Acht Jahre ist es her, dass der Niedergang von Basel Magic der Unihockey-Euphorie in der Nordwestschweiz einen herben Dämpfer verpasst hat. Zu grosse Ambitionen und finanzielle Probleme zwangen das Aushängeschild der Region in die Knie. Acht Jahre blieb die Region ohne Team in den Nationalligen, wurde zum Unihockey-Entwicklungsgebiet degradiert, während die Achse Bern-Zürich-Chur florierte. Samstag Abend um 19.15 Uhr meldet sich die Nordwestschweiz zurück: Unihockey Basel Regio startet in den Sandgruben beim Badischen Bahnhof in sein NLB-Abenteuer. Am Ursprung dieses Phönix-Prinzips steht Aufbauarbeit aus dem Leimental.

Vor 10 Jahren spannten dort die Squirrels Ettingen und der TV Oberwil zusammen. Das Ziel war es, Leistungssport für Unihockey-Talente anbieten zu können. Knapp drei Jahre später schlossen sich der UHC Basel United und die Griffins Muttenz-Pratteln dem nun grössten Projekt im Raum Basel an. Die vier Stammvereine bestehen allesamt weiter und sind für den Breitensport sowie die Juniorenausbildung zuständig. Die besten Talente werden an Basel Regio abgegeben, wo sie an den Leistungssport herangeführt werden. Sportchef und Schlüsselspieler Patrick Mendelin spricht dieser Kooperation grösste Bedeutung zu: «In unserer Region haben wir kaum andere Möglichkeiten. Wir sind für unseren Erfolg verantwortlich. Wie gut wir in Zukunft sind, steht und fällt mit der Nachwuchsarbeit.»

Die Ausgangslage stimmt

Das Konzept eines Dachvereins scheint die einzige Methode zu sein, um in der Nordwestschweiz Erfolg haben zu können. Konstruktive Zusammenarbeit soll helfen, das grosse Einzugsgebiet optimal zu nützen und ein breites Fundament aufzubauen. Das ist Basel Regio gelungen. Nicht aus dem Boden gestampft, sondern aus einer soliden Juniorenbasis entstanden, kann man bei Herren und Damen, die beide in der NLB spielen, von einem nachhaltigen Erfolgsprojekt sprechen.

Dennoch ist man längst nicht am Ziel. «Wir hinken anderen Regionen noch hinterher und es braucht einiges an Arbeit, bis wir diese Lücke schliessen können», weiss Mendelin. «Wenn im Juniorenbereich Infrastruktur und Ressourcen grösser wären, könnten wir noch schneller wachsen», ergänzt er. So warten alleine in Oberwil über 50 Kinder darauf, mit Unihockey zu beginnen.

Nicht nur die finanziellen Ressourcen hemmen die Entwicklung. Das Fehlen anderer Profiteams im Raum Basel erschwert es, das Fanionteam zu verstärken. «In Zürich und Bern gibt es mehrere Nationalliga-Vereine. Ein Spieler kann dort ohne Probleme lokal wechseln. Das macht es nahezu unmöglich, erfahrene Spieler nach Basel zu locken», sagt Daniel Moser, der neue Headcoach der Basler. Könnte man den Spielern einen Lohn anbieten, wäre dieses Problem behoben. Doch bekommen bei den Baslern einzig die beiden Estnischen Nationalspieler ein Taschengeld. Die anderen Spieler arbeiten nebenbei Vollzeit. Moser gewinnt der Isolation aber auch Positives ab: «Es verlassen kaum Talente den Verein, um sich einem grösseren Klub anzuschliessen.»

Der Isolation entgegenwirken könnte man mit einer Vergrösserung des Dachvereins. Es gibt mit Riehen (3. Liga), Waldenburg (2. Liga) und UH Fricktal (1. Liga) einige Vereine, die geeignet wären. «Bei kleineren Vereinen aus der Region Basel könnte es zu einer Zusammenarbeit kommen, aber da ist noch nichts spruchreif», lässt sich Mendelin nicht in die Karten blicken. Eine Fusion mit UH Fricktal stehe aber wegen der regionalen Ausrichtung nicht im Raum.

Der FCB ist nicht schuld

Der grosse Zulauf an Junioren beweist, dass in der Nordwestschweiz neben Fussball doch Platz ist für Trendsportarten. Generell sieht man den FC Basel nicht als Sündenbock. «Ich denke, mit einem Vergleich mit dem FCB macht man es sich zu einfach. Man sollte nicht behaupten, dass er uns die Zuschauer wegnimmt», argumentiert Moser. Er bevorzugt den Vergleich mit Teams, die sich in ähnlichen Sphären wie Basel Regio bewegen: «Wir müssen eher auf die anderen Unihockey-Nationalliga-Vereine oder den EHC Basel KLH schauen. Da können wir sicherlich mithalten.»