Urs Fischer sitzt in der Hocke. Neben ihm steht Markus Hoffmann. Und zwei Meter von ihnen entfernt absolvieren die Spieler gerade eine Passübung. Annehmen, weiterpassen. Die Übung läuft problemlos. Fischer beobachtet sie ruhig. Wie gewohnt. Die Anweisungen gibt Marco Walker in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Französisch. Er ist etwas weniger ruhig als Fischer. Auch das: wie gewohnt.

Es ist die erste Trainingseinheit nach Bekanntwerden der Tatsache, dass Fischer – genau so wie seine Assistenten Hoffmann und Walker – im Sommer ihren Posten beim FC Basel räumen müssen. Nicht, weil sie schlechte Arbeit machen würden. Sondern «weil es für einen Neustart auch eine Neubesetzung auf dem Posten des wichtigsten Angestellten braucht», wie der ab Sommer waltende Sportchef Marco Streller am Montag die Trennung erklärte.

Beobachten und geniessen

Zwei Tage später an diesem Mittwochmorgen scheint beim FC Basel alles wie immer. Courant normal. Die Mannschaft lässt sich nichts anmerken. Ihr wurde der Entscheid am Montagmorgen von Fischer persönlich mitgeteilt – weil der Cheftrainer das explizit so wünschte.

Auf das spielerische Element mit Ball am Fuss folgen Laufschule und Sprintübungen – mit dem Ball in weiter Ferne. Walker gibt weiter den Ton an. «Moi, was ist los? Ich weiss doch, dass du schnelle Füsse hast!», peitscht er Mohamed Elyounoussi an. Fischer seinerseits ist weiter mehrheitlich stiller Zuschauer. Immer wieder lacht er ob der Tatsache, wie sehr sich seine Jungs freuen können, eben das Sprintduell gewonnen zu haben.

Er scheint die Einheit zu geniessen. Wie er das stets zu tun pflegt. Er war es ja auch, der gerne FCB-Trainer geblieben wäre, wie Streller am Montag ausrichtete. Fischer selber will sich erst am Freitag vor den Medien äussern.

Die Gegenwart zählt

Nach absolvierten Laufeinheiten wechselt die Mannschaft den Platz. Vom kleinen auf das grosse Feld. Einer der vier anwesenden Fans nutzt den Unterbruch als Gelegenheit, um Fischer anzusprechen. «Herr Fischer, darf ich ein Selfie mit Ihnen machen?» Seine Reaktion, bestimmt aber freundlich, ist ein: «Nicht jetzt. Da bitte ich um Verständnis.»

Stiller Beobachter: Urs Fischer im Training.

  

Das «Jetzt», es bezieht sich kaum auf seine neue Situation. Jene, dass nun alle wissen, dass er gehen muss. Sondern darauf, dass das Training in vollem Gange ist. Und dann sind jedwede Ablenkungen für ihn absolut tabu – wie gewohnt. Kurz nach seiner Absage an den Fan müssen die Zuschauer gehen. Materialwart Roger Eglin lässt ausrichten, dass nun Taktiktraining angesagt ist. Und dieses ist nie öffentlich.

Es ist also ein ganz normales Training im FCB-Alltag. Wer etwas anderes erwartet hätte, kennt Fischer nicht. Für ihn gilt immer: wichtig ist das Hier und Jetzt. Das nächste Spiel geniesst immer allerhöchste Priorität. Und das ist jenes gegen Lausanne am Samstag. Schleifen lassen? Ein Fremdwort für ihn. Wenn einer etwas durchzieht bis zum Schluss, dann Fischer.