Um ihren stark beanspruchten U21-Junioren ein verlängertes freies Wochenende zu gönnen, einigten sich der FC Zürich und der FC Basel darauf, ihr Aufeinandertreffen in der Promotion League vom Samstag auf Mittwoch vorzuverschieben. Die Basler dürften ein auf ein schöneres Osterweekend vor sich haben, setzten sie sich doch in diesem Prestigeduell auf der Sportanlage Heerenschürli verdient mit 2:1 durch.

Schlitzohrige Tore

Matchwinner war allerdings kein hoffnungsvolles Nachwuchstalent, sondern ein gestandener Profi: Davide Callà, der unter Raphael Wicky im FCB-Fanionteam nur noch wenig Einsatzzeit erhält, erzielte beide Treffer für die Rotblauen auf schlitzohrige Art und Weise.

In der 17. Minute versenkte der Routinier einen seitlichen Freistoss in der nahen Torecke und nur sechs Zeigerumdrehungen später setzte er zu einem Lauf in den Fünf-Meter-Raum an, nur um sich wieder ein paar Meter zurückfallen zu lassen und eine Noah-Okafor-Flanke per Kopf zu versenken. „Davide hat heute den Unterschied gemacht. Er hat sich super ins Mannschaftsgefüge angepasst und die Jungen geführt“, lobte Trainer Arjan Peço.

Zittern bis zum Schluss

Weil die Basler ihr Chancenplus nicht in weitere Tore ummünzen konnten, mussten sie aber bis zum Ende um die drei Punkte zittern. Zum einen, weil Yannick Kouame in der 62. Minute zum 1:2 verkürzt hatte, und zum anderen, weil die Rotblauen in der Schlussphase zu zehnt spielen mussten. Abwehrchef Yves Kaiser hatte sich verletzt, nachdem sein Trainer dreimal gewechselt hatte.

Nach dem dritten Auswärtssieg in der Rückrunde sieht die Welt beim FCB-Nachwuchs wieder schöner aus. „Die Spiele, die wir gewinnen mussten, haben wir gewonnen“, bilanzierte Arjan Peço, der glaubt, dass sein Team fortan nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird. „Wir können in der Tabelle nach vorne blicken.“

Niederlage gegen das Schlusslicht

Für die Old Boys sieht die Lage dagegen ganz anders aus: Die Gelbschwarzen verloren ihr „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Schlusslicht United Zürich mit 0:1 und haben (bei einem Match mehr) weiterhin sechs Zähler Differenz zum rettenden Ufer. Den einzigen Treffer im Dauerregen auf der Schützenmatte markierte Thomas Schiavano drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit.

Die Basler hatten in dieser sehr fairen Partie ein Plus an Ballbesitz, konnten sich aber kaum echte Torchancen erspielen. „In Zone 3 fehlen uns derzeit Qualität, Selbstvertrauen und Glück“, gab Trainer Aziz Sayilir zu. Lediglich Deny Gomes, der in der 37. Minute aus kurzer Distanz den Pfosten traf, konnte die Gästeabwehr um Ex-FCZ-Goalie Andrea Guatelli wirklich beunruhigen.

Individuelle Fehler

Die mit einer Kontertaktik angetretenen Zürcher hatten in der Summe mehr torgefährliche Aktion – die meisten davon aber nur deshalb, weil die Old Boys in der Abwehr patzten. Loic Limanaj rutschte als hinterster Mann aus (22.), Edonis Asani (42.) und Antonio Fischer (58.) brachten den Gegner in der Mitte der eigenen Hälfte mit technischen Unzulänglichkeiten in Ballbesitz, profitieren konnten die United-Angreifer aber lange Zeit nicht.

„Kämpferisch und läuferisch war unser Auftritt okay, doch wir haben individuelle Fehler gemacht, die man auf diesem Niveau nicht machen darf“, sprach Sayilir Klartext. Dass nach der bitteren Niederlage der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt ist, weiss auch der Solothurner, der sich dennoch kämpferisch gibt: „Ich bin keiner, der aufgibt. Wir haben noch neun Spiele. Wir müssen einfach weitermachen und hoffen. Mehr können wir nicht tun.“