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Vailatis Horrorflug und Cabrals Verzicht

Die Meisterschaft wirft ihre Schatten voraus: Murat Yakin (in der Kreismitte) erklärt seinem Kader die nächste Übung.Andy Mueller/Freshfocus

Die Meisterschaft wirft ihre Schatten voraus: Murat Yakin (in der Kreismitte) erklärt seinem Kader die nächste Übung.Andy Mueller/Freshfocus

Am siebten Tag des Trainingslagers in Südspanien ist der FC Basel endlich komplett. Vor allem für Ersatztorhüter Germano Vailati wird die Anreise wohl für immer in Erinnerung bleiben.

Endlich. Sechs Tage mussten vergehen, bis Murat Yakin gestern zum ersten Mal im Trainingslager sein gesamtes Kader plus Testspieler Mohamed El Nenny und U21-Goalie Stefan Lapcevic zur Verfügung hatte. «Vier Goalies im Training – das habe ich noch nie erlebt», lachte der Trainer des FC Basel am Rand des Platzes.

Turbulenzen im Flugzeug

Zu Beginn der Woche musste Raúl Bobadilla und Cabral wegen Grippe passen, am Mittwoch, Donnerstag und Freitag trainierten Marco Streller und Kay Voser alleine, nachdem sie über Beschwerden im Oberschenkel klagten. Vorgestern ist auch Ersatzgoalie Germano Vailati in Andalusien angekommen – ihn plagte eine heftige Magen-Darm-Grippe, die eine frühere Anreise unmöglich machte. Wobei sich der Tessiner im Anflug auf Malaga wohl gewünscht hat, er wäre zu Hause geblieben. Mannschaftsarzt Felix Marti, der zusammen mit Vailati im Flugzeug sass, berichtete von heftigen Turbulenzen. «Der Pilot musste das Flugzeug runterdrücken, nach dem ersten Aufsetzen machten wir nochmals einen Satz über 150 Meter», so Marti. Er und Vailati waren froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Übrigens genauso wie der Tross der Berner Young Boys, der in der gleichen Swiss-Maschine sass und sich noch bis Samstag in Spanien auf die Rückrunde vorbereitet.

Der Wind war schon die ganze Woche ein störendes Element. Am Samstag waren die Böen derart stark, dass sie rund um den Trainingsplatz des FC Basel den Metallzaun aus dem Boden rissen. Während die Basler gestern Vormittag an ihrem Passspiel und Torabschluss arbeiteten, flickten die Platzwarte notdürftig die umgerissenen Absperrungen.

Am Nachmittag wich der FCB wie schon einige Male in der letzten Woche auf die Anlagen des «Marbella Foot ball Center» im Landesinnern aus. Auch YB und Basels nächster Europa-League-Gegner Dnjepr Dnjepropetrowsk trainieren hier. Um die Ukrainer zu beobachten, lässt Murat Yakin extra FCB-Scout Jean Pierre Gerosa einfliegen. Einen ersten Eindruck erhält er der heute Abend im Testspiel zwischen den Young Boys und Dnjepr. Zeitgleich (Anpfiff 16 Uhr) trifft der FCB im «Estadio Municipal de Marbella» auf Ferencvaros Budapest. Im zweiten Test im Rahmen des Trainingslagers will Yakin wie schon gegen Bukarest (1:1) sämtliche Feldspieler einsetzen.

Afrika-Cup ohne FCB-Spieler

Während es am Samstag in Estepona stürmte, begann in Südafrika der Afrika-Cup. Ohne die FCB-Afrikaner Mohamed Salah (Ägypten), Jacques Zoua (Kamerun), Serey Die, Gilles Yapi (beide Elfenbeinküste) und Cabral (Kap Verde). Während sich die Nationalteams Ersterer nicht qualifizierten, erhielt Cabral ein Aufgebot. Der Mittelfeldpuncher verzichtete jedoch aus eigenen Stücken darauf, diesem Folge zu leisten. Zu lange wäre er vom FCB weg gewesen. Beim riesigen Konkurrenzkampf, der in Basel herrscht, wohl eine weise Entscheidung.

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