«Ich bin mit unserem Auftritt sehr zufrieden. Auch wenn das holprige Terrain kaum flüssige Ballstafetten zuliess, so haben wir den Gegner klar beherrscht und ihm nie Hoffnungen auf eine Cup-Überraschung zugestanden», so FCB-Trainer Thorsten Fink in aufgeräumter Stimmung nach dem Abpfiff.

Der Deutsche hatte in der Tat eine komplett neue Elf aufs Feld beordert – und diese spielte solide und konzentriert. Champagner-Fussball konnte man nicht erwarten; dazu braucht es zwei Teams, die Fussball auf Niveau spielen können.

Italienische Grenzgänger

Sicher, in Mendrisio-Reihen entdeckte man einige italienische Grenzgänger, die zu besseren Zeiten in Italien als Halbprofis wirkten. Auch der Trainer, Giorgio Dossena, ist italienischer Herkunft und versah seiner Elf ein 4-4-2-System. Die beste Phase hatte der Erstligist zwischen der 18. und 25. Minute, als er zu einem gefährlichen Freistoss und zwei Abschlussversuchen kam.

Solange die Partie noch unentschieden stand, hatten die lautstarken Tifosi vage Hoffnungen, ihrer Squadra möge das Husarenstück gelingen. Einmal in Rückstand, schwanden umgehend die Kräfte und der Glaube, dem übermächtigen Rivalen Paroli bieten zu können.

Es war Federico Almerares vorbehalten, den rot-blauen Torreigen zu eröffnen. «Ich habe ihm schon vor dem Anpfiff gesagt, dass er zweimal treffen wird. Und Pascal Schürpf auch», schmunzelte Fink, der hofft, dass «jene, die sich an diesem Wochenende ausruhen konnten, am Mittwoch dies auch honorieren werden.»

Wenig Aufwand, ordentlicher Ertrag

Die Geschichte der zweiten 45 Minuten ist schnell erzählt. Auf der einen Seite willige, aber schlicht überforderte Platzherren; auf der anderen Seite der oberklassige Klub, der mit wenig Aufwand einen ordentlichen Ertrag, in Form von drei weiteren Goals, erzielte.

Den Schlusspunkt setzte Daniel Unal, der eine wunderbare Flanke in den Strafraum schlug, wo Almerares diese mit einem herrlichen Flugkopfball ins Tornetz spedierte. Ein würdiger Abschluss einer kurzweiligen und äusserst fair ausgetragenen Cuppartie.

Auf der rechten Aussenbahn entwickelte Tembo viel Druck und krönte seinen couragierten und engagierten Auftritt mit einem satten Schuss, der das 0:3 bedeutete. «Fede und Pascal (Anmerkung der Redaktion: Damit meinte Thorsten Fink Almerares und Schürpf) haben bewiesen, dass sie bereit sind, wenn man sie für andere Aufgaben wie Meisterschaft und Champions League benötigt.

Aus diesem Grund war es das einzig Richtige, heute jenen Akteuren eine Einsatzmöglichkeit zu geben, die zuletzt weniger gespielt haben», so der Ex-Bayern-Profi.