Normalerweise verläuft eine Saison der Gladiators beider Basel immer gleich: In der Regular Season spielen sie sämtliche Gegner in Grund und Boden, ausser die Calanda Broncos aus Chur, gegen welche sie zwei Niederlagen einfahren. Der daraus resultierende zweite Platz reicht problemlos für den Einzug in das Playoff-Halbfinale, welches sie wiederum klar gewinnen. Im Finale warten dann nochmals die Broncos, die wenige Stunden später den Pokal in die Höhe stemmen. Doch heuer soll alles ganz anders werden.

Broncos sind endlich fällig

Im 25. Jubiläumsjahr nämlich stehen die Chancen auf den Schweizermeister-Titel so gut wie noch nie zuvor. Erstmals seit Jahren haben sich die Überflieger aus Chur auf dem Transfermarkt zurückgehalten und treten mit weniger Imports an. «Ohne eingekaufte Spieler können die Broncos nicht mit uns konkurrieren», ist sich Coach Dwayne Wood sicher. Dieser Eindruck habe sich nach den ersten gespielten Runden verstärkt: «Die Broncos müssen sich auf jeden Fall steigern, sonst sind sie fällig.»

Dass die Basler in der Vorbereitung ihren Job soweit erledigt haben, zeigt sich schon zu Beginn der Saison. Nach einem 56 zu 19 Kantersieg gegen Aufsteiger Lausanne folgte am Sonntag nun ein ebenso ungefährdeter Sieg gegen die Warriors aus Winterthur. Bevor Wood nach der Halbzeit die zweite Garde aufs Spielfeld schickte, führten die «Purples» gar mit 42 zu 7. «Mit der Startformation war ich sehr zufrieden, die zweite Garde hat aber versagt», resümierte der Coach gewohnt hart.

Vor allem die beiden ausländischen Rückkehrer Wanner und Stollmeyer präsentierten sich bereits wieder in Hochform. Dass Imports eine zweite Saison am Rheinknie anhängen, ist eher atypisch, was unterstreicht, wie zufrieden man mit den Spielern in der vergangenen Saison war: «Corey und Nick sind zwei super Typen und hervorragende Athleten, wir sind froh, dass sie wieder hier sind.»

Erste Teilnahme an der EFL

Überragender Mann auf dem Feld war neben den Imports ein Eigengewächs: Receiver René Fink gelangen gleich drei Touchdowns. Etwas, das ihm bisher nur bei den Junioren gelang und in der Nationalliga A Seltenheitswert besitzt.

Nebst besten Aussichten auf den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte steht im Jubiläumsjahr ein weiteres Highlight bevor: Zum ersten Mal nehmen die Gladiators an der European Football League teil, vergleichbar mit der Champions League der Fussballer. Dazu Wood gewohnt bescheiden: «Wir wollen klar gewinnen. In der letzten Saison wurden wir als Nummer sieben Europas bewertet, da müssen wir uns nicht verstecken.» Wie realistisch das ist, wird sich in drei Wochen zeigen. Dann kommt es zum richtungsweisenden Duell mit den Calanda Broncos.