Er kam, sah und traf gleich doppelt: FCB-Stürmerstar Ricky van Wolfswinkel. Wie alle Spieler kriegte auch er nur 45 Minuten. Halbzeit 2 ist seine Zeit. Der FC Basel führt zu diesem Zeitpunkt dank eines Tores von Dominik Schmid (18.) mit 1:0. Zur Pause wechselt Trainer Raphael Wicky das komplette Team aus. Und irgendwie passt anfangs noch nicht wirklich alles zusammen. Regionalligist Rosenheim gleicht durch einen Konter aus. Doch der FCB reagiert prompt.

Knappe zwei Minuten nach dem Ausgleich lanciert Luca Zuffi Linksverteidiger Blas Riveros, der spurtet Richtung Grundlinie, passt scharf zur Mitte, Ricky van Wolfswinkel scheitert, aber Renato Steffen ist da und stellt die Führung wieder her. Kaum zwei Zeigerumdrehungen später ist es wieder Riveros, der Van Wolswinkel bedient. Dieses Mal schiebt der Holländer eiskalt ein. Kurz vor Schluss erzielt er seinen zweiten Treffer für seinen neuen Arbeitgeber. «Ich hoffe, es sind zwei von vielen Toren, die ich für den FCB noch schiessen werde», sagt die neue Nummer 9 mit einem verschmitzten Lächeln.

Aggressiv und störend

Neben der Torgefährlichkeit von Van Wolfswinkel hat dieser erste Test ausserdem gezeigt, wie der FCB nächste Saison auftreten könnte. Natürlich darf man dieses Spiel nicht überbewerten. Zu eindeutig sind die Kräfteverhältnisse. Hier der Schweizer Meister, dort der Regionalligist (vierthöchste Liga Deutschlands). Der FCB präsentiert sich in dieser Affiche aggressiv, sehr früh störend, dem Gegner kaum Zeit zum Durchatmen gebend.

«Diesen Sieg durfte man von uns erwarten», sagt Trainer Raphael Wicky. So zufrieden er mit dem Auftritt seines Teams ist, der Mentalität, die es an diesem Freitagabend zeigte, so kritisch gibt er sich danach bezüglich der Chancenauswertung: «Die Effizienz war nicht gut, sonst wäre das Spiel nicht 4:1, sonder 7:1 oder 8:1 ausgegangen.» Gefallen hat ihm, dass man zu so vielen Chancen kam.

Es ist dies auch eine Bestätigung seiner Arbeit. Während dieser ersten gemeinsamen Woche hat er einen Fokus auf das Offensivspiel gelegt. Wicky: «Wir haben versucht, ein paar Automatismen einzuüben, Prinzipien, wie wir spielen und auftreten wollen.» Das scheint durchaus gelungen. Immer wieder kommt der FC Basel über die Seiten zu Chancen. Vor allem Blas Riveros zeigt eine starke Leistung, erzeugt über seine linke Seite in der zweiten Halbzeit sehr viel Druck.

Während der ersten 45 Minuten überzeugt vor allem einer: Youngster Dominik Schmid (19). Gemeinsam mit Matías Delgado spielt er im Mittelfeld. Sehr präsent, mit grossem Laufpensum und dem Führungstor macht er auf sich aufmerksam. Chancen zu mehr Toren wären da gewesen. «Wir haben eine strenge Woche hinter uns, waren nicht mehr wirklich frisch, sonst wäre die Torausbeute wohl auch besser gewesen», sagt Wicky.

Bleibt er oder bleibt er nicht?

Gute News gab der FC Basel schon im Verlauf des Nachmittags bekannt. Vorzeitig verlängert der Serienmeister den Vertrag mit Mohamed Elyounoussi (22) um ein Jahr bis 2021. Zahlreiche Klubs aus der Premier League sollen Interesse am Norweger haben. Bedeutet die Vertragsverlängerung nun, dass er nächste Saison tatsächlich bleibt? «Mir gefällt es sehr in Basel, sonst hätte ich nicht verlängert. Eine wichtige Rolle spielte auch unser neuer Trainer, Raphael Wicky. Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm etwas reissen können», sagt Elyounoussi.

Das bedeutet freilich nicht, dass er nicht doch noch gehen könnte. Aber in der Champions League müsste sich der Norweger noch beweisen. Gut möglich, dass ein Wechsel erst im Winter Thema wird.