Basketball

Verhängnisvolle sieben Minuten bringen die Starwings um den Sieg

Deondre Burns (rechts) war in Neuenburg der beste Starwings-Akteur. (Archiv)

Deondre Burns (rechts) war in Neuenburg der beste Starwings-Akteur. (Archiv)

Nur 92 Stunden nach dem ersten Heimerfolg gegen den BBC Nyon verlieren die Birsfelder Basketballer bei Union Neuchâtel knapp mit 71:78 (25:35). Doch die Starwings beweisen, dass sie auch gegen einen Titelfavoriten nahezu auf Augenhöhe mitspielen können.

Was wäre gewesen, wenn Starwings-Topskorer Matthew Milon hätte mitspielen kön­nen? Mit vier Profi-Spielern – wie sie die Neuenburger einsetzen konnten – hätte Starwings-Cheftrainer Dragan Andrejevic deutlich mehr rotieren können. Und wenn man bedenkt, dass Nathan Krill weiter­hin kränkelnd und angeschlagen spielt, schnell im Spiel mit Fouls belastet war und nach 33 Minuten defi­nitiv mit fünf Fouls ausscheiden musste, so verdient der starke Auftritt der Unterbaselbieter an den Gestaden des Neuenburgersees allerhöchstes Lob.

Von Beginn an bewies das Deutschschweizer Aushängeschild, dass es – trotz den vielen vorgängigen Niederlagen – kein Kanonenfuttter ist. Nach sieben Minuten leuchtete ein 7:15 für die Starwings von der Anzeigetafel auf – der Gastgeber, welcher mit Fribourg, Genf und Massagno die «Vier Grossen des Landes» bildet, war perplex.

Sieben Minuten lang eingebrochen

Aber gute, teils sogar starke, Phasen können die Starwings noch nicht über eine längere Spieldauer aufrechthalten. Das zweite Viertel war hierfür symptomatisch. Aus einem 16:20 nach 21 Minuten machte der Gastgeber bis zur 27. Minute ein 33:20. Das 17:0 innert knapp sieben Minuten brachte alle Mängel der Gäste zutage. Viel zu viele Ballverluste – in jedem Spiel sind es 20 und mehr, damit sind die Starwings ligaführend –, eine miserable Freiwurfquote von 40 Prozent und einige forcierte Würfe, weil das Kol­lektivspiel zusammenfiel oder man durch Gegenstösse überrannt wurde.

Aber der Gast aus Birsfelden bewies - trotz Ausfällen, Blessuren, Foulbelastungen und Krankheiten - Moral. Und als es nach 38 Minuten nur noch 71:65 stand, war noch alles möglich. Weil aber Nathan Krill längst ausgeschie­den war, die Birsfelder teilweise Pech mit Entscheidungen der Schiedsrichter bekundeten und einige ärgerliche Ballverluste zu verzeichnen waren, kam Neuchâtel dennoch zum logischen Sieg. Einen, den sich die Ro­mands hart erkämpfen mussten. Und der vor allem deshalb zustande kam, weil niemand bei den Starwings in der Lage war, den Schweizer Bryan Co­lon zu stoppen. Zudem konnte Neuchâtel mit den vier US-Profis Vernon Taylor, Griffin Kinney, Markel Humphrey und dem 214-Zentimeter-Riesen Daniel Giddens fleissig rotieren. Ein Luxus, den die Birsfelder derzeit nicht haben.

Deondre Burns und Cheikh Sane überzeugen

Erfreulich ist, dass Joël Fuchs nach seinem Einstand am Mittwoch gegen Nyon nun auch in Neuenburg aufspielen konnte. Nach 13 Minuten kam er als zehnter Mann in die Partie, in der 33. Minute warf er den ersten von zwei Dreiern. Es ist ein grosser Hoffnungsschim­mer für die Zukunft. Deondre Burns brillierte zudem als Skorer, wobei er alle seiner vier Dreipunkte-Versuche in den Korb brachte. Vid Milenkovic, der in der Stammfünf spielen durfte, hatte nach 90 Sekunden schon zwei Fouls und nahm sich somit selber aus dem Spiel. Starwings-Center Cheikh Sane begann diskret, steigerte sich aber gewaltig und wies 15 Punkte und sagen­hafte 16 Rebounds – davon sieben in der Offensive – auf. Und auch der 20-jährige Yafet Haile holte sich sieben Rebounds – davon fünf im Angriff. Schade ist, dass Haile, Sébastien Davet und vor allem Ilija Vranic in der Offensive zu wenig Akzente setzen konnten. Ansonsten wäre der Sieger wohl nicht Union Neuchâtel gewesen.

Die Starwings, obwohl mit Nyon der David der Liga, hat als einziges Team die acht Vorrunden-Spiele schon ausgetragen. Allerdings fanden diese in englischen Wochen statt, oft mit drei Partien in sechs Tagen. Es ist dies eine Zumutung für Amateure, deren Profis krank oder verletzt waren und teilweise noch sind. Auch die An­setzung des modifizierten Spielplans kam den Birsfeldern nicht entgegen.

Zwei Wochen Zeit für Regeneration

Nun hat die Equipe von Trainer Andrejevic zwei Wochen Pause. Es ist zu hoffen, dass das Lazarett einigermassen auf die Beine kommt und als Kollektiv agieren kann. Die Star­wings verfügen nämlich über ein homogenes Team mit vier guten Profispielern und einem Schweizer Quintett, das entwicklungsfähig ist oder viel Routine aufweist. Wenn ein komplettes Starwings auf dezimier­te Rivalen träfe, würde sich wohl auch die Rangliste anders präsentieren. Dort sind die Starwings aktuell mit erst einem Sieg aus acht Spielen Sechster. 

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