Dominik Schmid (19) macht seine Sache hervorragend. Ballverluste? Fehlanzeige. Seine Ballbehandlung? Schön anzusehen. Die Kollegen spielen ihn an, als wäre er schon Jahre dabei. Dabei sammelt Schmid im defensiven Mittelfeld gegen GC seine ersten Einsatzminuten im Profifussball. Für Schmid ist das Super-League-Debüt nach einem harten Jahr mit Lehrabschluss, wegen dem er nicht mit ins Wintertrainingslager reiste, der verdiente Lohn.

Mit Raoul Petretta (20) und Neftali Manzambi (20) bekommen zwei weitere ehemalige FCB-Junioren wichtige Einsatzzeit. Und auch Dereck Kutesa (19) steht zum ersten Mal in der FCB-Startelf. Von den gestern eingesetzten Spielern sind nur drei nicht in den 90ern geboren: Marc Janko (Jahrgang 83), Tomas Vaclik (89) und der eingewechselte Doppeltorschütze Seydou Doumbia (87).

«Schön zu sehen, welches Potenzial unsere Reservespieler haben»

Noch-FCB-Pràsident Bernhard Heusler:

«Schön zu sehen, welches Potenzial unsere Reservespieler haben»

Nach der Partie sind alle voll des Lobes über die nächste FCB-Generation, die selber noch nicht öffentlich sprechen darf. «Schön zu sehen, welches Potenzial unsere Reservespieler haben», sagt Präsident Bernhard Heusler. Trainer Urs Fischer fügt an: «Die Jungen haben mir heute ohne Ausnahme alle gefallen.» Überrascht hat ihn die gute Leistung der jungen Wilden nicht. Auch dem gestrigen Abwehrboss Manuel Akanji gefällt ihr Auftritt: «Am Anfang waren Dominik und Dereck noch etwas nervös. Das war bei meinem ersten Spiel von Beginn an bei den Profis damals auch so. Aber je länger das Spiel dauerte, umso besser wurden sie. Durch das gute Debüt werden sie motiviert sein, für weitere Einsätze zu schuften.» Akanji muss es wissen. Mit 21 ist er Stammspieler und sein Werdegang deswegen ein Vorbild für den Nachwuchs.

Die Bilder des Spiels:

Man könnte meinen, der Entscheid, den Jungen eine Chance zu geben, war eine Anweisung der neuen FCB-Verantwortlichen. Denn diese planen bereits die nächste Saison und wollen sehen, auf wen sie zählen können. Doch weit gefehlt. Obwohl Fischer noch den Punkterekord von Christian Gross aus der Saison 2003/04 übertreffen kann, schenkt er seinen Reservisten das Vertrauen. Das zeigt, wie viel Klasse der alte Trainer hat. Bis zu seinem letzten Arbeitstag in Basel handelt er nur im Sinne des Vereins. «Der Cupfinal hat auf und neben dem Platz viel Energie gekostet. Deswegen habe ich die Mannschaft auf acht Positionen verändert», begründet Fischer nüchtern seine Entscheidung.

Umso besser für den Trainer, dass auch die B-Elf gut genug ist, um gegen GC zu gewinnen. Durch den Sieg steht der FC Basel bei 83 Punkten. Noch ein Dreier im abschliessenden Meisterschaftsspiel im Joggeli gegen St. Gallen und Fischer hat mit seiner Mannschaft einen Punkt mehr gesammelt, als Gross vor 13 Jahren.