Basketball

Verhandeln und dann weiter pokern

Rokas Uzas soll nächste Saison für die Starwings auflaufen. Foto:zvg

Rokas Uzas soll nächste Saison für die Starwings auflaufen. Foto:zvg

Die Starwings sind fleissig daran, ihr Kader für die nächste Saison zusammenzustellen. Doch gerade die ausländischen Cracks sind nicht immer ganz pflegeleicht und sind stets darauf aus, das beste Angebot herauszuholen.

Viktor Mettler, der frühere Birsfelder Basketballer mit Nationalliga-A-Vergangenheit, ist nicht nur ein stattlicher Zweimeter-Mann, sondern hat sich mit Enthusiasmus in seine neue Rolle als Teammanager der Starwings gestürzt.

Doch die Aufgabe ist nicht einfach: Mit einer bescheidenen Gehaltssumme für zwölf Basketballer, darunter wenn immer möglich vier ausländische Verstärkungen, muss Mettler ein Team zusammenstellen, das «stärker als jenes der letzten drei Jahre sein sollte», so der in Rheinfelden wohnhafte Finanzexperte.

Keine Steine in den Weg legen

Die Gesamtsumme pro Monat, im tiefen zweistelligen Bereich, ist so bescheiden, dass sich damit kein Reservist des FC Basel zufrieden geben würde. Dennoch hatte Mettler mit Rolandas Jakstas einen Vertrag abgeschlossen, den der 20-jährige Litauer, dem eine internationale Karriere zugetraut wird, auch unterschrieben hatte.

Leider ging Jakstas, U18-Weltmeister und U20-Europameister, mit Litauen B auf eine Freundschafts-Tournee durch Italien. Und fand einen Spitzenklub in der Serie A, der ihm drei Mal so viel zahlt wie das Birstaler Kombinat.

«Wir hätten auf den Vertrag beharren können, doch wir wollen einem 20-jährigen Spieler, der in seinem Jahrgang zu den Weltbesten gehört, keine Steine in den Weg legen», so Mettler und Cheftrainer Marko Simic.

Dafür sollte Rokas Uzas bei den Starwings spielen. Mündlich ist man sich längst einig. Der 25-jährige Litauer spielte in der Saison 2011/12 bei der SAV Vacallo und war Topskorer.

Der 203 Zentimeter grosse Flügelspieler, der sowohl werfen wie zum Korb ziehen kann, soll der Punkte- und Spektakelgarant der «Wings» sein. Aber noch fehlen die letzten Unterschriften im Vertrag.

Klausel für koreanische Profiliga

Für Jakstas soll Travele Jones (25, 203 cm) auflaufen. Der Amerikaner spielte 2011/12 bei SAM Massagno, war ebenfalls Topskorer und mit Uzas im Saison-Allstar-Team. Auch der Amerikaner ist sich mit den Starwings einig.

Doch nun hat er sich eine Ausstiegsklausel ausbedungen. In diesen Tagen finden in Südkorea die Try-Outs für Amerikaner statt, welche in der potenten koreanischen Liga Kultstatus geniessen.

Und dort könnte Jones in einem Monat soviel verdienen wie in sechs Monaten in Birsfelden. Jones selber lässt verlauten, dass «die Chancen, dass ich unter 100 Kandidaten den Sprung unter die Top 20 schaffe, sehr klein sind». Der dritte Profi soll ein australischer Center sein.

Doch auch dieser beginnt nun, wiewohl er mit der Offerte einverstanden war, mit dem Pokern, denn Spieler in seiner Grösse (211 cm) sind gefragt.

Mündliche Zusicherung von Fuchs

Dafür scheint neben Zuzug Miroslav Petkovic auch Zoran Zivanovic, ein 203 Zentimeter grosser Zürcher mit Vergangenheit bei Les Lions de Genève und SAV Vacallo, ein definitiver Zuzug zu sein.

Und Joël Fuchs, im letzten Jahr bester Schweizer Starwings-Skorer und stets in der Stammfünf, hat trotz reduzierten Bezügen seine Zusicherung gegeben – allerdings nur mündlich. Weiter mit von der Partie werden die Nachwuchs-Internationalen Branislav Kostic und Alessandro Verga sowie Robert Devcic sein.

«Ich mache mir keine Sorgen wegen den ausländischen Profispielern. Viele lassen sich verbindliche Verträge zusenden, um damit bei anderen Klubs zu weibeln und noch bessere Angebote zu erhalten.

Weil aber das Angebot noch immer weit grösser als die Nachfrage ist, sind spätestens ab Ende August die Klubs am längeren Hebel. Dann bieten sich viele gute Spieler zu Discount-Preisen an», so Roland Pavloski, TK-Präsident der Starwings.

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