Auf der gegenüberliegenden Strassenseite strömten die Zuschauer in den St. Jakob-Park. Der FC Basel zog wie gewohnt die Massen ins Stadion. Gegen Aarau erschienen gestern Nachmittag über 26 000 Zuschauer. Sie feierten den 5:0-Kantersieg und genossen die frühsommerlichen Temperaturen. Von solchen Zahlen kann Christian Wackernagel nur träumen. Dem OK-Präsidenten der Swiss Open wurde ausgerechnet das sonnige Wetter zum Verhängnis. Nur knapp 15 000 Badminton-Begeisterte fanden an den sechs Turniertagen den Weg in die St. Jakobshalle.

Rund 3000 weniger als in anderen Jahren. «Das ist nicht erfreulich, aber gewisse Faktoren können wir nicht beeinflussen», sagt Wackernagel. Ihm und seinem Team machte dieses Jahr aber nicht nur das schöne Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nachteilig wirkten sich auch die Schulferien und die Fasnacht auf das Interesse des Grand-Prix-Gold-Turniers aus. «Und das frühe Ausscheiden der Schweizer», fügt Wackernagel an. Mit Sabrina Jaquet und Anthony Dumartheray schieden die letzten Vertreter bereits am Mittwoch aus.

Schweizer früh ausgeschieden

Abgesehen vom erwarteten frühen Scheitern der einheimischen Spieler, boten die Swiss Open hochstehenden Sport. Auffallend, dass die Veranstaltung in diesem Jahr nicht zu einem rein chinesischen Schaulaufen verkam, sondern die Europäer kräftig mit über das Parkett tanzten. Mit dem Dänen Viktor Axelsen im Männer-Einzel und dem englischen Mixed-Doppel Gabrielle und Chris Adcock waren zwei Spiele am Finaltag mit Nichtasiaten besetzt. «Auf die Stimmung in der Halle wirkte sich die Nationenvielfalt positiv aus», stellte Christian Wackernagel erfreut fest. «Die Dänen und Briten übernahmen quasi stellvertretend die Rolle der Schweizer.»

Verspätetes Hochzeitsgeschenk

Viktor Axelsen, Weltnummer 26, in Basel als Nummer 8 gesetzt, nutzte seine Gunst der Stunde. Wort- und schlaggewaltig deckte er seinen Gegner, den Chinesen Houwei Tian (Nr.27), mit einem Stimm- und Shuttlegewitter ein. Der 20-Jährige aus Odense, der sich im Halbfinal gegen seinen top gesetzten Landsmann Jan Ø. Jørgensen durchsetzte, gewann das dramatische Endspiel im dritten Satz mit 25:23. Axelsen sorgte für den ersten europäischen Sieg im Männer-Einzel an den Swiss Open seit Peter Gade (Dä) vor sechzehn Jahren. Für den 1,93 m Hünen ist Basel der bisher grösste Erfolg in seiner Karriere. «Ich genoss diese Woche in vollen Zügen. Es waren unglaubliche Spiele und es herrschte fantastisches Wetter.» Mit diesem Triumph hat Axelsen die Basis für eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften im August in Kopenhagen gelegt.

Die Sonne schien gestern auch für Gabrielle und Chris Adcock. Die Briten liessen den Chinesen Chai/Tang keine Chance und siegten überlegen in zwei Sätzen. Das Duo machte sich mit dem Erfolg selbst ein nachträgliches Hochzeitsgeschenk. Gabrielle und Chris Adcock gaben sich vor wenigen Wochen das Ja-Wort.