FC Basel

Verspätete Belohnung: Trotz kuriosem Nicht-Tor gewinnt der FCB gegen Luzern

Ein spät annulliertes Tor bringt den FCB beim Gastspiel in Luzern in Rage. Doch weil Marek Suchy spät zum 1:0 trifft, fällt die strittige Schiedsrichterentscheidung nicht so schwer ins Gewicht.

Es ist die meistdiskutierte Szene des 26. Spieltags. In der 35. Minute foult Luzern Lucas Basels Albian Ajeti. Schiedsrichter Nikolaj Hänni entscheidet auf Freistoss für den FCB aus halblinker Position. Mit seinem Freistossspray markiert er den Tatort und malt auch eine Linie in den Sechzehner, wo sich die Luzerner aufzustellen haben. Zvdravko Kuzmanovic schnappt sich den Ball. Luca Zuffi steht ebenfalls bereit. Während sich die Luzerner langsam in der Mauer sortieren, pfeift Schiedsrichter Hänni. Dieser Pfiff wird nachher im Zentrum der Diskussionen stehen. Kuzmanovic legt daraufhin den Ball auf den Rasen. Zuffi führt den Freistoss aus und Ajeti nickt den Ball ins Tor. 1:0 für den FCB. Denken zumindest alle.

Die Szene im Video:

Luzern FCB Nicht Tor

    

Kuzmanovic rennt vor lauter Freude über das Gelingen der einstudierten Freistossvariante mit ausgestreckten Armen übers halbe Feld. Erst klatscht er mit Co-Trainer Thomas Janeschitz ab, dann mit Marcel Koller, dann mit den Ersatzspielern. Die restliche Mannschaft jubelt unterdessen mit Torschütze Ajeti. Doch Rotblau hat die Rechnung ohne FCL-Goalie David Zibung und ohne Schiedsrichter Hänni gemacht.

Denn kurz nachdem dieser auf den Mittelpunkt gezeigt hat, macht ihn Zibung darauf aufmerksam, dass er das Spiel nicht freigegeben hat. «Ich habe dem Schiri gesagt, dass ich keinen Pfiff gehört habe und dass das Tor deshalb nicht gelten darf. Daraufhin meinte er zu mir: ‹Du hast recht, ich muss den Freistoss wiederholen›. Das hat er dann auch getan», gab Zibung nach dem Spiel zu Protokoll. Tatsächlich nimmt der Schiedsrichter zum Entsetzen aller Basler das Tor zurück. Hänni erklärt nach dem Spiel, der Pfiff vor der Ausführung des Freistosses habe lediglich dazu gedient, Kuzmanovic aufzufordern, den Ball aus der Hand auf den Boden zu legen und vorwärts zu machen.

Schwer zu akzeptieren

Trotzdem ist diese unglückliche Entscheidung für den FCB zu diesem Zeitpunkt nur schwer verstehen. «Der Schiri zeigt auf Tor, Luzern reklamiert und dann wechselt er seine Entscheidung. Das war schwierig zu akzeptieren, denn vom Gefühl her war das ein reguläres Tor», sagt FCB-Captain Marek Suchy.

Ein Standard entscheidet

Bis zu dieser Situation hatten sich beide Mannschaften neutralisiert. FCL-Trainer Thomas Häberli war in der Hinrunde noch Kollers Assistent beim FCB und hatte sein bis dato unter seiner Führung in fünf Spielen noch ungeschlagenes Luzern gut auf sein Ex-Team eingestellt. Basel verzeichnet bis zur 45. Minute mehr Offsides als Torschüsse. Luzern steht tief und setzt auf Konter, die sie aber alle mit Distanzschüssen neben oder über das FCB-Tor schliessen.

Die Highlights im Video:

Super League, Saison 2018/19, Runde 26  FC Luzern - FC Basel, Matchhighlights

    

Auch dem FCB gelingt offensiv nicht viel. Erst in der 80. Minute kommt Basel wieder zu einer Grosschance. Wieder ist es ein Standard. Der eingewechselte Ricky van Wolfswinkel zwirbelt einen Freistoss an den Pfosten. Marek Suchy, der sich als Ablenkungsmanöver in die gegnerische Mauer gestellt hatte, steht goldrichtig und staubt per Aussenrist-Volley zum 1:0 ab. «Der Ball kam per Aufsetzer zu mir. Das war nicht einfach. Doch als ich ihn perfekt getroffen hatte, war das ein super Gefühl», sagt der Torschütze.

Ab in die englische Woche

So kommt der FCB mit einer Halbzeit Verspätung doch noch zu seinem verdienten Lohn und geht im Jahr 2019 weiterhin ungeschlagen in die englische Woche. Bereits am Mittwochabend steht gegen den FCZ das nächste Auswärtsspiel an.

Die Noten zum Spiel: 

Die Stimmen zum Spiel: 

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