Landhockey
Viele Fragen bleiben den Basler Landhockeyanern trotz Aufstieg in die NLA

Die Basler steigen ins Oberhaus auf, aber keiner kann sich so wirklich freuen. Denn eigentlich wären die Hockeyaner letztlich «nur» auf dem zweiten Schlussplatz gelandet. Dank dem grünen Tisch steigen sie trotzdem auf.

Jonas Burch
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Nach dem Aufstieg steht den Baslern eine schwierige Saison bevor. Robert Varadi

Nach dem Aufstieg steht den Baslern eine schwierige Saison bevor. Robert Varadi

In der letzten Partie spielten sie gegen Servette nur 1:1-Unentschieden und mussten dem HC Wettingen die Spitzenposition überlassen. Da die Aargauer aus personellen Gründen nicht aufsteigen können, kommt die Mannschaft vom Rheinknie zum Handkuss.

Endlich möchte man sagen. Denn seit Jahren mischt die Mannschaft von Trainer Philipp Rudin an der NLB-Spitze mit, für die Krönung hats bisher nie gereicht. Bis heute. Überraschend gedämpft wirkt nun die Euphorie. «Ja, dieser Aufstieg ist Fluch und Segen zugleich», sagt Teamcaptain Balz Töngi kritisch.

Das der Aufstieg am grünen Tisch erfolgen musste, hinterlässt Spuren und wirft Fragen auf. «Es fragt sich schon, ob die Motivation in der NLA gleich gross sein wird, wie in der NLB», sagt Töngi weiter. Konkret: Wie steckt die Mannschaft vorprogrammiert hohe Niederlagen gegen Top-Teams wie Rotweiss Wettingen oder Luzern weg? «Es ist klar, dass wir Lehrgeld zahlen werden und uns in der Tabelle nach ganz unten orientieren müssen», prognostiziert der 25-Jährige Defensivspezialist.

Schlechte Vorzeichen

Den Aufsteigern der Vorjahre blühte meist ein ähnliches Schicksal: Wiederabstieg, oder Ligaerhalt mit Mühe und Not. Trifft auf Basel dasselbe zu? Abwarten. Hoffnung macht jedenfalls das Playout-System, wo der letzte der NLA nicht direkt absteigt, sondern in die Barrage muss. «Deswegen gehen wir fest davon aus, dass wir die Klasse halten werden», sagt Töngi.

Trotz der gebremsten Euphorie und dem zwiespältigen Schritt ins Ungewisse, gibt es durchaus Faktoren, auf denen man aufbauen kann. So stellt der BHC die mit Abstand beste Defensive der Liga. Nur 19 Gegentore kassierten Töngi & Co. in 14 Spielen. Leader Wettingen musste 28 Treffer einstecken. Wenig Tore bekommen, leider auch wenig Tore geschossen: Mit 34 Toren stellt man den viertbesten Wert der Liga – Wettingen (58) oder der Tabellendritte Rotweiss Wettingen II (53) waren da deutlich treffsicherer.

Die Vorfreude ist dennoch gross, auch wenn es sich noch nicht so danach anfühlt. Für Trainer Philipp Rudin ist bereits jetzt klar, dass sich im Gegensatz zu dieser Saison nur wenig verändern wird. «Spektakuläre Transfers wird es nicht geben. Das Kader wird wahrscheinlich fast gleich bleiben, nur den Fokus müssen wir nun verstärkt auf die Offensive legen.» Dann soll und wird es reichen mit dem Ligaerhalt. Statistiken und Vorzeichen hin oder her.