Handball
Verfrühtes Weihnachtsgeschank - Der RTV siegt im Kellerduell gegen Zürich

Zehn Tage mussten sich die Handballer des RTV Basel in Quarantäne begeben. Trotz dieser Pause gelingt den Baslern ein Big Point im Kellerduell gegen GC Amicita Zürich. Am Dienstag spielen die Realturner bereits wieder auswärts beim HC Kriens Luzern.

Sven Gautschi
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Der RTV Basel feiert den dritten Sieg der Saison.

Der RTV Basel feiert den dritten Sieg der Saison.

Juri Junkov

Die Hiobsbotschaft von Kantonsarzt Thomas Steffen erreichte die RTV-Verantwortlichen am Montag vor einer Woche: Zwei Spieler vom HSC Suhr Aarau waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle eingesetzten Spieler mussten aufgrund dessen in Quarantäne, der RTV-Staff ausgenommen. Glücklicherweise erkrankte nur Ismael Bela Esono Mangue am Virus und musste sich in Isolation begeben.

Trainings per Internet als Notlösung

Beim Rest wurde der Trainingsbetrieb für das Spiel gegen GC Amicitia unter der Leitung von Flügelspieler Basil Berger online per Zoom fortgesetzt. Man hätte das Beste aus der Situation gemacht, liess RTV-Coach Bagaric mitteilen. Der Spielbetrieb im Schweizerischen Handball sei nicht einfach, weil trotz der Schnelltests vor jedem Spiel immer ein Restrisiko bleibe, dass sich jemand infiziere. Auch dass viele seiner Spieler keine Vollprofis seien, nebenbei noch arbeiten und man sich den Rankhof mit den Volleyballern von Traktor teile, mache die Eindämmung des Virus’ zu einer administrativen Monsteraufgabe. Gerade mal vier Tage hatte Trainer Darijo Bagaric Zeit, um sein Team gegen GC Amicitia taktisch vorzubereiten. Die Stadtzürcher kamen nach ihrem ersten Saisonsieg gegen den TV Endingen mit nur noch zwei Punkten Rückstand gefährlich nahe an die Realturner heran und waren deswegen speziell motiviert. Für die Basler war es deswegen das wichtigste Spiel der Saison.

Auf dem Feld liess sich der Basler Traditionsverein nichts anmerken von diesen schwierigen Bedingungen. In der Defensive glänzte Schlussmann André Willimann mit einer Abwehrquote von 37 Prozent und hielt sein Team mit spektakulären Paraden durch die ganze Partie hindurch im Spiel. Um den Abwehrhünen Dennis Krause war der RTV Basel sehr solide organisiert und verteidigte fair. In der 17. Minute wurde der Ball zweimal erfolgreich von GC abgefangen und durch Aleksander Spende und Basil Berger zu einer ersten Vier-Tore-Führung verwertet, welche die Basler nicht mehr hergaben.

Offensiv überzeugender Auftritt der Basler

Offensiv waren die Realturner nicht nur von Topscorer Aleksander Spende abhängig, sondern wurden tatkräftig von Basil Berger, Luca Engler und Björn Buob unterstützt, die allesamt sehr souveräne Trefferquoten vorweisen konnten an diesem Sonntagabend. Die Zürcher Handballer versuchten zwar in der zweiten Halbzeit, die RTV-Offensive mit einer aggressiven Abwehr und einer Manndeckung von Torgarant Spende zu verwirren, was dem Team von Trainer Jakub Szymanski jedoch gründlich misslang.

Mitverantwortlich hierfür war auch das RTV-Urgestein Igor Stamenov: Dieser suchte mit seiner quirligen Spielweise konsequent die Lücken der offensiven GC-Verteidigung. Wenn er selber nicht traf, setzte er mit schönen Passspielen die Kreisläufer oder wie in der 35. Spielminute den anfliegenden Aleksander Spende ein oder holte wichtige Zeitstrafen und Siebenmeter heraus. Bereits nach dem Timeout von den Grasshoppern in der 44. Minute beim Spielstand von 26:20 für das Heimteam schienen die Zürcher gebrochen. Der RTV Basel verwaltete diesen Vorsprung souverän und gewann schliesslich absolut verdient mit 33:26.

Die Basler distanzieren sich so mit einem komfortablen Vorsprung von vier Punkten von den Abstiegsplätzen. Dass zudem Teamleader Spende bis Ende Saison 2023/24 unterschrieb, war das Tüpfchen auf dem I für dieses Handballjahr der Basler.

RTV Basel - GC Amicitia Zürich 33:26 (17:13)

15 Zuschauer. - SR Capoccia/Jucker. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen RTV Basel, 3mal 2 Minuten gegen GC Amicitia Zürich.

RTV Basel: Willimann (13 Paraden)/Kühner; Basler (1 Tor), Berger (6), Buob (4), Engler (5), Karthigaikumar, Karvatski, Khadkevich, Klauer, Krause (3), Ramseier (1), Schärer, Spende (11/3), Stamenov (1), Voskamp (1).

GC Amicitia Zürich: Marinovic (5 Paraden)/Bachmann (5); Alili (2 Tore), Antelmann, Bader, Brücker (2), Fröhlich (1), Kaletsch (4), Koller (1), Matic (6), Onamade, Paban Lopez (2), Popovski (8/4), Quni, Reznicek, Schild.

Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys 1:0.