2. Inter
Uninspirierter Heimauftritt Laufens gegen Schlusslicht

Laufen verliert zu Hause trotz früher Führung mit 2:3 gegen Franches-Montagnes. Laut dem enttäuschten Trainer des FC Laufen, Mario Ritter, leidet das Team an Selbstüberschätzung.

Edgar Hänggi
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Anton Weis (rechts) war der auffälligste Spieler der Laufner. Aeschbach

Anton Weis (rechts) war der auffälligste Spieler der Laufner. Aeschbach

«Ich rechnete damit, dass sich Franches gut verkaufen wollte, aber nicht mit der leidenschaftslosen Leistung meines Teams», versuchte Laufens Trainer Mario Ritter die enttäuschende Darbietung seines Teams zu erklären.

Der Sieg von Franches-Montagnes war vor allem dank der schwachen Vorstellung der Laufner möglich. Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack der Laufentaler. Kevin Eigenmann spitzelte in der fünften Spielminute ein Zuspiel von Bekim Halimi am Gästegoalie vorbei zur frühen Führung ins Tor. Statt befreit aufzuspielen, wurde Laufens Spielaufbau aber zusehends verkrampfter und durch individuelle Fehler gestoppt. Zur Pause war jedoch das Ergebnis in Ordnung.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spielniveau nicht besser. Doch just, als die Partie auf die Seite des Heimteams zu kippen schien und der Gegner nicht mehr so aggressiv in die Zweikämpfe ging, fiel der Ausgleich. Kosta Diseris verlor als letzter Mann ein Duell gegen Christophe Pelletier und gegen dessen platzierten Schuss hatte auch Torhüter Tobias Schnell nichts zu bestellen. Fünf Minuten später kam es noch schlimmer für Laufen. Die Gäste verwerteten einen Handelfmeter zur Führung.

Mario Ritter zweifelt

Das Ritter-Team versuchte zu reagieren, doch fehlte es den Angriffen an Überzeugung und Genauigkeit. Es brauchte schon die individuelle Klasse eines Anton Weis, der sie in der 74. aufblitzen liess, als er einen Freistossball ins linke Lattenkreuz zirkelte. Ritter versuchte in diesem Spiel alles, begann mit drei Stürmern, stellte auf das bewährte 4-4-2 um, dann auf drei Verteidiger, als man in Rückstand geriet. In der 90. Minute konnte Josse Berberat aus acht Metern frei stehend aufs Tor köpfeln. Schnell wehrte ab, doch gegen den Nachschuss von Captain Michael Tschirren war er machtlos.

Nach diesem Schlusspunkt brauchte Ritter lange, um sich zu sammeln. Ob er nächste Saison noch Trainer sei, wollte er nicht beantworten. Viele meiner Spieler überschätzen sich und bringen momentan auch kämpferisch zu wenig. Wir hatten wohl zu hohe Ambitionen anfangs Saison und einfach nicht mehr Potenzial. Ich rechne auch in den kommenden Spielen nicht mit einer Trotzreaktion. Wir sind jetzt in jedem Match der Aussenseiter!»