Fussball
Und jetzt wünscht sich Muttenz den FCB

Der SV Muttenz gewinnt das Erstrundenderby beim FC Pratteln mit 3:2 nach Verlängerung. Ein Treffer in der 99. Minute durch Manuel Alessio entschied die Erstrunden-Cup-Partie zugunsten der Oberklassigen.

Alan Heckel
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Umkämpfter Cup-Fight: Der Muttenzer Bandh Dauti (links) beschäftigt den Prattler Leonardo Tuffili.

Umkämpfter Cup-Fight: Der Muttenzer Bandh Dauti (links) beschäftigt den Prattler Leonardo Tuffili.

Roland Schmid
Der Muttenzer Stürmer Robin Schüpbach (links) hat sich ein wenig gar viel zugemutet.
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Fabio Gisler (oben) im Kopfballduell gegen Cinar Cagaty.
Philippe Sidler kommt vor Diego Stöckli vor Prattelns Torhüter David Heutschi zum Abschluss.
Philippe Sidler (Nummer 15 versucht Loris Minnig zu stoppen.
Diego Stöckli (links) im Zweikampf mit dem Prattler Philippe Sidler.
Ugur Findik (rechts) ist unter den Augen von Captain Adrian Martinovic schneller am Ball als der Muttenzer Manuel Jenni.

Der Muttenzer Stürmer Robin Schüpbach (links) hat sich ein wenig gar viel zugemutet.

Roland Schmid

War es der Klassenunterschied oder die Tatsache, dass der SV Muttenz im Gegensatz zum FC Pratteln bereits 90 Wettkampfminuten in den Beinen hatte? Auf jeden Fall nahm der Gast von der ersten Sekunde an das Spiel in die Hand: Die Muttenzer waren schneller, entschlossener und zweikampfstärker als der Platzklub und wussten die optischen Vorteile umgehend in Zählbares umzumünzen.

Nur 92 Sekunden waren gespielt, da durften die Rot-Schwarzen erstmals jubeln. Loris Minnig hatte gut nachgesetzt und Manuel Jenny in Ballbesitz gebracht. Dieser degradierte die Prattler Abwehrspieler zu Slalomstangen und traf zum 0:1. Nur drei Minuten später profitierte Diego Stöckli vom fehlerhaften Verhalten der FCP-Defensive: Der Muttenzer Stürmer konnte unbedrängt eine Freistossflanke Cedric Haas’ ins Netz köpfeln.

Prattelns Start war eine «Katastrophe»

Auf die Startphase angesprochen, kam Roger Iseli spontan das Wort «Katastrophe» über die Lippen. «Bevor wir auf den Platz gingen, haben wir uns eingeschworen, parat zu sein. Kaum ging der Match los, war nichts davon zu sehen», ärgerte sich Prattelns Trainer.

Der Underdog konnte sich bei Goalie David Heutschi bedanken, dass die Partie nicht bereits nach zehn Minuten entschieden war, als der Goalie in höchster Not einen Flachschuss Loris Minnigs an den Pfosten lenken konnte.

Eine mangelhafte Spieleröffnung der Muttenzer ermöglichte den Prattlern in der 13. Minute die erste Chance, die Chris Zurbrügg umgehend zum Anschlusstreffer nutzte. «Wir waren uns zu sicher und sind bestraft worden», so SVM-Verteidiger Fabio Gisler. Das 1:2 wirkte wie eine Beruhigungspille, der Muttenzer Schwung ebbte ab, das Geschehen spielte sich fortan vorwiegend im Mittelfeld ab.

Ein echter Leckerbissen

Erst nach dem Seitenwechsel kam der Favorit wieder zu guten Chancen. Doch weil Heutschi mehrere gute Paraden zeigte und Gabriele Stefanelli die tolle Vorarbeit Alessandro D’Angelos per Heber zum 2:2 veredelte, war der Match nach einer Stunde neu lanciert.

Die Muttenzer hatten zwar Vorteile, doch die Prattler Nadelstiche blieben gefährlich. «Wir haben den Leuten ein echtes Cup-Spektakel geboten, in dieser Partie war alles drin», bilanzierte Muttenz-Trainer Sandro Kamber.

Rote Karte für Prattler Goalie

Der Match ging in die Verlängerung und kippte wieder auf die Seite der Gäste. Manuel Alessio nutzte eine Brust-Vorlage des ebenfalls eingewechselten Alhassane Ndiaye zum 2:3 (99.). Als Alessio in der 105. Minute von Heutschi ausserhalb des Strafraums gefoult wurde, musste der Prattler Goalie mit Rot vom Platz.

Doch weil der Muttenzer Emanuel Schmidt kurz darauf wegen einer Schulterverletzung raus musste und das Auswechselkontingent ausgeschöpft war, ging es mit Gleichbestand weiter.

Über die Art und Weise des Sieges wollte Sandro Kamber nach Spielende nicht allzu viele Worte verlieren: «Im Cup zählt das Weiterkommen, das haben wir geschafft.» Verteidiger Gisler und seine Teamkollegen wünschen sich in der nächsten Runde «einen Grossen – am liebsten den FCB!»

FC Pratteln – SV Muttenz 2:3 n.V. (2:3, 2:2, 1:2)

Sandgrube. – 440 Zuschauer. – SR Von Arx. – Tore: 2. Jenny 0:1. 5. Stöckli 0:2. 13. Zurbrügg 1:2. 59. Stefanelli 2:2. 99. Alessio 2:3.

Pratteln: Heutschi; Infantino, Sidler, Martinovic, Atici; Ugur Findik (30. Balmat); Stefanelli (79. Emre Findik), Zurbrügg; Tufilli, Cinar (105. Dzeladini); D’Angelo.

Muttenz: Reist; Gisler, Dauti (71. Ndiaye), Tanner, Borgeaud; Haas (79. Schmidt), Schüpbach, Eggenberger, Minnig; Jenny; Stöckli (65. Alessio).

Bemerkungen: Pratteln ohne Conserva (verletzt), Afizi, Costanzo, Di Paolo, Gegaj und Rosselli (alle abwesend). Muttenz ohne Belafatti, Graber (beide verletzt), Erhard (abwesend), Chèvre, Petkovic und Uebersax (alle kein Aufgebot). – Platzverweis: 105. Heutschi (Notbremse). – Verwarnungen: 39. Zurbrügg (Foul), 44. Haas (Reklamieren), 63. Dauti, 75. Infantino (beide Foul), 107. Schüpbach (Hands), 111. D’Angelo, 118. Stefanelli (bereits ausgewecshelt) (Reklamieren). – 10. Heutschi lenkt Schuss von Minnig an den Pfosten. 31. Tor von Stefanelli aberkannt (Offside). 96. Pfostenschuss Alessio. 107. Schmidt mit Schulterverletzung ausgeschieden, Muttenz spielt zu zehnt fertig. 108. Reist hält Handspenalty von Zurbrügg.