Neulich hat Renato Steffen erzählt, dass sich eine seiner Katzen vor dem 2:0-Erfolg gegen die Young Boys zwei Mal gedreht und damit exakt den Sieg vorausgesehen habe. Frage an den dreifachen Torschützen vom Sonntag: Wie oft hatte sich das Haustier nun vor dem Basler Auftritt in St. Gallen gedreht?

«Ui, zum Glück gar nicht. Sonst wäre ihm ganz schön schwindlig geworden», sagte Steffen nach dem grossen Basler Auftritt in der AFG-Arena. Erstmals in seiner Super-League-Laufbahn waren ihm drei Tore in einem Spiel gelungen. «Das ist natürlich schön, aber es war ja die ganze Mannschaft, die gut gespielt hat», sagte Steffen.

An ein 7:0 gewonnenes Spiel mochte er sich nicht erinnern. «Das muss mal bei den Junioren gewesen sein, aber ich weiss es nicht mehr.» Sie hätten sich in der Pause vorgenommen, vermehrt in die Tiefe zu spielen, sagte Steffen, «das Spiel lief dann für uns, und später sind die St. Galler eingebrochen. Mitleid mit ihnen habe ich aber nicht gehabt.»

Starke Joker

Zufrieden mit dem Nachmittag durften auch die beiden Joker Davide Callà und Naser Aliji sein. Callà sagte: «Das war ein Spiel, das jedem von uns noch mehr Selbstvertrauen gibt. Wir betrieben einen grossen Aufwand und wurden dafür belohnt.» Ob er nun als Doppeltorschütze geführt werde oder sein erstes «Tor» als Eigentor von Gianluca Gaudino gewertet werde, sei ihm letztendlich egal.

«Das interessiert doch nur die Statistiker», sagte der Winterthurer. Aliji, in der Pause für den angeschlagenen Behrang Safari gekommen und als Linksfüsser ebenfalls auf der rechten, der «verkehrten», Seite eingesetzt, sagte: «Ich habe ja nicht das erste Mal auf dieser Position gespielt und daher habe ich mich gut zurechtgefunden.»

Wichtig sei natürlich gewesen, dass sie nur kurze Zeit nach der Pause das 2:0 erzielt hätten, sagte Aliji. «Dass ich zu einem so tollen Sieg noch zwei Assists beisteuern konnte, macht das Ganze umso schöner.»

Verständlich, dass nach einem 7:0 auch der Trainer Urs Fischer nicht nach einem Haar in der Suppe suchen mochte. «Dies war ein Auftritt, wie ich ihn mir vorstelle. Nicht allein wegen des Resultats», sagte Fischer.

«Wir waren von der ersten Sekunde an parat. In der Pause haben wir dann gesagt, wir müssten noch häufiger den Rhythmus wechseln, und das ist dann auch gelungen.» Aber auch Fischer, der keine Freudentänze aufgeführt hatte («Ich habe mich innerlich gefreut») war klar: «Ein 7:0 gibt auch nur drei Punkte.»