Spielt der EHC Basel/KLH in der Gunst der (Basler) Eishockeyfans nach einem fulminanten Beginn nur noch eine untergeordnete Rolle? Diese Frage ist erlaubt, denn das Zuschaueraufkommen ist seit dem Auftaktspiel am 11. Oktober und dem Ligarekord von 983 Zuschauern innert zwei Monaten, neun Spielen und fünf Heimniederlagen vor einer Woche gegen Thun auf 387 gesunken!

Gestern waren es wieder 729, aber die zwischenzeitliche Negativspirale hat ihre Spuren hinterlassen. Denn sie hat mitunter auch ihre Auswirkung auf die Wahrnehmung der Spieler auf dem Eis, die sich mehr und lautere Unterstützung wünschen, vor allem dann, wenn’s eben nicht läuft. Sicher, Basel Erfolgskurve zeigte nach ansprechendem Beginn mit drei Siegen in vier Spielen abwärts. Trotzdem: Ein solcher Rückgang um fast zwei Drittel ist alarmierend. Ist Eishockey in Basel also doch nicht salonfähig?

Der eine oder andere Aussetzer zu viel

Die Antwort kann nur ein klares Nein sein. Und diese Antwort haben die 729 Fans gestern gegeben. Eishockey ist und bleibt in Basel ausbaufähig, mit einem vernünftigen Konzept, einem jungen, entwicklungsfähigen Team, das sich den einen oder andern Aussetzer zu viel erlaubt hat. Diese Aussetzer versucht das Team quasi mit letzter Kraft zu korrigieren. Spätestens seit dem Heimsieg gegen Belp zeigt die Leistungskurve, aber auch die Einsatzbereitschaft und die Konstanz steil aufwärts, auch wenn es gegen Thun vor Wochenfrist nicht zum Sieg reichte.

Präsident Hans-Peter Gerber sagte vor dem Spiel zweideutig: „Wir sind aufgestanden, wir sind wieder da.“ Ohne zu wissen, dass sich seine Mannschaft diese Feststellung, die eigentlich der speziellen Situation nach dem Aus der Sharks galt, auch im letzten Heimspiel gegen den SC Lyss zu Herzen nehmen wird. Basel war von Beginn weg das gefährlichere Team, doch den Weg zurück zur Leistung von Zuchwil fanden die Basler erst im Mittelabschnitt, als sie für einen Zwei-Tore-Vorsprung sorgten und diesen im letzten Drittel solid konservierte und ausbaute.

Chance verschwindend klein

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch die Chance, im allerletzten Qualifikationsspiel in Adelboden den Sprung über den Strich doch noch zu schaffen, ist verschwindend klein. Argovia können die Basler nicht mehr abfangen (mehr Punkte aus den Direktbegegnungen), einzig Lyss ist noch nicht ganz sicher über dem Strich, hat aber bei Punktgleichheit – dazu müssten die Seeländer beide ausstehenden Spiele verlieren – deutlich die bessere Tordifferenz als Basel. Amtlich ist es damit noch nicht, aber Basel wird den Weg über die untere Masterround gehen müssen.