Vor einem Monat hatten die «Wings» den Cup-Viertelfinal in der Sporthalle Birsfelden gegen Boncourt mit 61:65 verloren. Es war eine bittere, vor allem aber unnötige Niederlage. Jetzt ist der Mannschaft von Cheftrainer Roland Pavloski die Revanche geglückt – und jetzt waren es die «Red Devils», wie Boncourt im Volksmund genannt wird, welche mit dem Schicksal haderten und von einer «unnötigen Niederlage» sprachen. Aber so wie das damalige Pokal-Ausscheiden der Starwings «logisch» war, so verdient und der Logik entsprechend war der Meisterschaftssieg der Unterbaselbieter über den Gast aus der Ajoie.

Anfangsschwierigkeiten

Boncourt geriet zwar mit 7:12 in Rückstand, hatte dann aber bis zur 15. Minute einen Lauf, in denen die Romands unverschämt gut – primär aus der Distanz – trafen. Der Gastgeber tat sich im Angriff schwerer; die ersten sieben Dreipunktewürfe landeten – maximal – auf dem Ring, nicht aber im Korb. Es war Teamcaptain Joël Fuchs in der 19. Minute vergönnt, den ersten Dreier für das Heimteam zu erzielen. Und damit den ominösen Knoten (vielleicht auch Blockade) zu lösen.

Während beim Gast die Wurfquote immer mehr abnahm, steigerten sich die «Wings». Namentlich in der Defense war der Wille, dem Rivalen den Abschluss zu erschweren, immens. Egal, ob individuell oder als Kollektiv – Boncourt kam in 40 Minuten lediglich zu zwei (…!) Freiwürfen. Das zeigt, wie sehr Lorenza Ross, Branislav Kostic, Fuchs, Murphy Burnatowsky, Devonte Upson, Philippe Sager, Alessandro Verga und in der Endminute auch Angelo Malinowski kämpften, ausblockten, reboundeten und sprangen. «Es gelang uns nicht, genügend Druck in der Zone zu machen und den Korb zu attackieren. Zudem konnten wir Murphy Burnatowski nicht zum 5. Foul provozieren», so Boncourt-Trainer Antoine Petitjean an der anschliessenden Pressekonferenz.

4. Foul gegen «Sir Murphy»

In der Tat bekam Starwings-Topskorer Burnatowsky in der 26. Minute das 4. Foul «aufgebrummt». Jedermann, ob Aktiver oder Zuschauer, spürte, dass dies ein kriti-scher Moment für das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat war. Der Kanadier ist jener Mann, der am leichtesten zu skoren weiss. Er ist aber auch reboundstark und sein Fehlen (Pavloski wechselte ihn für einige Minuten aus) machte sich im Angriff be-merkbar. Nach 35 Minuten stand es 63:55 – doch dann kamen die Starwings offensiv ins Rotieren, wiewohl Burnatowski wieder auf dem Feld war. Und Boncourt kam in der Schlussminute auf 59:63 heran, doch ein (glücklicher) Dreier (der Ball blieb auf dem Ring kleben und tropfte in den Korb…) von Burnatowski - sein einziger aus sechs Versuchen - entschied die Partie. Die restlichen Punkte, in Form von Dunkings, waren willkommene Zugaben und ein schöner Abschluss einer Partie, welche die – gar wenigen – Zuschauer bestens unterhalten hatte.

Boncourt ist nicht klein…

Auf den ersten Blick mag ein Erfolg über Boncourt fast «normal» sein. Ist es aber nicht. Denn der Gast, der sich gerne «kleiner» macht als er in der Tat ist, konnte als 6. Mann einen gewissen Jonathan Arledge bringen. Dieser US-Profi war anfangs Sai-son 2015/16 der Liga-Topskorer. Die Antwort der Starwings auf Arledge heisst «nur» Philippe Sager. Ein ETH-Student, der bis im Mai 2015 in der Nationalliga B bei der BC Alte Aarau gespielt hatte. Und sich «step by step» auf ein höheres Niveau heran-tastet – und in seinen Einsatzminuten furchtlos seinen Mann stellt. Und sich gegen Boncourt gleich fünf Defensiv-Rebounds ergatterte.

Dass der BCB als 10. Mann den Nationalspieler Evrard Atcho bringen kann, könnte man aus Gegnersicht als «Luxus» bezeichnen. Denn Boncourt unterhält in seinen Reihen, nebst den drei obligaten (und guten) Profi-Ausländern, weiterhin vier Schweizer Nationalspieler. Dass diese Equipe dennoch «Blätzbums» (für Nicht-Insider: Birsfelden) als Verlierer verlassen musste, wertet den Erfolg der Starwings noch mehr auf! Trainer und Mannschaft haben einen bravourösen Auftritt gezeigt und Lust auf mehr Basket-Kost gemacht. 

Starwings – BC Boncourt 69:62 (35:35)

Sporthalle Birsfelden. – 326 Zuschauer. – SR: Clivaz/Sani/Balletta.

Starwings: Ross (4), Kostic (3), Fuchs (16), Burnatowsky (24), Upson (15); Sager, Verga (7), Malisano-vic; Lutz, Wachsmuth.

Boncourt: Herrmann, Norfleet (23), Brown (14), Louissant (2), Dos Santos (11); Arledge (9), Landen-bergue (1), Engondo (2), Petignat, Atcho; Kuebler, M’Putu.

Bemerkungen: Starwings ohne Duspara und Matter (beide verletzt). – Boncourt komplett. – Viertelsre-sultate: 17:18, 18:17 (35:35); 19:14 (54:49) und 15:13 (69:62). – Fouls: Starwings 11, Boncourt 17. – Zu den besten Spielern wurden Joël Fuchs und Julian Norfleet (USA) gewählt.