize-Meister Lugano in der Sporthalle zu bezwingen. Und im Schweizer Cup (1/4-Finale) gastiert am nächsten Samstag mit dem BC Boncourt eine Equipe in Birsfelden, mit der «wir uns auf Augenhöhe messen wollen.

Gerade in einem Cupmatch ist alles möglich», so Pavloski. Dass die Favoritenrolle eher bei den Jurassiern, die trotz vier Nationalspieler und drei Top-Ausländern hinter den «Wings» in der Rangliste klassiert sind, spricht auch, oder vor allem, für die Arbeit, welche Trainer Pavloski und die willige und lernfähige Equipe leisten.

Meistgesehen

Artboard 1